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Die glücklichsten Menschen der Welt 3 Dinge, die Menschen aus Finnland anders machen

Ein glücklich lachendes Pärchen im Schnee
Symbolbild eines glücklichen Pärchens im Schnee. Immerhin schneit es im Moment in großen Teilen Finnlands.
© Seventyfour / Adobe Stock
Gibt es sie etwa doch, die Formel zum Glück? Finnland ist seit fünf Jahren die Nummer eins auf dem World Happiness Report (WHR). Laut eines finnischen Forschers gibt es drei gute Gründe.

Die Natur, das Wetter, die Menschen. Es gibt viele Faktoren, die für ein gutes Leben sorgen und die jeweiligen Personen glücklicher machen könnten. Das Geheimnis der Finn:innen hat bisher aber noch keine:r knacken können. Fünf Jahre in Folge haben sie bereits den höchsten Zufriedenheitswert unter 146 teilnehmenden Ländern bei der weltweiten Umfrage des WHR erreicht.

Das machen Finn:innen anders

Der WHR schließt die Beurteilung des Lebens sowie positive und negative Emotionen von Proband:innen für die Ergebnisse mit ein. Etwa 1.000 Personen nehmen pro Land teil. Deutschland belegte im vergangenen Jahr Platz 14 von 146, was kein schlechter Wert ist. Aber vielleicht könnten wir von unseren etwas weiter entfernten EU-Nachbar:innen noch etwas lernen? Was das sein könnte, erklärt der finnische Philosoph und Psychologie-Forscher Frank Martela in einem Beitrag auf CNBC Make it.

1. Finn:innen vergleichen sich nicht mit den Nachbar:innen

In einer bekannten Aussage des finnischen Schriftstellers Eino Leino heißt es: "Kell’ onni on, se onnen kätkeköön." Grob übersetzt, könne man das als "Vergleiche dich nicht oder gebe mit deinem Glück an", schreibt Frank Martela. Viele Finn:innen haben das scheinbar gut verinnerlicht, "gerade dann, wenn es um materielle Dinge oder das öffentliche Zurschaustellen von Reichtum geht", erklärt er weiter.

Einmal habe er einen der reichsten Männer Finnlands einfach auf der Straße angetroffen, mit Kinderwagen und dem Nachwuchs darin war er auf dem Weg zur Bahnstation. "Er hätte sich ein teures Auto kaufen oder eine:n Fahrer:in buchen können, entschied sich aber für den öffentlichen Transport", erinnert sich der Psychologie-Forscher. "So sieht Erfolg in Finnland aus: so wie jede:r andere auch." Sein Tipp Nummer eins ist deshalb: 

"Konzentriere dich mehr darauf, was dich glücklich macht und weniger darauf, erfolgreich auszusehen."

Denn der erste Schritt zu wahrer Zufriedenheit sei es, die eigenen Standards richtigzustellen, anstatt sich mit anderen Menschen zu vergleichen. 

2. Finn:innen übersehen nicht die Vorteile der Natur

Einer Studie aus 2021 zufolge ist Natur in ihrem Leben für 87 Prozent der Finn:innen sehr oder ziemlich wichtig. Sie gaben beispielsweise an, durch die Natur innerlich ruhiger und friedlicher zu sein (65 Prozent), sich zu erholen oder Energie zu tanken (62 Prozent). Finnische Urlauber:innen würden ihre Zeit oft in Finnland und vermehrt auf dem Land verbringen, je weniger Annehmlichkeiten, desto besser, schreibt Martela. Selbst in Städten hätten die meisten Menschen außerdem genügend Möglichkeiten, grüne Flächen wie beispielsweise Parks regelmäßig aufzusuchen. Sein Tipp Nummer zwei ist:

"Finde Wege, um mehr grün in dein Leben zu bringen, selbst wenn es nur einige Pflanzen für die Wohnung sein sollten."

Zeit in der Natur zu verbringen, mache uns vitaler, steigere das Wohlbefinden und sorge für persönliches Wachstum. Die Vorteile von Spaziergängen in Wäldern oder mehr Zeit im Garten haben jedenfalls bereits mehrere Studien herausgearbeitet.

3. Finn:innen brechen nicht das Vertrauen anderer

Wer dem Umfeld vertraut, scheint auch glücklicher zu leben. Jedenfalls geht davon auch diverse Forschung aus. In Finnland ist das Vertrauen in andere laut Frank Martela sehr hoch. Das zeigt auch ein Experiment des Magazins Reader's Digest: Reporter:innen "verloren" insgesamt 192 Portemonnaies, jeweils zwölf Stück in 16 Städten. Darunter war auch Helsinki und die Stadt schnitt mit elf von zwölf zurückgegebenen Geldbörsen am besten ab. Zum Vergleich: In Berlin waren es sechs von zwölf.

Finnische Menschen würden einander mehr vertrauen und seien sehr ehrliche Personen, so Martela im CNBC-Artikel. Wer den Laptop in der Bibliothek vergesse oder sein Telefon im Zug, könne relativ sicher sein, dass er:sie das Verlorene wiederbekomme. Daher lautet Tipp Nummer drei des Finnen:

"Denke darüber nach, wie du dich für deine Gemeinde einsetzen kannst."

Wie kannst du mehr Vertrauen aufbauen oder es verstärken? Schon kleine Momente wie das Türaufhalten für eine:n Fremde:n oder einer anderen Person den Sitzplatz im Zug anzubieten, könnten laut Martela bereits einen Unterschied machen.

Verwendete Quellen: cnbc.com, rd.com, nber.com, sitra.fi, worldhappiness.report

lkl Guido

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