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Unisex-Look Zeitlose Pieces für jedes Geschlecht?

Unisex-Look: gekleidet im Anzug mit Handtasche
© Creative Lab / Shutterstock
Der Griff zur Unisex-Fashion ist kein Neuer. Doch er wirft eine Frage auf: wann ist Kleidung geschlechterunabhängig? Und wer verleiht ihr den Stempel: Konsument:in oder Designer:in? 

Was bedeutet Unisex? Oberflächlich gesehen eine einfache Frage, die die meisten etwa so beantworten würden: Unisex ist, was für alle Geschlechter designed worden ist. Das stimmt auch zunächst. Werben Brands mit ihren Unisex-Kollektionen, fällt allerdings auf, dass sie sehr kastig und maskulin orientiert im Schnitt sind. Ein schwarzes "Unisex T-Shirt" sieht dann schnell aus, als habe es sich aus der Herrenabteilung verirrt. Was braucht es, um Geschlechtergrenzen wirklich verschmelzen zu lassen?

Unisex-Mode ist mehr als ein Trend

Im Dschungel der Großkonzerne, die alle irgendwie was mit "unisex" machen, kann es zur Herausforderung werden, coole Brands zu finden, die diese Idee nicht nur als Trend behandeln. Haben wir welche gefunden, sollten wir sie auf dem Schirm behalten – wie beispielsweise die Berliner Streetwearbrand Another State. Das englische Wort "State" kann sowohl Staat als auch Zustand bedeuten. Und genau damit spielt der Designer Chikoba Masonga: “Wir haben überall Zustände: Materialien, Wetter, Aggregatzustände. Sie sind immer im Wandel. Wir möchten diese Zustände in Design festhalten und durch Mode vermitteln." 

Der modische Zustand in dem wir uns befinden schreit wieder mal nach mehr liberté und egalité: Baggies an Frauen, Röcken an Männern und Handtaschen für alle! In der Streetwear-Szene setzen sich viele Brands laut dem Designer nicht fest und sagen, ihre Kollektionen seien für Frauen wie für Männer. Auch er sehe in seinen Entwürfen immer beide Geschlechter.

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Je häufiger wir die visuellen Boundaries ausreizen, desto mehr werden Leute dazu angeregt den Wandel bewusst wahrzunehmen und verstehen zu wollen.

"Trends verschwinden“, sagt Masonga, "aber Unisex ist etwas, das für immer bleibt.“ Wenn wir der ersehnten Gleichheit einen Schritt näherkommen möchten, müssen wir also lernen, unsere verankerten Sehgewohnheiten abzulegen. Sein Tipp: "Je häufiger wir die visuellen Boundaries ausreizen, desto mehr werden Leute dazu angeregt, den Wandel bewusst wahrzunehmen und verstehen zu wollen." Das geschieht durch die sozialen Medien, aber auch durch beispielsweise Werbeplakate, Filme und die Männer und Frauen, die sich Unisex wirklich zu Herzen nehmen. Zwar geben die Designer:innen vor, was für eine Vision sie für ihre Mode sehen, doch die Entscheidung, wohin es tatsächlich geht, teilen sie sich mit ihren Konsument:innen, die stylen.

Bei Unisex-Mode geht es darum, keine Diskriminierung zwischen den Geschlechtern darzustellen.

Ein avantgardistischeres Label aus dem Ruhrgebiet hat dahingegen Jana Fröhlich mit YAE gegründet. Für die ausgebildete Schneiderin und Stylistin gehören ebenfalls keine Grenzen zwischen Frauen- und Männermode: "Bei Unisex-Mode geht es darum, keine Diskriminierung zwischen den Geschlechtern darzustellen. Das klingt leicht, aber wer wirklich Unisex designen will, muss sich den Bedürfnissen anpassen können." Und die fangen laut Fröhlich bereits bei der menschlichen Anatomie an: ausgeprägtere Taillen bei Frauen und breitere Schultern bei Männern erfordern Entwürfe, die passen. Oder ohne viel Tamtam passend gemacht werden können. Die Zielgruppe für diese Mode wächst langsam aber stetig und mit ihr auch die Designer:innen. Beide Gruppen challengen regelmäßig das, was wir als "Unisex“ in unseren Köpfen verbucht haben, indem sie zeigen, dass nicht nur Jacke wie Hose, sondern auch Rock wie Kleid geschlechterunabhängig sind. 

Guido

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