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Psychologie 6 ungewöhnliche Zeichen, durch die dir dein Körper zeigt, dass du gestresst bist

Stress-Gefühle: Junge Frau liegt auf dem Boden umgeben von Lernmaterial
© B-D-S Piotr Marcinski / Shutterstock
Der Terminkalender ist mal wieder zum Bersten voll, die dreckige Wäsche stapelt sich und im Kühlschrank herrscht gähnende Leere. Der Anblick unserer To-Do-Liste kann uns schonmal das Adrenalin in die Adern schießen lassen und nachts den Schlaf rauben. Ein paar einfache Strategien helfen, im Alltag Ruhe zu bewahren.

Was ist Stress überhaupt? 

Stress bezeichnet eine Reaktion unseres Körpers, die beispielsweise in Gefahrensituationen zum Einsatz kommt. Der Körper schüttet dann vermehrt bestimmte Stresshormone aus (Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin), die uns kurzfristig leistungsfähiger machen. Eigentlich eine überaus wichtige und lebensrettende Funktion. Wenn die Stresssituation nun aber über einen langen Zeitraum anhält und die Stresshormone nicht mehr abgebaut werden können, kann das körperliche und mentale Auswirkungen haben. 

Wie merke ich, dass ich gestresst bin?

Stresssymptome sind vielfältig und von Mensch zu Mensch verschieden. Oftmals aber verstärken sich die Probleme, für die du sowieso schon anfällig bist. Leidest du beispielsweise öfter unter Verspannungen, kommen diese garantiert zurück, wenn du gestresst bist. Schlägt bei dir Anspannung und Nervosität auf den Magen? Dann kannst du dir schonmal die Wärmflasche bereitlegen und dich auf Schonkost vorbereiten. Auch wenn Stresssymptome sehr unterschiedlich sein können, gibt es einige Dauerbrenner, unter denen viele Menschen leiden. 

Die sechs häufigsten Anzeichen für Stress

1. Du bist unausgeglichen und leicht reizbar. Kleinigkeiten bringen dich aus der Ruhe.

2. Du leidest unter Schlafproblemen. Dir fällt das Einschlafen schwer, weil du im Kopf deine unzähligen To Dos durchgehst, und morgens fühlst du dich wie gerädert und kommst nur ganz schwer aus dem Bett. 

3. Dich belasten negative Gedanken, du fühlst dich antriebslos und ohne Energie.

4. Dauer-Stress-Phasen wirken sich auf unser körperliches Wohlbefinden aus. Nicht umsonst gibt es Sprichwörter wie "Mir liegt ein Stein auf der Brust" oder "Ich trage eine Last auf den Schultern". Wir haben dann in der Tat das Gefühl nicht richtig atmen zu können oder werden von Schulter- und Rückenschmerzen geplagt.

5. Dinge, die dir normalerweise Freude bereiten, wie ein Kinobesuch oder ein gemütliches Abendessen bei Freunden, werden plötzlich zu Pflichten. Du fühlst dich ausgelaugt und dir vergeht regelrecht die Lust auf Freizeitaktivitäten. 

6. Du hast häufig ein flaues Gefühl in der Magengegend und leidest unter Appetitlosigkeit. Oder aber das Gegenteil ist der Fall: Du verwandelst dich in die Raupe Nimmersatt und bekommst die Hand nicht mehr aus der Chips-Tüte. 

Wenn du dich schon einmal so oder so ähnlich gefühlt hast, heißt dein Feind mit ziemlich großer Sicherheit Stress. Und wie besiegst du ihn? 

Wenn Stress zu lange bestehen bleibt und wir nichts an unserem Lebensstil verändern, kann das Folgen für unseren Körper und Geist haben. Ein dauerhafter Erschöpfungszustand kann nämlich ernsthafte Probleme hervorrufen. Daher ist es so wichtig, dass du die Warnsignale deines Körpers zur Kenntnis nimmst und möglichst früh dagegen angehst.

Versuche deinen Terminkalender zu entrümpeln und dir bewusste Auszeiten zu gönnen. In dem Moment wird es dir vielleicht wie vergeudete Zeit vorkommen, im Endeffekt investierst du die Zeit aber klug, nämlich in dich selbst. Denn eine ausgeruhte und entspannte Kollegin, Freundin oder Mutter ist deutlich mehr wert als jemand, dessen Energielevel tagtäglich auf Sparflamme läuft.

Stressbewältigung im Alltag: So geht's!

Strategien, wie du dein Stresslevel möglichst niedrig hältst oder wieder herunterfährst, wenn es doch einmal ausgeartet ist, sind im Alltag überlebenswichtig. Vergleiche dich dabei aber nicht mit anderen, denn wir alle sind individuell und damit sind auch unsere Stresstoleranzen verschieden. Sätze wie, "Aber warum schafft sie das und ich nicht?", haben noch nie geholfen. Im Gegenteil. Sie füttern die negativen Gedanken-Spiralen und die Unzufriedenheit und lassen dich im Zweifel noch tiefer in die Stressfalle tappen.

Dann kommt zum körperlichen Stress nämlich auch noch der mentale Druck, den wir uns selber machen, immer perfekt abliefern zu müssen. Anstatt dich kleiner zu machen, als du bist, sei deinem Körper lieber dankbar, dass er dir frühzeitig Signale sendet. Nur so kannst du auch auf ihn eingehen. 

Was ist hier denn Prio?

Priorisiere deine Aufgaben. Nicht alle zehn Punkte auf der To-Do-Liste und die sieben Termine in deinem Kalender, können suuuper wichtig sein. Wenn die Luft dünn wird, muss der ein oder andere Punkt eben gehen. Vielleicht kann das Lunch-Date mit der Chefin oder die Besprechung mit den Kolleg:innen bis nächste Woche warten. Der Tag hat nunmal nur 24 Stunden. Manchmal schaffen wir nicht alles, was wir uns vornehmen und meistens ist das gar nicht so wild. Aber wir selbst sind eben unsere schärfsten Kritiker. Wenn dich das schlechte Gewissen plagt: Frage dich, was du deiner besten Freundin entgegnen würdest, wenn sie in deiner Situation wäre. Du würdest ihr Verständnis entgegenbringen und versichern, dass es ja wohl total in Ordnung ist, den ein oder anderen Termin zu verlegen? Genau. Nächstes Mal gehst du mit dir selbst genauso verständnisvoll um.

Einmal tief durchatmen, bitte

Oft helfen schon ein oder zwei kleine Veränderungen im Alltag, um Stress vorzubeugen. Gönne dir über den Tag verteilt Auszeiten. Diese müssen gar nicht lang sein. Wenn du nicht mehr weißt, wo dir der Kopf steht, kann es helfen für zehn Sekunden die Augen zu schließen und tief durchzuatmen. Generell sind Atemtechniken überaus effektiv, die Psyche auszutricksen und dem Körper zu signalisieren, dass keine Gefahr lauert und er sich entspannen kann. 

Atemtechniken aus der Yoga-Praxis, die für Entspannung sorgen

  • Bauchatmung
    Lege eine Hand auf den Bauch. Atme tief durch die Nase ein und zähle dabei bis fünf, fühle wie sich deine Bauchdecke hebt. Dann atme ganz langsam durch den Mund wieder aus. Dabei zählst du in Gedanken erneut bis fünf. Wiederhole die Technik für einige Atemzüge und du wirst merken, das deine innere Unruhe oder Nervosität langsam verfliegen.
  • 2-Finger-Atmung
    Eine andere sehr bewährte Atemtechnik ist die Zwei-Finger-Atmung. Dabei fasst du dir mit Daumen und Zeigefinger an die Nase, so als ob du sie zuhalten würdest. Dann atmest du durch das eine Nasenloch ein, während du das andere mit dem Finger verdeckst. Gedanklich kannst du wieder bis fünf zählen. Dann atmest du durch das andere Nasenloch aus. Diesen Vorgang wiederholst du für fünf bis zehn Atemzüge. Danach wirst du garantiert ausgeglichener sein.

Was sonst noch hilft

  • Spaziergänge an der frischen Luft
  • Sport
  • Meditation und Entspannungsübungen
  • Musik 
  • leckeres und gesundes Essen
Guido

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