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Psychologie Du bist genug! 4 Strategien, wie du Selbstzweifel besiegst

Psychologie: Frau spiegelt sich in einer Vase
© Tatiana Maksimova / Shutterstock
Jede:n von uns plagen mal Gedanken, in denen wir uns sagen, wir seien nicht gut genug. Hier sind Strategien, um aus einer solchen Situation als Gewinner:in hervorzugehen.

Auf der weiterführenden Schule hatte ich eine Lehrerin, die immer halbstark protestierte, wenn wir seufzend vor einer Aufgabe standen und verzweifelt nuschelten: "Ich kann das nicht." Wenn wir so etwas schon von uns selbst behaupten wollten, dann sollte es wenigstens heißen, dass wir es "NOCH nicht" konnten. Recht hatte sie, denn bekanntlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Nichtsdestotrotz kennen wir alle diese Spirale aus Zweifeln an der eigenen Person, die einen manchmal schlagartig überfällt: Ich schaff' das nicht, ich bin nicht gut genug, was sagen wohl die anderen dazu? Diese Gedankenketten zu durchbrechen, ist nicht leicht, aber es gibt Wege, die uns dabei unterstützen können.

Psychologie: Diese 4 Strategien können dir bei Selbstzweifeln helfen 

Die eigenen Gefühle anerkennen

"Toxic Positivity" ist ein Ausdruck dafür, die eigenen negativen Emotionen abzuweisen und auf schwierige Situationen mit falschen Zusicherungen zu reagieren. Ein Klassiker wäre: "Good vibes only!" Dass im Leben nicht alles glatt und rosig läuft, ist eine Realität, der wir uns stellen müssen. Nehmen wir uns die Zeit, um unsere Gefühle zu erkennen, können sie uns den Weg aus der Spirale zeigen. Ein Gedankenspiel: Wir liefern eine Arbeit ab, sind vollkommen unzufrieden und kauern auf dem Sofa mit dem Gefühl, nichts hinbekommen zu haben. Statt diese Emotionen auszublenden, wäre es besser sie anzunehmen und gleichzeitig zu hinterfragen. Warum bin ich unzufrieden mit meiner Leistung? Habe ich zu spät angefangen das Projekt zu bearbeiten? Wenn ja, dann nehme ich mir beim nächsten Mal mehr Zeit und mache es besser! Wenn nein, woran liegt es dann? Wenn wir uns besser verstehen, sind wir auch netter zu uns.

Der Umgang mit Feedback

Konstruktive Kritik, das dürfen wir nicht vergessen, ist etwas wertvolles. Sie hilft uns dabei, unsere Schwächen zu erkennen und Stärken aus ihnen zu machen. Es geht hierbei nicht nur um arbeitsbedingte Themen, sondern auch um Dinge, die unsere Persönlichkeit betreffen. Im Unrecht zu sein, kann Schamgefühle auslösen – muss es aber nicht. Betrachten wir die Situation aus einem anderen Blickwinkel, werden wir sehen, dass sie für uns viel Raum zum Wachsen lässt. 

Meditation 

Es gibt zahlreiche Studien zum Thema Meditation und die Auswirkung auf das Glücksempfinden von Menschen. Und in einem Punkt sind sie sich einig: Achtsamkeit hilft dabei, emotionale Zufriedenheit aufzubauen und in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Um herauszufinden, was für Übungen hier am wirkungsvollsten sind, hat der Wissenschaftler Matt Hirschberg mit seinem Team vom "Center for Healthy Minds", einen Versuch mit knapp 156 Studierenden durchgeführt. Sie sollten hierbei Achtsamkeitsübungen durchführen, bevor sie ihre Hände drei Minuten in ein Kältebad legen. Aus diesem Versuch kristallisierten sich zwei effektive Übungen heraus: Zum einen eine Atemübung, bei der man sich ausschließlich auf die Atmung und das daraus entstehende Körpergefühl konzentriert. Ebenfalls Erfolg versprechend war anderseits die "Metta Meditation", eine sogenannte Meditation der "liebevollen Güte" aus dem Buddhismus. Hierbei werden Phrasen wiederholt wie "Möge ich glücklich sein". Währenddessen denkt man an sich selbst, dann an jemanden, von dem man verletzt wurde und anschließend an eine Person, zu der ein neutrales Verhältnis besteht. Dadurch soll ein Geisteszustand der Freundlichkeit, Liebe und des Mitgefühls gefördert werden.

Lasst uns drüber reden

Und wenn's am Anfang nur das Tagebuch ist – völlig fein. Möchten wir aber mal eine andere Meinung hören als nur unsere, hilft es, sich einer Freundin oder einem Freund anzuvertrauen. Hierbei merkt ihr schnell, dass niemand mit solchen Gefühlen "eine Ausnahme" bildet, sondern wir alle im selben Boot sitzen. Machmal, und das gerade in diesen Zeiten, reicht auch einfach ein offenes Ohr oder eine feste Umarmung, um die Glückshormone anzukurbeln. Wenn alles nichts nützt, dann kann das sehr frustrierend sein und zusätzlich zum Unwohlsein beitragen. In dem Fall wird es Zeit sich professionelle Hilfe zu suchen, um nachhaltige Bewältigungsstrategien zu lernen. 

Guido

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