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Shopping Queen Kandidatin Oumi Janta holt den Rollschuh-Kult zurück

Oumi Janta übers Rollschuhfahren: Es fühlt sich an wie eine neue Bewusstseinsebene
© @vadimphotography
"Just Jamming". Mit diesen Worten postet Rollerskaterin Oumi Janta ein Video, dass sie mit Millionen Klicks auf die Screens der Weltstars bringt. Und das sie selbst zu einem Star in der Szene macht.

Alles schreit nach 90s. Die Zeit, in der Rollerskates erneut einen Hype auslösen, und ein Stück der 70er Disco-Ära zurückholen. Dass unsere Lieblingsstars sich selbst auch gern dem Sport hingeben, sehen wir 2014 in Beyoncés Musikvideo zu ihrem Track "Blow": Queen Bee tanzt auf Skates lässig mit ihrer Girlcrew durch die Rollschuhhalle. Nostalgie liegt in der Luft und es dauert nicht lange, bis der Wind sie nach Deutschland trägt.

Als Jam-Skaterin Oumi Janta zu Beginn der Pandemie 2020 ein Video von sich beim Jammen (Jam-Skating) postet, schnellen ihre Views in die Höhe. Black Joy, Freiheitsgefühle und eine Möglichkeit trotz Einschränkungen Spaß zu haben – egal, ob alleine oder gemeinsam. Genau das Richtige für die Lockdown-Timeline! Denn in einer noch tristen Zeit vermitteln die gelben Shorts und blauen Signature-Braids Hoffnung und Harmonie. "Just jamming is good for now". Das finden auch Weltstars wie unter anderem Alicia Keys und Timbaland, die ihr Video teilen. Wir haben die "Shopping Queen"-Kandidatin über ihre Beziehung zum Rollschuhfahren ausgefragt. Und eins ist klar: Das ist nicht die einzige Leidenschaft der 31-Jährigen.

GUIDO: Was ist für dich die Essenz des Jam Skatings? Abseits vom Spaß ... 
Oumi Janta: 
Du und die Musik sind eins. Du nimmst deinen Körper hundertprozentig wahr, wodurch du eine einzigartige Performance kreierst. Es fühlt sich an wie eine neue Bewusstseinsebene.

Was ist die wichtigste Lektion im Umgang mit Menschen, die du beim Rollschuhfahren gelernt hast?
Wie sagt man so schön: "Each one teach one". Die bedingungslose Aufnahme von neuen Skatern in der Community ist auf jeden Fall Teil davon. Auch dass man mit Menschen skatet, die man einfach nicht kennt: Alter, Beruf oder sonstige Schubladen sind bei uns nicht relevant. 

Mittlerweile hast du in Berlin deine eigene Jam Skate Schule. Was gibst du anderen in deinem Unterricht mit?
Die Schritte allein zu kennen reicht nicht. Ich versuche Rhythmus- und Körpergefühl mitzugeben. Wir lernen uns locker und frei zu machen, denn das wichtigste ist es, Spaß zu haben.

Wenn du dir die Community so anschaust, auch global, was trägt Deutschland dazu bei?
International ist da noch sehr viel Luft nach oben. Die deutsche Rollschuh-Community ist gerade dabei sich zu etablieren und ich arbeite daran, zum Wachstum der Szene beizutragen. Zu sehen, dass die Community jeden Tag größer wird, freut mich von ganzem Herzen.


Ob Y2K oder 90s-Glam. Viele vergangene Looks und Aktivitäten sind gerade wieder im Trend. Wie ordnest du die Rückkehr der Roller Skates ein?
Anfänglich habe ich die Rückkehr des Rollschuhlaufens als Trend eingeordnet, aber das ist es nicht. Es ist ein Stück Kultur zurückgekehrt. Ob es in der selben Intensität bleibt, kann ich nicht sagen. Das Rollschuhfahren ist sowohl Sport als auch Hobby, aber in erster Linie ist es Freiheit und Spaß – das macht es so besonders.

Wenn man dir auf Instagram folgt oder dich googelt, dann wird schnell klar: Jam Skating und Oumi sind eins. Was machst du, wenn du nicht auf Rollen bist?
Wenn ich nicht auf Skates bin, zeichne ich, gehe Vintage-Kleidung shoppen, schneide Videos und erstelle Designs. Ich bin ein sehr kreativer Mensch und hab jede Menge Hobbys. Bei nur einer Sache wird mir sonst langweilig.

Bei "Shopping Queen" ging es für dein Motto ab in die Berge. Wie war es für dich?
Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich hatte eine super Zeit. Am schönsten, aber gleichzeitig auch herausfordernd, fand ich die Umsetzung meines Themas. Ich habe mich noch nie mit Trachtenkleidung auseinandergesetzt, deswegen bin ich froh, dass ich die Chance hatte mich in diesem Format modisch auszutoben.

Was genau war denn rückblickend am schwierigsten?
Definitiv eine richtige Lederhose für mich zu finden. Die meisten sind nur auf Männerkörper zugeschnitten und da hab ich nicht reingepasst. Zum Glück hatte der Laden im Haus noch eine Änderungsschneiderei, die meine Hose direkt angepasst hat und voilà: Sie sitzt perfekt!

Hand aufs Herz: Hast du seit der Folge nochmal deinen Look, oder Bestandteile davon, getragen?
Es hat sich tatsächlich die Gelegenheit ergeben: eine Geburtstagsfeier mit dem Motto "Trachtenkleidung". Leider konnte ich an dem Tag nicht, aber ich bin mir ganz sicher, dass der Look bald zum Einsatz kommen wird.

Guido

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