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Kindheitserinnerungen 11 Dinge, die wir an unseren Großeltern am meisten geliebt haben

Kindheitserinnerungen: Oma und Enkelin schauen sich ganz nah und lachend an
© Mariia Petrakova / Adobe Stock
Der Geruch von Pfeifentabak, der schwach durch den Raum schwebt oder der Klang eines Akkordeons erinnert mich an meine Opas – der Duft von Pfannkuchen oder frischem Stuten an meine Omas. 

Und so haben viele von uns Momente von früher, deren Gerüche oder Klänge uns sofort wieder in die Kindheit zurückversetzen und uns in Erinnerungen an unsere Großeltern schwelgen lassen. Unsere Lieblingsmomente kommen zurück. So wie damals, als Opa, als der Wellensittich-Züchter, der er war, mehrere junge Vögel in die etwa 80 Quadratmeter große Wohnung gebracht hatte und der kleine Blaue fröhlich auf uns herumgehüpft ist und Nester in unseren Haaren gebaut hat.

Oder als wir mit Oma frische Marmelade einkochen durften und die Ersten waren, die sich an der Leckerei erfreuen – mit dem ersten Löffel, sogar noch vor Opa. Es sind oft ganz kleine Momente voller Liebenswürdigkeit und Güte, die unsere Großeltern für uns so besonders machen. Oder der ganz besondere Humor, den Opa manchmal an den Tag legt. Hier kommen unsere liebsten Oma- und Opa-Momente der Redaktion:

1. Oma hat uns alles zugetraut

"Meine Oma hat uns immer und überall mithelfen lassen. Denn das wollten wir als Kinder unbedingt. Alles, was Oma gemacht hat, war für uns spannend und aufregend – selbst kleine Dinge wie der Abwasch oder das Einräumen der Spülmaschine. Doch auch ihre Hobbys hat uns Oma mit sehr viel Hingabe gezeigt. Sticken, stricken oder Häkeln – ihrem Fingerspitzengefühl waren keine Grenzen gesetzt. Und so fingen auch wir in jungen Jahren an, unsere motorischen Fähigkeiten mit Stickbildern zu verbessern und spielerisch von ihr zu lernen, was uns später im Leben noch mit Löchern in Socken oder abgerissenen Knöpfen weiterhelfen sollte."

2. Opa, seine Witze und Geschichten

"Wenn mein Opa bei uns war, waren wir die stillsten kleinen Zuhörerinnen, die man sich nur vorstellen kann. Meine Schwester und ich hingen immer wie gebannt an seinen Lippen, wenn er von seinem Leben erzählte. Als er Lehrer:innen in der Schulzeit Streiche spielte oder wie er Oma kennenlernte, als sie sich damals (eigentlich noch zu jung) mit einer Freundin auf einen Tanz im Gemeindehaus stahl und sie seitdem unzertrennlich waren. Wenn Opa zu Besuch kam, war immer was los. Er hatte allerhand alten Schabernack im Kopf, war jung geblieben und ein hervorragender Witze- und Geschichtenerzähler."

3. Die Güte meiner Oma 

"Ich habe, glaube ich, nie erlebt, dass meine Oma wütend wurde. Sie hatte eine Ruhe und Gelassenheit an sich, die ich mir selbst heute noch wünsche. Ich erinnere mich nicht daran, dass sie jemals mit uns geschimpft hat, wenn wir Blödsinn gemacht hatten – oder uns auf unser Zimmer geschickt hat. In meinem Kopf wird sie immer meine liebe Großmutter sein. Gütig, freundlich und vor allem: der perfekte Mensch zum Kuscheln."

4. Süßigkeiten bei fast jedem Besuch

"Oma und Opa wussten ganz genau, was wir gerne naschen. Das Ü-Ei, das uns hinterm Rücken der Eltern zugesteckt wurde oder das Kleingeld für eine bunte Tüte am Kiosk. Oma und Opa haben uns gerne verwöhnt, und es war für uns Kinder auch gleich eine tolle Erfahrung. Mit dem frisch geschenkten Geld eine eigene Süßigkeiten-Kombi zusammenstellen? Das hat uns schnell beigebracht, was wir gern essen – und was eben nicht. Mal ehrlich: Wie lernt man lieber eigene Entscheidungen zu treffen, als mit einer bunten Tüte voller blauer Schlümpfe und saurer Schlangen?"

5. Gelebte Bescheidenheit

"Es wurde kaum etwas weggeschmissen, sondern immer geschaut, wie man es noch verwenden kann: Geschenkpapier und -band wurden geglättet und wiederverwertet. Essensreste als Fett für Schmalz oder Knochen für die Brühe ausgekocht. In Joghurtbechern wurde das selbst gemachte Erdbeereis eingefroren und Blechdosen schön umwickelt und für unsere Weihnachtskekse verwendet ... Das habe ich am meisten geliebt: die Bescheidenheit und Nachhaltigkeit meiner Großeltern und damit verbunden die fehlenden Neidgefühle und ein Gönnen, wenn andere etwas hatten."

6. Die besten Zuhörer:innen

"Ich habe die gemeinsamen Rituale sehr gemocht: Meine Oma und ich haben immer erst zusammen Mittag gegessen nach der Schule und sind dann eine Runde durch die Landschaft, immer mindestens eine Stunde – gerne mehr –, und dabei habe ich ihr immer von meinem Tag erzählt. Dasselbe habe ich mit meinem Opa gemacht, da erinnere ich mich aber mehr daran, dass ich ihm Geschichten erzählt habe – also Märchen und dergleichen, die ich mir teilweise selbst ausgedacht habe beziehungsweise die vorhandenen ein wenig abgeändert habe. Beide strahlten immer so eine unfassbare Ruhe auf mich aus und haben mich einfach vor mich hin reden lassen. Das wusste ich sehr zu schätzen und weiß im Nachhinein, dass sie mich einfach gesehen haben in diesem Moment, was sehr schön war."

7. Der Soundtrack der Kindheit

"Mein Bruder und ich verbrachten jede Sommerferien ein, zwei Wochen bei meinen Großeltern im Pfarrhaus auf dem Land. Ein Highlight war, morgens im Bett von Opa durchgekitzelt zu werden. Dabei sang er diesen Reim, und bei der letzten Zeile ging's ans Kitzeln: 

"Hier hast 'nen Taler
Geh zum Markt
Kauf dir 'ne Kuh
Ein Kälbchen dazu
Das Kälbchen hat ein Schwänzchen
Macht kille kille Gänschen"

Wenn ich daran denke, vermisse ich ihn sehr!"

8. Leckeres Essen durch und durch

"Ich habe es geliebt, am Küchentisch zu sitzen, wenn meine Omi gekocht hat. Denn ich durfte immer die Soße abschmecken!" 

9. Rituale mit Oma

"Das Samstagabend-Ritual bei meiner Oma habe ich geliebt. Erst ging es in die Badewanne, dann wurden wir kuschelig verpackt aufs Sofa gesetzt, wo es Vollkornbrotschnittchen mit gewürfeltem Schinken und irgendetwas Leckerem aus dem Garten gab. Zusammen mit Pfefferminz- oder Melissentee – ebenfalls aus dem Garten. Dazu gab es dann entweder ein Hörspiel, oder später wurde Ausgewähltes aus der Süddeutschen vorgelesen (ja, auch schon im Grundschulalter). Ja, meine Oma hat morgens immer die Süddeutsche gelesen und angekreuzt, was sie empfehlenswert fand. Oder auch ausgeschnitten. Und aus der Wochen-Ausbeute hat sie dann vorgelesen. Das habe ich später mit meinen Kindern auch gemacht."

10. Sammler-Liebe

"Ich mochte es sehr gerne, wenn mein Opa seine Briefmarken einsortiert hat. Er war bei der Post und hatte somit immer schöne bunte Sondermarken, die einfach hübsch zum Angucken waren. In dem Zusammenhang wurden auch Briefmarken, die auf Umschlägen geschickt wurden, drumherum ausgerissen und dann in Wasserbehälter getaucht, damit man dann später die Briefmarken mit einer Pinzette vorsichtig vom Papier lösen konnte, um sie zum Trocknen zu legen. Dabei durften wir als bereits fortgeschrittene Helfer:innen dann unterstützen."

11. Der Humor von Opa

"Mit meinen Großeltern gab es immer etwas zu lachen, vor allem mein Opa hat mit seinem trockenen norddeutschen Humor jede Familienfeier unterhalten. Als ich klein war, wollte ich unbedingt Walforscherin werden, habe alles zu Walen gelesen und gesammelt. Als ich meinem Opa von meinem Berufswunsch erzählte, meinte er nur: "Dann hast du ja nur alle vier Jahre was zu tun" und hat schelmisch gegrinst. Heute muss ich immer noch lachen, wenn ich daran denke, – egal, ob bei Walen oder wenn Bundestagswahl ist."

Guido

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