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Hochbeet anlegen: 4 leichte Schritte

Hochbeet anlegen: Pflanzen im Beet werden gepflegt
© Franz Peter Rudolf / Shutterstock
Auch nichts anderes als ein Blumenkasten auf vier Beinen? Von wegen! Die hohe Kunst des Hochbeets macht Hobbygärtnerinnen ganz besonders glücklich.

Bauen


Hochbeete sind total angesagt – und deshalb gibt's im Handel eine riesige Auswahl an fertigen Hochbeeten als auch an Bausätzen, die man mit ein paar Handgriffen selbst zusammenbauen kann. Bei manchen Modellen braucht man dafür sogar weder Werkzeug noch großes Heimwerker-Talent. Man bekommt sie bei allen bekannten Baumärkten, aber auch bei Shops wie Gartenzauber.de oder gartenfrosch.com. Doch bevor's ans Shoppen geht, sollte man sich überlegen, wo das gute Stück stehen soll, denn schließlich hängt davon ja auch die Größe ab. Bei den meisten Balkonen sind die Möglichkeiten begrenzt – idealerweise wählt man die hellste Ecke. Und nicht vergessen, dass so ein mit Erde, Pflanzen und Gießwasser gefülltes Hochbeet ganz schön schwer werden kann. Hält das der Balkon aus? Im Zweifel lieber ein kleineres Modell wählen. Steht das Teil im Garten, ist das natürlich kein Problem. Hier wäre ein sonniges, windgeschütztes Plätzchen mit ebenem Boden ideal; ein rund 150 x 80 cm großes und 75 cm hohes Beet lässt sich gut "beackern". Lust auf einen kompletten Eigenbau? Auf Youtube gibt's jede Menge Tutorials.

Befüllen


Damit sich die Pflänzchen wie zu Hause fühlen, muss man es ihnen so angenehm wie möglich machen. Zunächst einmal hat das Hochbeet die gute Eigenschaft, dass sich die Erde in ihm schneller erwärmt und länger warm bleibt, weshalb Obst und Gemüse früher erntereif sind als in einem normalen Beet. Außerdem ist es unabhängig von der Bodenqualität des Gartens, weil es individuell gefüllt werden kann. Ist in einem Topf oder Blumenkasten auch nicht anders? Jein. Dadurch, dass ein Hochbeet in der Regel größer ist als ein herkömmliches Gefäß, bietet es nicht nur viel mehr Platz für die Pflanzen, sondern auch für mehrere schichten aus verschiedenen Füllmaterialien – und das ist das eigentlich Besondere daran. Damit sich keine Staunässe bilden kann, kommt ganz unten ins Hochbeet eine Schicht aus Holzschnitzeln oder Strauchschnitt (aus dem eigenen Garten oder dem Baumarkt/der Gärtnerei), darauf kommt eine dicke Lage Kompost und dann wird mit Hochbeet- oder Pflanzenerde aufgefüllt. Das Ergebnis: eine leckere Schichttorte, von der die Pflanzen das ganze Jahr über naschen können und nicht extra gedüngt werden müssen.

Bepflanzen


Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht, heißt es ja so schön – und das gilt, leider, auch für Samen selbst gezogene Sprösslinge. Also: nur Geduld. Ab Mai kann man die Körnchen direkt draußen ins Hochbeet säen. Dazu die Erde wässern (sie sollte feucht, aber nicht nass sein) und mit einem Bambusstab parallel einige Rollen hineindrücken. Wer möchte, kann die Samenreihe noch markieren, mit beschrifteten Pflanzenschildchen oder den auf Schaschlikspießen aufgespießten Samentütchen. Die Erde weiterhin schön feucht halten – das geht am besten mit einer Sprühflasche, weil durch den feinen Sprühnebel weder die Samen weggespült noch zarte Stiele umgeknickt werden. Wird's nachts nochmal kalt, das Hochbeet mit Folie abdecken. Wer mit dem Aussäen nicht bis nach den Eisheiligen warten möchte, kann seine Pflänzchen dienen auf der Fensterbank vorziehen. Und wem das alles zu umständlich ist, der geht einfach ins Gartencenter und kauft sich "fertige" Jungpflanzen.

Ausreichend Nährstoffe bekommt der grüne Nachwuchs aus den Erdschichten des Hochbeets. Wenn die Pflanzen trotzdem nicht so recht gedeihen wollen, kann es daran liegen, dass sie ihre Nachbarn nicht mögen – also, nicht die in der Wohnung nebenan, sondern die im Beet. Es gibt da nämlich echte Powerpaare wie zum Beispiel Erdbeeren und Radieschen, Kartoffeln und Pfefferminze oder Tomaten und Knoblauch, und eben auch solche, die sich gegenseitig das Leben schwer machen, wie etwa Zwiebeln und Lauch, Kohl und Kopfsalat oder Erbsen und Bohnen.

Bemuttern

Wasser, Licht und Liebe sind die besten Zutaten für ein erfülltes Pflanzenleben – und dazu eine scharfe Schere. Denn viele Blumen (darunter Dahlien, Duftwicken oder auch viele Rosensorten) produzieren umso mehr Blüten, je häufiger man welche für die Vase Abschneidet oder sie abzwickt, weil sie verwelkt sind. Wenn man bei Spinat oder Salat nut die äußeren, dunkleren Blätter erntet, treiben die Pflanzen immer wieder neu aus. Und auch bei Tomatenpflanzen hilft regelmäßiges "Ausreizen". Dabei werden den kleinen Seitentriebe, die zwischen dem Hauptteil und den Stielansätzen der Blätter sprießen, herausgebrochen. Dadurch steckt die Pflanze ihre ganze Energie in den Haupttrieb und neue Blüten, statt sie bei der Produktion zu verpulvern. Was man sonst noch für seine Beetbewohner tun kann? Raupen ansammeln, Blattläuse regelmäßig mit einem feuchten Tuch vorsichtig abstreifen, Schnecken fangen (kommt auf dem Balkon aber zum Glück relativ selten vor) und bei Bedarf – in der Regel erst ab dem zweiten Jahr – mit organischem Dünger nachdüngen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich im Guido Deko Queen Heft Nr. 03/2021.

Guido

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