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Hang loose Was ihr über Fransen an Kleidung wissen solltet

Hang loose: Wer Fransen stylt sollte das wissen
© agcreativelab / Adobe Stock
Über kurz oder lang findet sich in jedem Schrank irgendwann mal Fransen-Pieces. Und die können mehr als Staubfänger sein. Das solltet ihr wissen, wenn ihr das "Shopping Queen"-Motto "Hang loose" nachstylt.

Woran denkt ihr, wenn ihr "Fransen" hört? An den Wilden Westen? Vielleicht Clint Eastwood, der aus seinen Holstern mit einer gezielten Bewegung die Pistolen in die Luft schleudert und breitbeinig die Knie anwinkelt, bereit zum Schusswechsel? Oder an flatternde Charleston-Kleider? Beides ist nicht der Ursprung des regelmäßig aufkommenden Mode-Elements. Aber wo kommen sie her?

Fransen dienten dem Schutz

Fransen gehen zurück auf die Indigenen Völker Amerikas. Leder- oder Wildledertextilien wurden in Streifen geschnitten oder zu Kordeln gedreht. Damit das hochwertige Material nicht verschwendet wird, verarbeitete man häufig Reste. Denn Respekt sowie Dankbarkeit für die Gaben der Erde und ein nachhaltiger Umgang damit waren wichtige Bestandteile. Die fertigen Fransen setzte man dann anschließend auf das Kleidungsstück. Neben dem dekorativen Aspekt, hatte das  einen tieferen Sinn: Sie schützten die Kleidung beispielsweise vor Regen. Indem die Tropfen an den Fransen abperlten, blieb das, was drunter lag, abgeschirmt. Gleichzeitig trocknete die Kleidung schneller. 

Fransen heute

Ob in den 1920ern oder den 60ern und 70ern: Immer mal wieder hatten die Fransen durch die kulturelle Aneignung von Designer:innen ihren Moment im Highfashion-Kosmos. Bis heute tauchen sie regelmäßig auf. Der ursprünglich schützende Aspekt des Mode-Elements rückte dabei immer weiter in den Hintergrund, was sich allein schon durch die Materialwahl bemerkbar machte: Baumwolle, Seide, mit Perlen besetzt. 

Besonders (Wild-)Lederjacken mit Fransen sind zeitlos und eignen sich als Statement-Piece für Styles an regnerischen Herbsttagen. Um es ruhiger angehen zu lassen, greift ihr zu einzelnen Accessoires wie Fransen-Taschen oder lasst Schuhe mit Fransen der Blickfang sein.  

Gastby-esk

Das Label Elisabetta Franchi zitiert die "Roaring Twenties" der USA, in der sich die "Flapper" etablierten. Das bedeutet so viel wie "flattern" und beschrieb damals junge Frauen, die sich nach Freiheit sehnten. Die Kleider wurden kürzer, die Nächte wurden länger. Ihr Lifestyle wurde als unmoralisch und gefährlich abgestempelt: Sie tranken Alkohol, gingen in Jazzclubs tanzen und hatten Affären. Besonders beliebt für die nächtlichen Abenteuer war das "Flapper Dress", das auch als Charleston-Kleid bekannt ist. Benannt nach einem Tanz, der seinen Ursprung in der afro-amerikanischen Community hat. Charakteristisch für das knielange Kleid waren die vielen Fransen, die jedem Schritt mit Schwung folgten.                     

Guido

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