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Nette Geste Studie zeigt: Freundlichkeit ist ansteckend

Nette Geste: Studie zeigt: Freundlichkeit ist ansteckend
© fizkes / Adobe Stock
Wenn uns schlechte Nachrichten überhäufen und die globale Situation aussichtslos scheint, brauchen wir ein Licht am Ende des Tunnels: Freundlichkeit. Gut, dass sie laut dieser Studie ansteckend ist!

Kennt ihr das Gefühl, nachdem ihr etwas Nettes tut? Zum Beispiel etwas spenden, eurer Oma den Lieblingskuchen backen oder einer flüchtigen Bekannten auf der Straße ein offenes Ohr schenken, damit sie sich über etwas auslassen kann. Egal, ob emotional oder materiell: In solchen Momentan habt ihr etwas gegeben. Und erwartet ganz vielleicht sogar etwas zurück. Ein "Danke", ein Lob, das Doppelte von dem, was wir gegeben haben. 

Nette Geste: Wenn wir geben, fühlen wir uns gut

Eine Studie der UT Austin McCombs School of Business und der University of Chicago hat herausgefunden, dass Personen, die etwas geben, dazu neigen den Fokus mehr auf die Handlung an sich zu legen. Diejenigen, die etwas empfangen, konzentrieren sich viel mehr auf das wärmende, wohltuende Gefühl, das mit der netten Geste ihres Gegenübers einherkommt. Handlungsfokussierte Geber:innen können sich durch ihre Erwartungen selbst daran hindern, sozialer und hilfsbereiter zu sein. Total verständlich. Denn wer nur gibt, weil er:sie sich etwas daraus erhofft, wird am Ende des Tages vermutlich öfter enttäuscht werden. Und wer es nur für das eigene Wohlbefinden tut, kann nicht die ganzen Vorteile des Gebens ausschöpfen: "Nett sein trägt dazu bei, dass wir uns selbst gut fühlen. Was wir allerdings nicht verstehen ist, wie gut sich die andere Person dabei fühlt", erklärt Marketing Assistenzprofessor Amit Kumar. "Und die Tatsache, dass du nett zu anderen bist verleiht dem, was sie von dir empfangen, immensen wert."

Eine Ansteckungsgefahr, der wir uns gerne aussetzen

Um das zu bewerten, haben Kumar und Nicholas Epley im Labor folgendes Experiment durchgeführt: Bevor ein Spiel gespielt wurde, haben die Teilnehmer:innen der Studie entweder ein Geschenk von dem Labor-Kiosk erhalten oder von anderen Teilnehmer:innen. Alle, die ein Geschenk erhalten haben, wurden darum gebeten 100 US-Dollar zwischen sich und einem:einer unbekannten Empfänger:in aufzuteilen. Die beiden Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Teilnehmer:innen, die ein Geschenk von anderen erhalten haben, viel großzügiger zu Fremden waren: Sie haben die 100 US-Dollar gerechter aufgeteilt. Im Schnitt gaben sie 48.02 US-Dollar, während diejenigen mit dem unpersönlicheren Labor-Kiosk-Geschenk nur 41,20 US-Dollar weitergaben. 

Kumar stellt fest: Wer aus dem Akt der Freundlichkeit heraus etwas erhalten hat, empfindet eine höhere Bereitschaft anderen gegenüber diesen "Dienst" zu leisten: "Großzügigkeit ist ansteckend." Eine prosoziale Handlung, also etwas bewusst sowie freiwillig zu tun, einzig um anderen eine Freude zu bereiten, funktioniert wie ein Schneeballsystem. Die Empfänger:innen geben es weiter, wodurch sich Freundlichkeit verbreiten kann. 

Quelle: University of Texas at Austin

Guido

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