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Minimalismus-Küche Das Super-Rezept

Minimalismus-Küche: Gemüse auf Teller
© Garnar / Shutterstock
Alles in einem Topf, maximal 20 Minuten Arbeit oder nie mehr als sechs Zutaten: Foodautorin Sophia Schillik verrät, warum Minimalismus-Küche uns richtig happy machen kann.

Warum sollten wir uns auch in der Küche auf das Wesent­liche konzentrieren? 

Wir leben in einer Welt ständiger Reizüberflutung und permanenten Leistungsdrucks. Ich glaube, es tut uns allen gut, mal eine Stufe zurückzuschalten und uns zu erlauben, nicht immer nur zu performen. 

Was heißt das fürs Kochen?

Essen soll uns nähren und glücklich machen. Und Kochen soll Spaß bringen! Minimalismus bedeutet für mich die Kunst der sinnvollen Reduktion, des Weglassens. Man kann eben auch mit wenigen Schritten und geringem Aufwand maximalen Genuss schaffen und zelebrieren. Das nimmt sehr viel Druck raus. 

Das bedeutet aber wahrscheinlich nicht, dass wir jeden Tag Nudeln mit Pesto essen?

Ganz im Gegenteil! Auch als Küchen-Minimalist kann und darf man abwechslungsreich und clever bis raffiniert kochen. Wichtig ist, dass man hochwertige Zutaten verwendet – das ist schon die halbe Miete. Ein bisschen Struktur hilft übrigens auch, das Ganze zu entkomplizieren: Einkaufslisten, Wochenpläne, Meal-Prep usw.

Was sind deine Küchen-Heroes? 

Zitronen, Parmesan, Senf, Butter, Olivenöl und einen guten Essig findet man bei mir in jeder Lebenslage, außerdem Ahornsirup und Honig zum Süßen. Zu den Basics gehören natürlich auch Salz und mein geliebter Kampotpfeffer sowie frische Kräuter. Wenn man dann noch einen Becher Schmand oder Joghurt im Kühlschrank hat und frisches Gemüse der Saison, lässt sich schon jede Menge zaubern 

Essen wir dadurch gesünder?

Das würde ich so nicht sagen. Aber wenn man es schafft, täglich mit ­frischen Zutaten zu kochen und so bunt und abwechslungsreich wie möglich, versorgt man den Körper mit allen essenziellen Nährstoffen und muss nichts mehr supplementieren. Am besten nimmt man beim Einkaufen alles mit, was einen anlacht, und isst nicht jede Woche das Gleiche. 

Müssen wir auf irgendwas verzichten?

Nein, Verbote gibt es bei mir nicht. Alles ist erlaubt: Butter, Kohlen­hydrate, Fleisch, Fisch, auch mal ein Stück Kuchen – aber eben immer alles in Maßen. Das Einzige, was ich weitestgehend vermeide, ist ­raffinierter Zucker. 

Mit welchem Blitzrezept kann ich andere beeindrucken?

Ich erinnere mich noch an ein verlängertes Date, dem ich eines Morgens ein Omelett mit Pfifferlingen, Ricotta und karamellisierten Zwiebeln kredenzt habe – und an seinen Gesichtsausdruck beim Essen. Das ist easy, geht schnell und macht ­richtig was her.

Sophias all-time-Favourite!

Süßkartoffeln mit Zitronen-Miso-Creme

Für 4 Portionen:

  • 4 Süßkartoffeln
  • 1 Bio Zitrone 
  • 350g Crème fraîche
  • 1½ EL helle Misopaste
  • 50g geröstete Salzmandeln
  • 50g geröstete Sojakerne

1. Den Backofen auf 200 Grad (Umlauft 180 Grad) vorheizen. Süßkartoffeln gründlich waschen, rundherum mit einer Gabel einstechen und auf ein Backblech legen. Je nach Größe 35-40 Minuten weich garen.

2. Inzwischen Bio-Zitrone waschen, trocken tupfen, die Schale fein abreiben und den Saft auspressen. Beides mit Crème fraîche und Misopaste glatt verrühren. 

3. Die Süßkartoffeln auf zwei Teller verteilen und der Länge nach aufschneiden. Zitronen-Miso-Creme, Salzmandeln und Soja- kerne darübergeben. 

Klingt lecker? Noch mehr köstliche Rezepte findet ihr in Sophias Buch "Minimalismus-Küche".

Dieser Artikel erschien ursprünglich im Guido Heft Nr. 05/2021.

Guido

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