VG-Wort Pixel

Liebe ist nicht blind Studie zeigt: So gut kennt dich dein Herzensmensch wirklich

Dein Lieblingsmensch kennt dich ziemlich gut, wie eine Studie beweist
Dein Lieblingsmensch kennt dich ziemlich gut, wie eine Studie beweist
© tong2530 / Adobe Stock
Dein Lieblingsmensch kennt dich besser, als du vielleicht glaubst. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie.

"Sie kennt mich manchmal besser, als ich mich selbst kenne" – kommt dir so eine Aussage bekannt vor? Ganz so ist es in den meisten Fällen wohl nicht. Aber eine Studie kam nun zu dem Ergebnis, dass unsere romantischen Partner:innen uns mindestens so gut einschätzen können, wie wir es selbst können.

Die Asymmetrie der Wahrnehmung

Wenn wir vor einer großen Entscheidung stehen – zum Beispiel einem Jobinterview – kann uns das verunsichern. In solchen Momenten gehen wir gerne auf unsere Liebsten zu, denn von ihrem Feedback erhoffen wir uns Einsichten, die uns manchmal verborgen bleiben. Bereits in der Vergangenheit hat sich die Forschung mit der Genauigkeit der Selbstwahrnehmung und Faktoren, die diese Wahrnehmung beeinflussen, auseinandergesetzt. Denn: Es gibt eine Asymmetrie zwischen unser Selbst- und Fremdwahrnehmung, auch bekannt als "Self-Other Knowledge Asymmetry" oder kurz "SOKA". 

Dieses Modell wird in vier Bereiche geteilt:

  • Der offene Bereich: Diese Merkmale werden sowohl von uns als auch von anderen korrekt beurteilt. 
  • Der blinde Fleck: Gerade bei diesem Merkmal sind Außenstehende so ungemein wertvoll, denn hierbei handelt es sich um die Merkmale, die wir selbst nicht sehen, andere dafür aber schon.
  • Der verborgene Bereich: Hierbei handelt es sich um Persönlichkeitsmerkmale, die uns selbst bekannt sind, anderen aber nicht. Zum Beispiel gilt das für Menschen, die nach außen hin kalt und unnahbar wirken, im Inneren aber süße, zarte Softies sind.
  • Der unbekannte Bereich: Damit sind Merkmale gemeint, die weder uns selbst noch anderen bekannt sind. Die können beispielsweise in extremen Ausnahmesituationen zum Vorschein kommen.

In der erwähnten Studie wollten Gabriela Hofer und die anderen Wissenschaftler:innen nun den Unterschied in der Genauigkeit der Einschätzungen zwischen sich selbst, einem:einer romantischen Partner:in, einem:einer engen Freund:in und einem:einer Bekannten verstehen. Hierfür nutzten sie eine Stichprobe von 238 Teilnehmer:innen, die auf verschiedenen Wegen rekrutiert wurden. Wichtig war, dass die Proband:innen bereits seit mindestens sechs Monaten in einer romantischen Beziehung waren.

Romantische Partner:innen konnten ihre Liebsten am besten einschätzen

Die Teilnehmer:innen und deren Begleitung wurden gebeten, Schätzungen zu ihren Fähigkeiten abzugeben und wurden in den Bereichen Intelligenz, Kreativität und emotionalen Fähigkeiten gemessen. Weiterhin sollten die Proband:innen die Nähe zu ihren Beziehungspersonen einschätzen.

Das Ergebnis: Die Teilnehmer:innen konnten ihre Fähigkeiten in einem "mäßig genauen" Grad einschätzen und die romantischen Partner:innen konnten die Fähigkeiten ähnlich genau vorhersagen. "Alles in allem scheint es, dass die erhöhte zwischenmenschliche Intimität zwischen Partner:innen – im Vergleich zu anderen Personen – nicht unbedingt nachteilig für die Genauigkeit ist", so die Forscher:innen.

Überraschend ist vor allem, dass sich die Proband:innen tendenziell eher unterschätzten. Nur in puncto "numerische Intelligenz" (Sichtwort: Mathe) waren die meisten besonders gut in der Lage, ihre Fähigkeiten genau einzuschätzen. Im Vergleich zu Freund:innen und Bekannten waren romantische Partner:innen in jedem gemessenen Bereich in der Lage, ihren Lieblingsmenschen genauer einzuschätzen. Einen besonders guten Einblick hatten sie in die zwischenmenschlichen Fähigkeiten des:der Proband:in – was bei Freund:innen und Bekannten nicht der Fall war.

Was sagt uns das?

Natürlich hat die Studie einige Einschränkungen und ist nicht 1:1 auf jeden Menschen übertragbar. Studienergebnisse sollten auch besser nicht wortwörtlich genommen werden, sondern eher Hinweis auf einen möglichen Zusammenhang. Also, was können wir aus dieser Studie nehmen? Zum einen, dass wir vielleicht dazu neigen, uns tendenziell zu unterschätzen. Und dass es für solche Momente, in denen wir unsicher sind und uns "schwach" fühlen, eine nahe Person gibt, die uns sagt: "Du kannst das. Du bist großartig." Und das Beste? Wie es aussieht, hat sie damit sogar recht, denn sie kann uns offenbar ziemlich gut einschätzen.

Verwendete Quelle: psypost.org, sciencedirect.com

cs Guido

Mehr zum Thema


Unsere Lieblings-Nähanleitungen von Guido