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Psychologie 5 Anzeichen, dass du deine mentale Gesundheit schleifen lässt

Psychologie: Frau sitzt nachdenklich auf dem Bett
© Galina Zhigalova / Shutterstock
Dir geht's eigentlich gut – aber trotzdem läufst du nur auf Sparflamme? Zeit, der mentalen Gesundheit einen Selfcare-Check zu widmen. Denn die lassen wir in stressigen Zeiten gerne mal schleifen.

Der Stress auf der Arbeit lässt nicht nach. Zuhause stapeln sich die Wäscheberge. Der Anrufbeantworter blinkt vorwurfsvoll. Und der Terminplaner hatte auch schonmal weniger zu tun. Ganz ehrlich: wir leben in fordernden Zeiten. Schleichend hat die Schnelllebigkeit der Gesellschaft weiter zugenommen – und selbst die Pandemie konnte ihr nur kurzzeitig den Stecker ziehen. Kaum dreht sich der Alltagskreisel weiter, nimmt er mit jedem Termingewicht mehr Schwung auf. Und am Ende ist uns ganz schwindelig vor Stress.

Oft sind wir für einen Teil dieses Unworts, das wirklich bereits lange genug unsere Gespräche und Leben dominiert, für einige gar zum Statussymbol geworden zu sein scheint, selbst verantwortlich. Denn was wir bei all den To Dos ungern links liegen lassen, ist unsere körperliche Verfassung. Schließlich werben Fitnessstudios mit 24-Stunden-Öffnungszeiten, klauen uns Ausreden von "zu früh" bis "zu spät" und überhaupt sind Sport und gesunde Ernährung doch gerade total in – und wenn andere sie sogar in ihren Social-Feed unterbringen, werden wir da jawohl auch in unserem Alltag können. Also wird gearbeitet, gestrampelt, gelaufen, eingekauft und in regenbogenfarben gekocht, um dann mit halboffenen Augen eine bunte Bowl zu verdrücken, die uns immerhin mit Ballaststoffen versorgen dürfte. Nur haben wir eigentlich genug Ballast. 

Das Kümmern um die eigene Gesundheit ist heutzutage zu einer der vielen Alltags-To-Dos geworden. Es liegt im Trend. Das ist gut. Oder? Wieso fühlen wir uns dann trotzdem so ganz und gar nicht gesund? Weil wir bei all dem Betüdeln der Physis gerne einmal die Psyche vergessen. 

Auch unsere mentale Gesundheit braucht Pflege. In stressigen Zeiten lassen wir sie oft als erstes schleifen – denn sie macht lange mit, bevor sie anfängt zu meckern. Dann wird sie jedoch nachtragend und lässt uns die Missachtung lange spüren. Deswegen nehmen wir uns jetzt vor, besser auf uns zu achten – und zwar auf unseren Körper und unseren Geist. 

5 Anzeichen, dass deine Psyche etwas Pflege verdient hat

Du kommst schlecht aus dem Bett.

Egal ob Lerche oder Eule: der Schlaf ist ein wunderbares Fenster in unseren Kopf. Veränderungen – wie Einschlafprobleme, häufiges Aufwachen, nicht aus dem Bett kommen oder verwirrende Träume – können uns etwas über unseren Gemütszustand im Allgemeinen sagen. Wir müssen nur hinhören.

Du vernachlässigst Gewohnheiten.

Es ist ein gemeiner Teufelskreis, ja. Aber wenn es stressig wird, streichen wir oft zuerst die Dinge, die wir eigentlich dringend brauchen. Zum Beispiel Yoga am Morgen. Die Meditation. Das ausgewogene Frühstück. All das, was wir streichen, weil wir schlecht schlafen und lieber liegen bleiben. Nur noch die Dinge zu tun, die notwendig sind, nicht mehr die, die gut tun, ist ein eindeutiges Warnsignal. Denn letztere sind es, die unser Sicherheitsnetz im Alltag bilden, die uns vor zu viel Stress schützen, uns Resilienz lehren und vor allem, auf uns zu achten.

Du bekämpfst physische Symptome ohne körperliche Ursache mit einfachen Mitteln

Du hast Kopfschmerzen, doch der Arzt findet keine Ursache. Dein Rücken schmerzt, aber du hast keine Zeit für Ausgleichssport – also greifst du zu Medikamenten und kleinen Mittelchen, die sich schnell in den Alltag unterbringen lassen, ohne dich auszuknocken. Dabei sind körperliche Beschwerden, für die es keine physische Ursache gibt, oft ein eindeutiges Rütteln unserer Psyche, die auf sich aufmerksam machen will. 

Du ertappst dich dabei, Emotionen zu unterdrücken, um zu funktionieren.

Das gilt übrigens nicht nur für Schmerzen. Auch Gefühle können unpassend kommen – das klingt beim Schreiben schon ungesund. Trotzdem lernen wir heutzutage oft, unsere Emotionen herunterzuschlucken und zu kontrollieren, statt sie auszuleben, schlichtweg weil sie uns gerade nicht in den Kram passen. Das Problem dabei: sie sind nicht weg, sondern lediglich von der Oberfläche verdrängt. Und das bereitet uns langfristig viel größere Probleme. Gefühle zu unterdrücken, sollten wir uns also gar nicht erst angewöhnen.

Du sagst deine Hobbys ab und verbringst deine Freizeit auf dem Sofa.

Und am Ende des Tages, wenn wir eigentlich Zeit für die schönen Dinge hätten, für all das, was wir beiseite geschoben haben, fühlen wir uns nur noch leer – und fallen aufs Sofa. Eine Therapeutin erklärte mir einmal, dass ein frühes Burnout-Symptom sei, die Abstriche nicht auf der Arbeit, sondern in seiner Freizeit zu machen. Ertappt? Freizeitstress ist natürlich auch keine Lösung, aber ab und an sollten wir ein Erlebnis fernab unseres Zuhauses und mit Hobbies oder Menschen füllen, die uns gut tun – und unsere mentalen Akkus wieder aufladen.

Guido

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