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Lebensphilosophie Warum ein guter Umgang mit dem Tod deinem Leben mehr Sinn verleiht

Frau geht draußen spazieren.
© fotofabrika / Adobe Stock
Der Tod ist etwas, das vermutlich jeden Menschen beschäftigt. Wir können ihn nicht umgehen und doch versuchen viele von uns ihn so lange es eben möglich ist, aus ihrem Gedächtnis zu verbannen. Doch wenn wir den Tod im Blick haben, kann uns das sogar helfen.

Oft kommen negative Gedanken auf, wenn wir an den Tod denken. Der Verlust einer geliebten Person, das Ende eines Lebens und die Momente, die jemand verpassen wird, der nicht mehr da ist. Doch der Tod ist nicht immer nur schlecht und er kann uns sogar motivieren. Ohne ihn wäre das Leben schließlich endlos und damit würden wir vielleicht die Lust verlieren, nach bestimmten Dingen zu streben oder sie anzugehen.  

Der Tod als Motivation

Woran sollen sich andere erinnern, wenn du weg bist? Und wie würdest du dich jetzt beschreiben? Diese zwei Fragestellungen lösen in unserem Gehirn anscheinend unterschiedliche Dinge aus. In einer Studie fanden Wissenschaftler:innen nämlich heraus, dass Personen positiver von sich sprachen, wenn es darum ging, woran sich andere später erinnern sollen. Im Vergleich dazu war die andere Gruppe der Teilnehmer:innen weniger euphorisch, wenn es darum ging, sich selbst im Hier und Jetzt zu beschreiben. Etwas zu schaffen, an das sich andere erinnern werden, ist für viele Menschen etwas, das ihrem Leben mehr Sinn gibt. Die US-Psychologin Emily Mroz erklärt auf Psychology Today, dass uns das sogar dabei helfen kann, unsere Ziele zu erreichen. Personen, die sich dem Tod bewusst sind, hätten demnach zwei typische Mentalitäten.

  1. Menschen, deren Vermächtnis an die Nachwelt sie im Leben antreibt. Beispielsweise Extremsportler:innen, deren Erbe nicht auf ihrer Tugendhaftigkeit basiert, sondern auf extremen Leistungen – oder Wissenschaftler:innen, die sich mit der Forschung für ein bestimmtes Heilmittel beschäftigen. Sie sammeln neue Erfahrungen, die die Menschheit so noch nicht erlebt hat und diese vorantreiben wird.
  2. Menschen, die das Beste aus ihrem Leben machen. Das Lebensmotto "You only live once" ("Du lebst nur einmal") würde hier auch passen. Schließlich geht es darum, sich in manchen Situationen nicht zu viele Gedanken zu machen, sondern sich zu trauen oder eben wie hier aufs große Ganze gesprochen: Seinen eigenen Wünschen im Leben nachzugehen. In der Zeit, die ihnen bleibt, möchten Personen dieser Mentalität auch zumeist etwas für die Nachwelt hinterlassen, aber es geht dabei oft eher um die eigene Persönlichkeit, die erinnert werden soll – beispielsweise in der Familie. Oder um das, was sie ihren Kindern weitergeben,

Vorteile aus dem Tod schöpfen

Über den Tod nachzudenken und zu sprechen kann uns dabei helfen, herauszufinden, was uns in diesem Leben wichtig ist. Er kann uns dazu ermutigen, unseren Träumen nachzugehen und aktiver zu werden: "Eines Tages werden du, ich und alle, die das hier lesen, tot sein", erklärt Emily Mroz. "Es ist unveränderbar und unausweichlich." Das kann für manche Menschen natürlich erst einmal deprimierend sein. Doch laut der US-Psychologin gebe es uns sowie schon den Menschen vor uns auch den Wunsch, dass sich andere an uns erinnern werden. So wie wir uns an die Menschen erinnern, die von uns gegangen sind, uns lieb waren und es noch sind.

lkl Guido

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