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Therapeutin rät 3 Fragen, die ihr euch stellen solltet, bevor ihr euch fester bindet

Wer sich fester binden möchte, sollte sich mit diesen Fragen auseinandersetzen
Wer sich fester binden möchte, sollte sich mit diesen Fragen auseinandersetzen.
© Pixel-Shot / Adobe Stock
Ihr wollt den nächsten großen Schritt in euer Beziehung wagen? Dann solltet ihr euch zuvor diesen Fragen gemeinsam stellen.

In einer Beziehung kommt es vor, dass eine oder beide Parteien sich fester binden möchten. Das geht auf unterschiedlichste Weise, da ist jedes Liebespaar anders. Eine Möglichkeit: die gemeinsame Wohnung.

Ein aufregender neuer Lebensabschnitt, der mit viel Vorfreude, aber auch einigen Ängsten und Sorgen verbunden ist. Es ist absolut in Ordnung, nicht nur mit freudiger Spannung auf diesen großen Schritt zu blicken, aber gerade deswegen auch wichtig, sich gemeinsam den weniger angenehmen Themen zu stellen. Am besten vor dem Einzug! 

Jessica Small, Eheberaterin und Therapeutin, gibt im Interview mit CNBC drei wichtige Fragen mit auf den Weg, die als Denkanstoß für euch dienen können.

"Warum wollen wir überhaupt zusammenziehen?"

Mit Blick auf die sozialen Normen unserer Gesellschaft, scheint es ganz logisch: Man lernt jemanden kennen, verliebt sich, führt eine Beziehung, zieht zusammen, heiratet, bekommt Kinder … So wird es von vielen Menschen und den Medien vorgelebt, so "sollte" es doch sein, oder? Doch wer nur zusammenzieht, weil er:sie meint, so "müsse" es getan werden, sollte lieber einen Schritt zurücktreten, warnt die Therapeutin. 

"Das Zusammenleben ist ein großer Schritt in einer Beziehung und im Idealfall sollte man sich dafür entscheiden, weil man glaubt, dass die Beziehung die notwendigen Voraussetzungen für eine langfristige Partnerschaft mitbringt", sagt Small. Was jedoch kein überzeugendes Argument sei, sind aus Sicht von Small Gründe wie Finanzen, Bequemlichkeit oder "weil alle anderen es auch tun".

"Wie wollen wir gemeinsam den Haushalt und Finanzielles meistern?"

Die Klobrille, die ständig hochgeklappt ist, ein übervoller Geschirrspüler, den niemand ausräumt – klischeehafte Streitgründe gibt es zuhauf. Die sind aber selten im echten Leben ein Grund für Konflikte, so die Eheberaterin. "Nach zehn Jahren als Paarberaterin kann ich sagen, dass diese Dinge noch nie das Problem darstellten." Vielmehr seien eine ungleiche Arbeitsaufteilung und allgemeine Persönlichkeitsunterschiede der Grund für Streit.

Denn ja, ein übervoller Geschirrspüler ist tatsächlich nicht das eigentliche Problem – sondern ein:e Partner:in, der:die eher unordentlich ist, während die andere Partei immer gerne alles sauber und ordentlich hat. Doch es lohnt sich natürlich auch über andere Konfliktpotenziale zu sprechen: Gibt es in der Beziehung Nachtschwärmer:innen oder Frühaufsteher:innen? Hat jemand gerne ständig Menschen um sich (und damit auch in der Wohnung), während die andere Person lieber für sich zu Hause ist? Und wie werden die Ausgaben für Lebensmittel und Mobiliar aufgeteilt? 

Es muss kein Grund sein, vom Zusammenziehen abzusehen, wenn man bei diesen Fragen feststellt, dass man in vielen Punkten sehr unterschiedlich ist. Schließlich will niemand mit einem Spiegel zusammenziehen, sondern mit einem anderen Menschen. Wichtig ist aber, sich darüber im Klaren zu sein und realistische Erwartungen an das Zusammenleben zu haben – worauf die Besprechung dieser und weiterer Fragen vorbereiten kann.

"Wovor haben wir beide Angst, wovor jede:r individuell?"

Auch wenn ein Umzug aufregend ist, kann er Ängste hervorrufen – dabei ist es wichtig und hilfreich, den:die Partner:in in solche Ängste einzuweihen, denn so hat er:sie diese auf dem Schirm und kann entsprechend reagieren. Sich Sorgen zu machen oder gar auch traurig zu sein ist absolut in Ordnung und nichts Ungewöhnliches, betont Eheberaterin Small: "Die Menschen fragen sich oft nicht, was sie aufgeben, wenn sie mit einem Menschen zusammenziehen und fühlen sich dann überrumpelt und überwältigt von der aufkommenden Trauer."

Eine Person kann enorm glücklich darüber sein, mit ihrem:ihrer Partner:in zusammenzuziehen. Gleichzeitig kann sie auch sehr traurig darüber sein, ihre Mitbewohner:innen aufzugeben oder die Wohnung, in der sie vorher allein wohnte. "Es ist wichtig, dass Paare dieses breite Spektrum an Gefühlen anerkennen", rät die Therapeutin.

Verwendete Quelle: cnbc.com

cs Guido

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