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Psychologie 7 unbequeme Fragen, die wir uns jetzt trotzdem stellen

Psychologie: Frau schaut auf Insel im Meer
© everst / Shutterstock
Das ist simple Psychologie – viele Fragen stellen wir liebend gern anderen, aber ungern uns selbst. Zum neuen Jahr trauen wir uns mal. 

Kennt ihr die kleinen Verhörspiele, die gerade ihr Comeback feiern? Was würdest du deinem 18-jährigen Ich raten, welche Entscheidung bereust du… lauten die Fragen, die auf kleinen Kärtchen gedruckt sind und uns wieder zu tiefgründigeren Gesprächen mit unseren Mitmenschen animieren sollen. Eigentlich handelt es sich dabei um eine erweiterte Form von Wahrheit oder Pflicht – nur dass die Pflicht ausbleibt und man sich schlichtweg unterhält. Und in der Tat kann man dabei einiges über Familie und Freund:innen erfahren, was man sich sonst vielleicht nicht zu fragen getraut hätte. Es gibt dabei nur ein Problem: Meistens machen diese Spiele genau so lange Spaß, bis wir selbst an der Reihe sind. 

Denn während wir mit anderen gern über ihr Leben und dessen Abzweigungen reden, es spannend finden, wann sie welchen Weg gewählt haben und wieso, gehen wir mit uns selbst doch eher selten ins Gespräch. Wenn wir mit anderen reden, dreht sich vieles um die Retrospektive, Dinge, die bereits geschehen und entschieden sind. Mit uns selbst müssen wir sie vielmehr erst selbst ausdiskutieren – und mit den Konsequenzen leben, die sich ergeben, wenn mir mal tief in uns hineinhorchen.

Manche Aspekte des Lebens sehen wir so gegeben an, dass wir sie selten hinterfragen. Nicht nur, weil sie uns schon seit Jahren begegnen. Sondern manchmal auch, weil wir fürchten, einen Umbruch auszulösen. Stellen wir uns unangenehme Fragen, sind ehrlich zu uns selbst und merken dabei vielleicht, dass wir die eine oder andere falsche Abzweigung genommen haben, bedeutet das auch immer: Vor uns steht eine Veränderung. Und vielleicht der eine oder andere Umweg, bevor wir zurück auf unsere Route gelangen.

Trotzdem: Es lohnt sich, einige Fragen zum Jahresbeginn mal mit sich selbst zu besprechen. Sie können uns mal wieder eine neue Perspektive auf unser Leben geben – und dabei Hoffnung schenken, wie viele Möglichkeiten vor uns liegen. Immer noch Angst? Dann stell dir einfach vor, wie du in einigen Jahren in besagtem Kartenspiel deinen Freund:innen mal richtig was zu erzählen hast.

7 unbequeme Fragen, die wir uns von Zeit zu Zeit selbst stellen sollten

Bin ich glücklich mit meinem:meiner Partner:in?

Autsch. Die Beziehung stellt man ungern in Frage, erst recht, wenn sie schon lange besteht. Deswegen merkt man oft aber auch erst sehr spät, wenn man gar nicht mehr glücklich ist. Umso schöner kann aber auch das Gegenteil ausfallen, wenn man feststellt: Man würde sich bewusst immer wieder füreinander entscheiden. 

Würde ich mich heute wieder für den Job entscheiden, den ich ausübe?

Und wenn nein: Was würde ich stattdessen gerne tun? Oft haben wir so eine starke Arbeitsmoral, dass wir gar nicht merken, dass wir uns in einem Beruf verrannt haben, der uns nicht guttut. Stressbeschwerden sind die Folge. Wenn wir schon einen Großteil unseres Lebens mit Arbeit verbringen, sollte diese uns zumindest ein wenig Spaß bringen – und es ist nie zu spät, sein (berufliches) Leben zu ändern.

Würde ich im Lotto gewinnen, was würde ich als Erstes an meinem Leben ändern?

"Was wäre wenn…", neigen wir oft zu träumen. Manche unserer Wünsche kommen uns aber unerreichbarer vor, als sie wirklich sind. Ist dein Traum wirklich von Geld abhängig? Oder könntest du ihn auch ohne den Lottogewinn realisieren? Ein solches Gedankenspiel hilft oft, einen Schritt aus seinem Leben herauszutreten und zu betrachten, was man davon behalten möchte – und was sich ändern soll.

Wer oder was bestimmt mein Leben?

Apropos Abhängigkeiten: Lebst du gerade nach deinen Bedürfnissen oder nach denen der anderen? Und wie würdest du entscheiden, wenn es nur nach dir ginge?

Welche Menschen könnte ich anrufen, wenn ich morgen obdachlos wäre?

Je älter wir werden, desto weniger Zeit für Freund:innen haben wir. Umso wichtiger, sie mit den Menschen zu verbringen, die uns wirklich wichtig sind – und denen wir es auch sind.

Wenn mein Leben morgen vorbei wäre: Was würde ich noch machen wollen?

Eine klassische Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Im Grunde geht es hier nicht darum, einen Fallschirmsprung zu planen oder um die Welt zu reisen, sondern zu überlegen, ob man gerade wirklich aktiv lebt oder das Leben eher an einem vorüberzieht.

Wovor habe ich am meisten Angst?

"Ich kann das nicht", ist einer der beliebtesten Gedanken, um uns aus neuen Herausforderungen herauszureden. Wovor hast du wirklich Angst? Schauen wir mal hin statt weg, werden Ängste oft viel kleiner – und wir können uns mit ihnen anfreunden.

Guido

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