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Wir klären auf 10 Garten-Mythen mit denen du nicht gerechnet hättest

Wir klären auf: Frau pflanzt Blumen im Garten ein
© ronstik / Shutterstock
Die verschiedensten Mythen ranken sich rund um Gartenarbeit und Pflanzenpflege. Sollten Pflanzen wirklich nicht bei Sonne gegossen werden? Wachsen Pflanzen besser, wenn man mit ihnen spricht? Hilft Bier gegen Schädlinge? Wir klären, was es damit auf sich hat. 

1. Niemals die Pflanzen in der prallen Sonne gießen 

An dem Mythos, dass Pflanzen nicht in der prallen Mittagssonne gegossen werden sollen, ist tatsächlich etwas dran. Gemeint ist damit der "Brennglas-Effekt". Dieser besagt, dass durch die Wassertropfen auf den Blättern einzelne Verbrennungen entstehen, da sich dort das Sonnenlicht bündelt. Dies ist zwar möglich, aber relativ unwahrscheinlich. 

Der wesentlich wahrscheinlichere Grund, Pflanzen besser zu einer anderen Zeit zu gießen, ist aber, dass die pralle Sonne das Wasser schneller verdunsten lässt und somit nicht rechtzeitig an den Wurzeln ankommt – pure Wasserverschwendung, also lieber Pflanzen gießen, wenn es draußen dunkel wird.

2. Rostige Nägel sorgen für besonders farbige Blüten

Rostige Nägel in die Erde zu stecken, sodass die Blumen besonders farbige Blätter bekommen, ist ein bereits sehr alter Mythos. Die Pflanze soll das Eisen der Nägel aufnehmen. Doch ist da was dran? 

Jein. Bei der Blütenverfärbung spielen vor allem noch andere wichtige Faktoren ein Rolle wie beispielsweise der pH-Wert und der Aluminiumgehalt. Damit Eisen-Ionen von einer Pflanze überhaupt aufgenommen werden können, muss der pH-Wert unter sechs liegen und der Boden somit sauer sein. Rostige Nägel allein intensivieren die Farben der Blütenblätter also nicht.

3. Verwelkte Blumen und Blätter sollten sofort entfernt werden

Blätter, die bereits verwelkt oder braun verfärbt sind, sollten umgehend entfernt werden? Das stimmt nur teilweise. Denn es sollte wirklich nur der Teil des Blattes entfernt werden, der verwelkt ist und nicht gleich alles, was das Auge stört – nur dann kann die Pflanze im nächsten Jahr wieder erneut aufblühen. Denn sie braucht die grünen Blätter für die Fotosynthese, sodass Energie und Nährstoffe darin gespeichert werden können.

4. Keine Pflanzen ins Schlafzimmer stellen

Pflanzen atmen uns die Luft weg? Von wegen. Pflanzen nicht im eigenen Schlafzimmer zu haben ist nur aus einem Grund bedenklich: Allergien. Manche Menschen, besonders Kleinkinder, reagieren negativ auf Pflanzen und ihren Geruch in der unmittelbaren Schlafumgebung. Darüber hinaus aber verbessern sie das Raumklima. Pflanzen geben Sauerstoff ab und reinigen die Luft von Schadstoffen. Die "Clean Air Studie" der NASA belegt das. Demnach sollte mindestens eine Zimmerpflanze pro neun Quadratmeter aufgestellt werden, damit die Luft wirklich gereinigt werden kann. 

5. Lieber zu viel als zu wenig gießen

Beim Pflanzengießen gilt "mehr ist mehr"? Im Gegenteil: Zu viel Wasser kann bedeuten, dass die Wurzeln dauerhaft feucht sind und so keine Nährstoffe mehr aufnehmen können. Auch kann sich Schimmel auf der Oberfläche der Erde bilden und die Blätter braun färben. Zu viel Wasser lässt die Pflanze also eher ertrinken. 

6. Ein Glas Bier hilft gegen Schnecken

Bier ist wohl nicht nur bei uns Menschen beliebt. Auch Schnecken lieben das hopfenhaltige Gebräu – das ist die Chance, sie vom Knabbern am Gemüsebeet abzuhalten. Der Mythos, dass Bier eine Schädlingsfalle sein kann, bewahrheitet sich also. Mit einer Bierfalle kannst du die Schädlinge also von den Pflanzen weglocken. Stelle also einfach eine Schüssel oder ein Glas mit Bier neben die befallene Pflanze.

7. Den Pflanzen gut zureden

Es scheint ein bisschen verrückt, aber mit Pflanzen zu reden tut ihnen tatsächlich gut. Beim Sprechen stoßen wir CO₂ aus, was die Pflanze bei der Fotosynthese benötigt, um Zucker zu produzieren. Außerdem werden beim Reden Schallwellen ausgestoßen, die ebenfalls gut für Pflanzen sein können.  Eine direkte Antwort werden wir dabei nicht bekommen – aber mit ein bisschen Geduld wird sie sich mit gesundem Wachstum bedanken.

8. Zu viel düngen gibt es nicht

Durch Dünger soll der Pflanzenwachstum angeregt werden. Jedoch verhält es sich da ähnlich wie mit "zu viel gießen schadet nicht", – es schadet doch. Am besten genau so viel düngen wie vorgeschrieben, vorzugsweise so wenig wie möglich.  Eine Überdüngung ist für Pflanzen mindestens so gefährlich, wie es ein Mangel an Nährstoffen ist.

9. Die morgendliche Ernte schmeckt viel besser 

Tatsächlich wird empfohlen, Frucht- und Zwiebelgemüse, Kürbisgewächse und Kräuter am Morgen zu ernten. Der Grund: Über den Tag verdunstet das Wasser in den Pflanzen und sie werden zum Abend hin weicher und somit schlechter haltbar. Sonne und Hitze kann die Blätter austrocknen und sie verlieren eher ihr Aroma – besonders Kräuter sind am Morgen aromatischer. 

Hingegen wird empfohlen, Blatt-, Wurzelgemüse und Obst erst am Abend zu ernten. Das liegt am Nitratanbau. Über Nacht nehmen nitratreiche Pflanzen diesen Stoff aus dem Boden auf und brauchen den Tag über, um ihn wieder abzubauen – am Abend sind sie dann bereit für die Ernte.

10. Der Gartenteich muss algenfrei sein

Dieser Mythos lässt sich nicht bewahrheiten. Sie mögen vielleicht optisch stören, aber für einen Teich sind Wasserpflanzen elementar wichtig – dazu gehören auch Algen. Viele im Teich lebende nützliche Organismen ernähren sich von ihnen. Deshalb sollte nur darauf geachtet werden, dass das Wachstum kontrolliert bleibt, sie jedoch nicht komplett entfernt werden. 

Guido

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