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Mental Wellness 8 Wege, deine Psyche in Krisenzeiten zu stützen

Mental Wellness: Grafik Blumen gießen im Kopf
© Olga Strel / Shutterstock
Nicht nur unser Körper verdient ab und an ein wenig Fürsorge, auch unsere Psyche hat Unterstützung verdient – erst recht, wenn die Welt mal wieder in Schieflage gerät. Diese 8 Mental-Wellness-Strategien rücken das Leben vielleicht nicht wieder gerade, aber unsere Sicht darauf.

Ich brauche dringend einen Wellness-Urlaub! Völlig akzeptierte Floskel. Wir suchen uns ganz selbstverständlich eine Physiotherapie, wenn der Rücken weh tut, nehmen Medikamente, wenn wir Schmerzen haben, mieten uns sogar in Gesundheitshotels ein und gönnen unserem Körper eine Auszeit, wenn wir gestresst sind. Und erzählen danach frei und beschwingt bei der Arbeit davon. Ja, wir melden uns krank, wenn unser Körper klagt. Aber nicht, wenn unsere Psyche schreit.

Dabei ist es völlig natürlich, dass Veränderungen, seien sie extern oder intern, positiv oder negativ, Auswirkungen auf die Gefühlswelt haben. Problematisch wird es tatsächlich erst, wenn wir diesen Fakt ignorieren – und unsere Psyche sich irgendwann seinen Weg durch den Körper sucht und uns Beschwerden bereitet. Dabei will sie uns gar nichts Böses, sie fordert schlichtweg die Aufmerksamkeit, die ihr gebührt. Und die geben wir ihr jetzt mal.

8 Tipps, wie du deine Psyche in Krisenzeiten unterstützen kannst

1. Sich 24 Stunden lang rausnehmen

Unter Therapeut:innen ein gern gesagter, von Patient:innen weniger gern gehörter Satz: Wenn du merkst, dass deine Psyche dein körperliches Befinden beeinflusst, nimm dich für 24 Stunden raus. Das kann sich durch Konzentrationsschwierigkeiten, innere Unruhe oder Grübelei bemerkbar machen – egal was es ist, wenn wir merken, dass uns psychisch etwas belastet, ist das ein genauso legitimer Grund, sich krankzumelden, wie wenn ein Virus in uns wütet. Wer noch im Hamsterrad steckt, dem könnte folgender Vergleich helfen: Wir fallen krankheitsbedingt viel weniger aus, wenn wir frühzeitig auf uns achten und uns rausnehmen, als wenn wir unsere mentalen Grenzen stetig überschreiten und irgendwann gar nicht mehr können. 

2. Nicht funktionieren

Und diese 24 Stunden sind nicht dazu da, einmal alles zu erledigen, was liegengeblieben ist. Vielmehr kann man sich den selbst auferlegten Wellness-Urlaub für die Psyche wie eine kleine Pause-Taste vorstellen. Schau einmal, was wirklich relevant ist (zum Beispiel die Kinderbetreuung), und ob diese auch ohne dich funktioniert. Fahre dich und deinen Alltag also selbst zwischendurch ruhig mal auf Sparflamme. Das ist leichter gesagt als getan, geht dafür aber auch nur unter einer Prämisse, die man dabei wunderbar übt: ehrlich sein und nach Hilfe fragen.

3. Sauberes Umfeld schaffen

Abgesehen von der Zwangspause ist es für manche Menschen buchstäblich reinigend, die Wohnung zu putzen. Ausmisten, aufräumen, durchsaugen. Zum einen sind wir dabei mit den Händen und nicht mit dem Kopf beschäftigt und können den Gedanken mal freien Lauf lassen. Zum anderen hilft es gerade visuellen Menschen, sich innerlich aufgeräumter zu fühlen, wenn ihr Umfeld ordentlich ist.

4. Meditationsspaziergang

Meditation wird in jedem Entspannungsratgeber genannt, das hat aber auch einen Grund: Gerade wenn du das Gefühl hast, für Meditation zu rastlos zu sein, wirst du überrascht sein, wie viel sie bewirkt. Fühlst du dich anfangs noch unruhig, versuche es mit einem Meditationsspaziergang. Dabei kannst du dir eine Meditation anhören und ganz bewusst dein Umfeld auf dich wirken lassen. Diese Achtsamkeit kann man übrigens lernen, sodass man mit der Zeit automatisch mehr Sinn für das Schöne in seiner Umgebung bekommt. 

5. Auf ein To-do kommt ein To-enjoy 

Gerade wenn du dich überfordert fühlst, kann es helfen, einmal alle Aufgaben aufzuschreiben. Bevor du deine To-do-Liste dann wahnhaft abarbeitest, teile sie auf. Was ist wirklich wichtig – und was kann warten? Nimm dir erstmal nur eine Aufgabe pro Tag vor. Jetzt kommt der Trick: Auf jedes To-do sollte eine Belohnung folgen. Überlege dir morgens bereits, worauf du dich am Tag freust. Einzeln wirken die To-dos meist gleich weniger bedrohlich, gleichzeitig können wir sie mit dieser Übung positiv verknüpfen.

6. Worst- durch Best-Case-Szenarien ersetzen

Wer viel grübelt, wird wissen: Selten malen wir uns das Happy End aus. Wieso eigentlich? Wenn du dich das nächste Mal dabei ertappst, dich um etwas zu sorgen und dir dabei den schlimmstmöglichen Ausgang vorstellst, stell dir innerlich eine Weggabelung vor. Eine Seite ist abgesperrt. Stattdessen gibt es eine weitere Abzweigung zum bestmöglichen Ende. Was wäre denn das Schönste, was passieren könnte? Durch schöne Vorstellungen programmieren wir uns selbst langfristig auf Optimismus um. 

7. Klassische Musik hören

Kommen wir zu den äußerlichen Einflüssen, die helfen können. Es ist kein Zufall, dass in Arztpraxen oft klassische Musik gespielt wird. Klassik wird mittlerweile sogar in der Therapie von Ängsten und Depressionen eingesetzt. Die Klänge können gegen Stress, Schlafstörungen und sogar Schmerzen helfen. 

8. Baden, saunieren, schwitzen

Keine Sorge, auch im Mental Wellness kommen klassische Entspannungsmethoden nicht zu kurz. Baden, saunieren und schwitzen tut nicht nur körperlich gut, sondern sorgt oft nebenbei dafür, dass wir uns selbst wieder mehr spüren und ganz bei uns sind. Das hilft vor allem, wenn man sich mal wieder in den eigenen Gedankenspiralen verirrt hat und sich über den Körper wieder mit der Realität verbinden will. Gleichzeitig fühlt sich die Wärme wie eine wohlige Umarmung an – und in der Dampfsauna lassen wir den Dunst in unserem Kopf gleich mit zurück.

mjd Guido

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