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Alles klar im BH Zeit, unseren Brüsten mehr Liebe zu schenken

Alles klar im BH: Frau entspannt sich im BH
© Mariia Korneeva / Shutterstock
Wann habt ihr euren Zwillingen das letzte Mal so richtig bewusst Aufmerksamkeit geschenkt? Es wird auf jeden Fall wieder Zeit dafür!

Der erste BH war für mich damals eine ziemlich große Sache. Ich hatte zwar noch keine ausgeprägte Brust, aber meine Mutter hat die Platte jeden Tag gehört: Wann bekomme ich einen BH? Ich wusste nicht, wieso ich plötzlich unbedingt einen wollte, aber ich hatte das Gefühl, dafür bereit zu sein. Nach wochenlanger Diskussion haben wir uns dann auf ein Bustier geeinigt. Ha! Die Zufriedenheit hielt jedoch nur kurz an. Denn ziemlich schnell begann auch ich mich unwohl zu fühlen: zu klein, zu spitz, zu hoch, zu tief, zu dies oder das. War ich wirklich unzufrieden oder durch Schönheitsideale einfach verunsichert? Letzteres war der Fall. Das erkannt zu haben, brachte nicht nur einen ganz anderen Blick auf meine "Zwillinge", sondern entfachte auch das Bedürfnis, meinen Körper intensiver wertzuschätzen – was zugegebenermaßen nicht immer leicht ist. 

#saggyboobsmatter: Unter'm BH sehen wir alle anders aus

Die nigerianisch-britische Autorin des Bestsellers "What a Time To Be Alone" Chidera Eggerue ist abgesehen von ihrem Style und ihrer Unverblümtheit auch als Initiatorin der Bewegung #saggyboobsmatter bekannt. Übersetzt bedeutet der Hashtag so viel wie "Hängebrüste sind wichtig" – etwas Selbstverständliches. Aber wenn wir ehrlich mit uns selbst sind, tut es gut, diesen Reminder hin und wieder mal zu hören. Und zu sehen. Da der Sommer naht, sollten wir nicht vergessen: Unsere Brüste sind wie sie sind und das ist auch gut so. Das Slipdress im Schrank, das ihr gerne anziehen würdet, aber das Gefühl habt, der Busen hängt durch? Rock it! 

10-minütige Streicheleinheit für mehr Selbstliebe

Wie oft nehmen wir uns Zeit dafür, unseren Körper, unsere Brüste, liebevoll zu berühren? Ich kann auf jeden Fall sagen, ich habe es lange selten bis gar nicht gemacht. Keine Lust, keine Zeit, kein Wissen. Bis jetzt: Die taoistische Hirschübung ist ein guter Einstieg in die Materie und soll unter anderem dazu beitragen, die Blutzirkulation zu fördern. Gleichzeitig bekommen wir auch einfach ein Gefühl für unsere Brust. Das Ganze funktioniert wie folgt:

  1. Es wird empfohlen, die Übung nackt durchzuführen. Mit einem Oberteil ist's aber auch völlig fein. Wichtig ist nur, keinen BH zu tragen. 
  2. Nehmt zunächst eine gemütliche Position ein. Gerade liegend oder sitzend eignet sich am besten. 
  3. Erwärmt die Hände und reibt sie aneinander. Für mehr Selbstverwöhnung könnt ihr ein Massageöl eurer Wahl dazunehmen.
  4. Legt eure Hände auf die Brüste, ohne die Brustwarzen zu berühren. Macht mit den Fingerspitzen kreisende Bewegungen im und gegen den Uhrzeigersinn. Probiert 30-40 Umdrehungen pro Richtung. Legt außerdem den Fokus auf eure Atmung. Wer mag, kann ein Mantra wiederholen, zum Beispiel "ich bin schön, wie ich bin".

Die richtige Haltung, bitte!

Ein BH, der nicht richtig sitzt, kann zu Nacken-, Schulter-, Brust- und Kopfschmerzen führen. Wenn man dann bedenkt, dass fast jede zweite Frau die falsche BH-Größe trägt, ist das ziemlich erschreckend. Unsere Brüste entwickeln sich weiter – so wie wir. Deshalb ist es wichtig, dass wir immer mal wieder entweder selbst ausmessen oder Hilfe im Fachgeschäft suchen. Der Schritt dorthin sollte auch nicht schambehaftet sein, im Gegenteil: Wie befreiend ist es, einen BH zu tragen, der tatsächlich gemütlich ist? Und obendrein hat man auch direkt die Möglichkeit, schicke Unterwäsche-Sets zu ergattern. Nachts solltet ihr übrigens auf Bügel-BHs verzichten. Bei einem Verrutschen können diese nämlich für Druckstellen sorgen.

Mehr Auseinandersetzung mit Brustgesundheit

Jedes Jahr gibt es im Oktober mediale Aufmerksamkeit für Brüste. Und das ist auch wichtig, denn es ist Breast Cancer Awareness Month. Hier geht es dann um Themen wie Früherkennung, Vorbeugung und Behandlung. Gerade weil Brustkrebs zu den häufigsten Krebsarten gehört, an denen Frauen erkranken können, müssen wir uns und unser Umfeld dafür sensibilisieren. Doch Brustgesundheit mit allem, was dazu gehört, sollte nicht nur dann für uns interessant sein, wenn ein erhöhtes Risiko vorliegt. Sie sollte ein Teil unserer alltäglichen Selbstfürsorge werden, über das wir offen und ohne jegliche Sexualisierung sprechen können. Dazu gehört neben der Akzeptanz eben auch der richtige BH und kleine Massageeinheiten. Weil wir es uns wert sind!

Guido

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