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Du bist, was du isst Was Ernährung und Persönlichkeit miteinander zu tun haben

Ernährung: Sie sagt mehr über unsere Persönlichkeit aus, als viele denken
© Rawpixel.com / Adobe Stock
Die Ernährung sagt mehr über unsere Persönlichkeit aus, als vielen Menschen klar ist.

Omnivore, Vegetarier:innen, Veganer:innen, Flexitarier:innen: Es gibt viele Bezeichnungen für unterschiedliche Ernährungsweisen. Eine Metaanalyse hat nun herausgefunden, dass sich diese Menschen nicht nur aufgrund ihrer Haltung zu Fleischkonsum unterscheiden – auch auf der persönlichen Ebene gibt es bestimmte Eigenschaften, die eher bei Fleischesser:innen oder Vegetarier:innen auftauchen. 

Analyse vergleicht Fleischkonsument:innen mit Vegetarier:innen

Vorurteile gibt es für Fleischfans und Vegetarier:innen genug: Die einen sollen rücksichtslos gegenüber der Umwelt und ihrem eigenen Körper sein, die anderen besserwisserisch und niemandem etwas gönnend. Wie bei so vielen Klischees und Vorurteilen sind natürlich auch diese zugewiesenen Eigenschaften schwerlich fair gegenüber den Gruppen. Einige Wissenschaftler:innen wollten es nun aber genau wissen und nahmen sich ganze 25 Studien vor, in denen insgesamt über 23.000 Proband:innen untersucht wurden.

Sie wollten herausfinden, welche Persönlichkeitsmerkmale die Angehörigen der beiden Gruppen aufweisen: Sind Fleischkonsument:innen wirklich so rücksichtslos, wie man ihnen nachsagt? Und sind Vegetarier:innen hoffnungslose Weltverbesser:innen?

Was die Ernährung über die Persönlichkeit sagt

Tatsächlich kamen die Forscher:innen zu einigen spannenden Ergebnissen in puncto Persönlichkeit. Wie viel nun wirklich auf das Individuum übertragbar ist, das muss jede Person für sich entscheiden. 

Diese Eigenschaften sollen Vegetarier:innen laut den Studienergebnissen besitzen:

  • Altruismus: Selbstlosigkeit und uneigennütziges Denken soll laut den Ergebnissen der Studie eine Eigenschaft der Vegetarier:innen sein.
  • Großes Interesse an Politik, geringer Hang zur Konservativität
  • Größeres Interesse an (lebensmittelbezogener) Gesundheit und Bildung in diesem Bereich
  • Stolz, insbesondere in Bezug auf die eigene Lebensweise
  • Neurotischer und emotional instabiler als Fleischkonsument:innen, gepaart mit einem niedrigeren Selbstbewusstsein

Eigenschaften, die laut den Studienergebnissen eher Fleischkonsument:innen besitzen

  • Geringeres moralisches Selbstwertgefühl (in Bezug auf den Konsum und die Verwendung von tierischen Produkten)
  • Fleischkonsument:innen sehen im Gegensatz zu Vegetarier:innen Wohltätigkeit häufiger als "Soll-Wert" an
  • Fleischesser:innen werden mit einer stärkeren Betonung der sozialen Macht in Verbindung gebracht
  • Stärkere Neigung zu Vorurteilen 
  • Laut der Studie sind Allesesser:innen weniger offen für neue Erfahrungen

Was sagt uns das? Sind Vegetarier:innen also nicht nur politisch interessierte Weltverbesser:innen, sondern obendrein noch schlecht gelaunt, körperlich gesund und neurotisch? Und sind Fleischesser:innen nur interessiert an Macht, traditionellen Werten und Wohltätigkeit? Nein. Am Ende aller Tage sind die Menschen alle Individuen und sehr unterschiedlich. Es gibt nicht "den einen vegetarisch lebenden Menschen", genauso wenig, wie es "den einen Fleisch essenden Menschen" gibt. 

Doch was die Metaanalyse zeigt, ist, dass die Ernährungsweise unter Umständen auch mit der eigenen Persönlichkeit zusammenhängt und wir über die Lebensmittel auf dem Teller einer Person mehr von ihr erfahren, als wir vorher vielleicht dachten. In dem Sinne: guten Appetit!

Verwendete Quelle: ncbi.nlm.nih.gov

cs Guido

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