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Yoga und Journaling? Nö. 6 Dinge, die gelassene Menschen wirklich anders machen

Psychologie: Gelassene Frau
© Olena Yakobchuk / Shutterstock
Wieso bleiben manche Menschen eigentlich immer gelassen? Und das auch noch so ganz selbstverständlich? Wir haben uns auf die Suche nach der Gelassenheitsformel fernab von Yoga und Co. gemacht. 

Kennt ihr diese Menschen, die immer in sich ruhen zu scheinen? Der Bäcker ist ausverkauft, der Kaffee fällt runter, der Bus verspätet sich. Und während wir im Inneren bereits brodeln, setzen sie sich entspannt auf eine Bank und wartet auf den nächsten. Leicht bewundernd erwischt man sich dann durchaus dabei, zu der Person herüber zu schielen – um vielleicht doch ein Zeichen von Stress zu erhaschen. War das ein Augenrollen? Sind das Sorgenfalten? Nein, sie lacht sogar! Wie macht sie das bloß?

Ähnliche Situationen erleben wir auf der Arbeit, aber auch im Privat- und Familienleben. Manche Menschen nehmen das Leben, wie es kommt, lassen sich treiben und surfen auf den Wellen, als hätten sie nie anderes gemacht. Während wir bereits von der nächsten Strömung mitgerissen werden, bevor wir überhaupt Luft holen können. 

Entspannte Menschen werden von tendenziell eher Gestressten oft wie ein exotisches, magisch anziehendes Tier wahrgenommen. Dabei ist Gelassenheit durchaus lernbar. Und nein: wir sprechen nicht von einer weiteren Yoga-Routine vor der Arbeit und der Meditation in der Mittagspause. Achtsamkeitsübungen haben sicherlich ihre Berechtigung und versteht uns nicht falsch – wir sind große Yoga-Fans – aber wir sind auf der Suche nach den wahren Angewohnheiten, denen die Gelassenen unter uns so selbstverständlich nachgehen und von denen wir uns gerne eine Scheibe abschneiden würden. Und wir denken, wir haben da ein paar gefunden. Vorhang auf …

6 Angewohnheiten von gelassenen Menschen

1. Sie ignorieren Nachrichten.

Unsere Zeit ist spätestens seit dem Besitz von Smartphones zunehmend fremdgesteuert. Kaum blinkt oder bimmelt das Handy, greift unsere Hand fast automatisch danach. Symbole zeigen an, ob unsere Nachrichten gelesen wurden, wer gerade online ist. All das erzeugt einen ungemeinen Druck, immer, überall und sofort erreichbar zu sein. Müssen wir aber gar nicht. Lernen wir, nicht augenblicklich auf Nachrichten zu reagieren, nehmen wir eine ungemeine Last von unseren eigenen Schultern.

2. Sie setzen sich ein Termin-Limit.

Kennst du es, wenn du zu sämtlichen Treffen zusagst und plötzlich ist jeder Tag der nächsten Woche schon wieder verplant? Da gibt es eine simple Übung: Sich ein Limit an Terminen pro Woche setzen. Ist dieses erreicht und jemand fragt, ob man Zeit hat, lautet die Antwort nein – denn man auch wir selbst brauchen Freiraum, um aufzutanken.

3. Sie üben sich im Abwarten und Atmen.

Das ist wohl eine der schwierigsten Gelassenheitsübungen, die uns aber am weitesten bringt: Unsicherheiten aushalten. Ein Sprichwort besagt, dass, wer sich vor einer Sache bereits vorher verrückt macht, den Stress doppelt erlebt – an besagtem Termin und seit dieser feststeht. Besser ist es, abzuwarten und sich dann mit Dingen auseinanderzusetzen, wenn sie wirklich eintreten. Dabei das tiefe Durchatmen nicht vergessen, dann das geht uns im Alltag tatsächlich oft verloren.

4. Sie wissen, dass Kontrolle ein Irrglaube ist.

Wie schön es doch wäre, alles unter Kontrolle zu haben? Und wie unglaublich langweilig! Das Leben ist nun einmal nicht kontrollierbar – wenn wir akzeptieren, dass wir nicht alles steuern können, nehmen wir uns auch ein Stück Verantwortung. Kontrolle abgeben kann sich ganz schön gut anfühlen.

5. Sie führen eine To-Don't-Liste.

To-Do-Listen sind schön, schöner aber die, die wir streichen. Gelassene Menschen kennen ihre Grenzen und wissen, dass sie nicht alles schaffen können und müssen – und sie das nicht schlechter macht. Einfach mal Dinge nicht machen, die nicht wichtig sind und lernen, dass davon nicht die Welt untergeht.

6. Sie mögen Macken.

Macken machen liebenswert. Jaja, haben wir oft gehört, aber mal im ernst: Wer sich in seinem Umfeld mal umschaut und bewusst auf vermeintliche Makel der Mitmenschen achtet, wird feststellen – wir sind alle auf unsere Art ein bisschen komisch. Deswegen brauchen wir selbst gar nicht erst nach Perfektion zu streben!

mjd Guido

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