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Unisex Brauchen wir Kosmetik für beide Geschlechter?

Unisex: Pärchen cremt sich gemeinsam ein
© wavebreakmedia / Shutterstock
Es gibt viele neue Produkte, die nicht mehr zwischen männlicher und weiblicher Haut unterscheiden, sondern nur zwischen individuellen Hauttypen. Macht also gar nichts, wenn sie mal zu seinem Cremetopf greift.

Ist geschlechtsspezifische Hautpflege heute noch zeitgemäß?

Wenn wir die Wissenschaft befragen, sagt sie ganz klar: Jein … Denn tatsächlich gibt es einige nachweisliche Unterschiede zwischen Männer- und Frauenhaut. Die Bindegewebsstruktur zum Beispiel ist bei Frauen deutlich dehnfähiger. Klar, ein Baby benötigt ja ordentlich Platz im Bauch. Das macht sie aber leider auch anfälliger für Erschlaffung. Außerdem tendiert der Teint der Frau eher zu Trockenheit und Empfindlichkeiten. Männerhaut ist meist robuster, neigt aber häufig zu einer verstärkten Talg-produktion, was nicht selten zu einer fettigen und großporigen T-Zone führt. Das liegt an der hormonell gesteuerten Talgdrüsenaktivität: Männliche (Androgene) regen nämlich die Talgproduktion an, weibliche (Östrogene) hemmen sie. "Doch noch viel wichtiger ist es, auf den jeweiligen Hauttyp zu achten. Denn egal ob divers, Frau oder Mann, oftmals liegt der eigene Hautzustand außerhalb der geschlechtsspezifischen Ten-denzen", so Dr. Michaela Arens-Corell, Leiterin der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Sebamed. "Die Individualität der Haut schlägt immer den Geschlechterunterschied."

Wie wirken dann Unisexprodukte?

Sie sind ideal für die Schnittmenge der verschiedenen Hauttypen. Also die weder zu extremer Trockenheit noch zu erhöhter Talgproduktion neigen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Geruch, Textur und Handhabe, denn Unisexprodukte setzen meist auf neutrale Düfte und schnell einziehende Konsistenzen mit einfacher Anwendung. Und hast du den gleichen Hauttyp wie Schatzi, lässt sich so ordentlich Platz im Reisegepäck sparen!

Was braucht der Sommerteint?

Der Sommer gehört zur stressfreien Zeit des Teints, denn außer UV-Strahlen hat er ohne trockene Heizungsluft und frostige Minusgrade deutlich weniger auszustehen. Zudem kurbeln laue Tem-peraturen seinen Selbsterhaltungstrieb ordentlich an. "Unser Talg zum Beispiel ist wie Butter: direkt aus dem Kühlschrank eher fest, bei Raumtemperatur schön streichzart. Je wärmer also die Luft, desto gleichmäßiger verteilt er sich auf unserer Haut und verhindert so, dass Reiz- und Schadstoffe eindringen", erklärt Dr. Arens-Corell. Zudem wächst bei Sonneneinstrahlung unsere Horn-haut (ja, die Hautschicht haben wir auch im Gesicht) auf fast das Doppelte an. "Diese sogenannte Lichtschwiele ist ein absolutes Wunderwerk: Sie schützt vor UV-Strahlen sowie Reizstoffen aller Art und verhindert, dass Feuchtigkeit austritt", so die Expertin. Trotzdem braucht die Haut bei Sonne eine Pflegehilfe. "Sonst kann der Teint am Ende des Sommers wie ein altes Fensterleder aussehen." Der Clou bei ultraleichter Sommerpflege ist, dass die sich einfach verteilen lässt, superschnell einzieht und für Abkühlung sorgt. Gelige Texturen setzen im Vergleich zu "normalen" Cremes nicht auf fetthaltige Lipide, sondern auf Feuchtigkeit als Hauptbestandteil. Das pflegt den Teint schwerelos.

Heißer Hype

Zu den neuen Pflegetrends gehören kühlende, joghurtartige Texturen für den Körper. Angereichert mit AHA-Säure (aus dem Englischen für "Alpha Hydroxy Acid"), sagen sie abgestorbenen Haut-schüppchen den Kampf an und fördern die Zellerneuerung. Auch der erfrischende Sprühnebel aus der Flasche freut sich über ein Upgrade, denn die Extraportion Feuchtigkeit gibt es jetzt mit integriertem Selbstbräuner für eine schön gleich-mäßige Farbe. Dazu kommen alle Freunde des Vollbarts ab sofort streichelzart durch den Sommer. Pflegender Reinigungsschaum dringt durch die Haarpracht vor und versorgt die häufig so stiefmütterlich behandelte Partie mit Nährstoffen. Doch in Sachen Sommerpflege ist und bleibt Hyaluronsäure der Hulk unter den ultraleichten Feuchtigkeitsspendern. Sie bindet das 1000-Fache ihres Gewichts an Wasser, füllt so die Feuchtigkeitsdepots der Haut wieder auf und glättet kleine Fältchen. Keine Frage, diesen Sommer nehmen wir es leicht!

Dieser Artikel erschien ursprünglich im Guido Heft Nr. 08-09/2021.

Guido

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