VG-Wort Pixel

Claudia Hohlweg Was steht in den Sternen?

Claudia Hohlweg: Frau blickt bei Sonnenschein in die Zukunft
© oatawa / Shutterstock
Claudia Hohlweg war lange Künstlerin und Artdirektorin, bevor sie die Sprache der Sterne lernte. Heute arbeitet sie als Astrologin. Sie hilft in Krisen, vor Entscheidungen und beim Finden des Lebenssinns.

Claudia, nach 20 Jahren als Künstlerin, Illustratorin oder Artdirektorin bei Zeitschriften: Wie bist du dann plötzlich auf die Welt der Planeten gestoßen?
Das war gar nicht so plötzlich: Mein erstes astrologisches Buch kaufte ich mir schon mit 16, als ich zum ersten Mal verliebt war. Seitdem habe ich mich nebenbei immer mit dem Thema beschäftigt. Mit 20 traf ich in einem Seminar auf Wolfgang Döbereiner, einer der wichtigsten deutschen Astrologen. Der hat etwas in mir angeregt, was ich erst 30 Jahre später richtig nutzen konnte. 

Warum hat das so lange gedauert?
Mich faszinierte damals der tiefe Blick in die Seele, aber ich war noch nicht reif genug, um auch selbst Astrologin zu werden.

Was genau braucht es denn dazu?
Erst mal ganz viel Menschenliebe. Man sollte jede Seele als etwas Schönes ansehen können. In jeder Person ist alles da. Und dann braucht es die eigene Erfahrung: Wer noch nie durch eine Krise gegangen ist, kann andere in solch einer Situation nicht wirklich gut beraten. 

Mit 51 Jahren hast du dann dein Leben komplett geändert …
Ja, 2015 hatte ich ein Sabbatical und bin mit meinem Mann ein Jahr durch Asien gereist. Aufgrund von privaten und beruflichen Anforderungen hatte ich davor jahrelang kaum Zeit für mich. Ich hatte mich verloren. Auf der Reise brauchte ich drei Monate, bis das Adrenalin von all dem Stress aus meinem System raus war. Eines Morgens dachte ich: „Wow, die Welt ist ja bunt, duftet und zwitschert.“ Da habe ich erst verstanden, was in den Jahren vorher los war: Meine Sinne waren alle verschlossen. Zu Hause habe ich meinen Job gekündigt und mich für das Studium der Astrologie angemeldet. Mein Mann, ein Wissenschaftler, war sehr verwundert. Aber ich hatte meine Berufung gefunden. Ich wusste auf einmal: Das ist mein Seelenweg.

Es fließen oft Tränen, weil Klientinnen dann pure Liebe und die Verbindung zu etwas Größerem fühlen.


Du sagst ja, dass jeder Mensch einen solchen Seelenweg hat und zu einem bestimmten Ziel auf der Welt ist. Kannst du das in einer 90-minütigen Beratung wirklich für jeden benennen? 
Ja, das kann ich. Psychotherapeuten können ja im Vergleich auch innere Probleme aufdecken und bearbeiten, aber eben nicht in 90 Minuten. Ich sehe die Knackpunkte, wo eine Person ran sollte. Das muss dann aber auch passieren: Wenn jemand eine astrologische Beratung nur konsumiert und nichts aus den Informationen macht, verändert sich nichts. 

In den vergangenen Monaten hat der Glaube an das Übersinnliche sehr zugenommen, ist sogar Trend geworden …
In Frankreich und den USA war das schon lange Trend, aber in Deutschland hat die Nachfrage seit Corona sehr zugenommen. Wir stecken gerade alle in einer Krise. Diese eingebettet zu wissen in einen Zyklus ist ein Trost. Das kann die Astrologie. 

Zu wissen, dass der Wahnsinn irgendwann wieder aufhört?
Zu wissen: Wenn wir diese Krise durchlebt haben und alles gut geht, kann eine größere Gerechtigkeit kommen. Es geht in der Gesellschaft heute nicht mehr darum, immer mehr Profit zu machen, sondern: „Ich habe und teile“. Diese neue Ära beginnt gerade. 

Was macht dich da so sicher? Noch steht in unserer Gesellschaft doch eher der Kapitalismus vorn.
Am 12. Januar 2020 gab es einen großen Moment: Da haben sich Pluto und Saturn im Zeichen des Steinbocks am Himmel getroffen. Das letzte Mal, als diese beiden Zeichen sich im Steinbock verabredet hatten, war zu der Zeit, als Martin Luther seine Thesen an die Kirchentür gepinnt hat. Und du weißt, was sich danach noch alles verändert hat. Das kommt jetzt auch. 

Claudia Hohlweg: Foto der Astrologin
Claudia Hohlweg war 51 Jahre alt, als sie ihr Leben noch mal auf den Kopf stellte: Im Herbst 2015 belegte sie ein Studium der Astrologie. Heute bietet sie online oder live Beratungen an, in denen sie nicht nur in die nahe Zukunft ihrer Klientinnen guckt, sondern auch benennt, wo deren Seele hin will. Eine große Sitzung von 90 Minuten kostet 300 Euro. Weitere Infos unter: blumoon.de.
© Privat



Also womit genau rechnest du beim Blick in die Sterne?
Nach einer Erdepochenzeit von 200 Jahren, in der es immer um Absicherung ging, sind wir das erste Mal wieder in einer Luftepoche. Die steht für was Schnelles, Bewegliches, für Austausch. Es geht jetzt darum, sich zu vernetzen und neue Möglichkeiten des Lernens und Kommunizierens zu finden. Es kommen neue Gesellschaftsformen, Regierungen werden sich ändern, alte Systeme zusammenbrechen. Ab jetzt darf Gleichheit wachsen. Aber noch befinden wir uns erst am Anfang davon. 

Was heißt das für 2022? Du hast für die GUIDO gerade das Jahreshoroskop aller Sternzeichen erstellt. Welche Tendenzen wird es geben? 
Vor uns liegt das Jupiterjahr. Und Jupiter ist der Glücksplanet. Er bringt, was wir gerade alle brauchen: Glaube, Hoffnung, Zuversicht. Allerdings nicht nur, denn jeder Planet hat immer auch seine Schattenseite. 

Und die wäre in dem Fall?
Jupiter ist wie ein Cowboy, der lässig durch die Welt reitet, dann einen Saloon betritt und ruft: "Eine Runde für alle!" Der kann ganz schön auf dicke Hose machen. Es droht die Gefahr, dass wir uns überschätzen. 

Wie lässt sich das vermeiden?
Durch Selbstreflexion: Was vermisst du? Was wünschst du dir? Wie kannst du es erreichen? Dieses Jahr ist nicht wie bei „Wünsch dir was!“, und dann kommt eine gute Fee und erfüllt es dir. Aber: Wir dürfen uns im Jahr 2022 alle weiterentwickeln. 

Wie sehr ist denn das, was du aus den Sternen liest, Wissenschaft, und wie sehr ist es eher Interpretation? 
Jede Astrologin wird den Jupiter anders deuten. Man muss halt beim Lesen mit dem Kosmos in Kontakt treten und auch sein intuitives Wissen nutzen. 

Genau dieses Interpretieren führt ja bei relativ vielen Menschen zu großer Skepsis Horoskopen gegenüber … 
Ich bin ein wohlgesonnener Fisch und kann denen gut sagen: „Dann glaube halt nicht daran!“ Interessant ist es in dem Zusammenhang aber, zu wissen, dass früher Ärzte häufig auch eine astrologische Ausbildung hatten. Sicher nicht ohne Grund. 

Du blickst in deinen Sitzungen in die Vergangenheit und in die Zukunft. Warum? Interessiert nicht alle nur, was auf einen zukommt?
Das ist wichtig, um sich besser zu verstehen. In jedem Horoskop ist die Mondknotenachse der rote Faden, der anzeigt, woher die Seele kommt, also was wir mitbringen in unser Leben, und wo die Seele jetzt hin will. Ich war zum Beispiel in meinem früheren Leben sicher Künstlerin, aber das war nicht meine Bestimmung. Jahre habe ich meine Energie ins Alte gesteckt. Wer aber weiß, was sein Seelenziel ist, kann sich früh auf den richtigen Weg machen und Erfüllung erleben. 

Wie reagieren die Menschen, wenn du ihnen ihr wahres Seelenziel nennst? 
Es fließen oft Tränen, weil die Klientinnen dann pure Liebe und die Verbindung zu etwas Größerem fühlen. Manche sind auch geschockt. Viele müssen das erst mal verdauen. Meine großen Beratungen dauern ja deshalb so lange, weil ich wirklich tief eintauchen will in die Seele des anderen Menschen. Ein kosmisches Gesetz heißt: wie innen, so außen. Nur wenn wir uns richtig kennen, strahlen wir die richtige Frequenz aus. Dann ziehen wir auch Leute an, die zu uns passen. 

Der Psychologe Carl Gustav Jung hat mal gesagt: „Ein ungedeutetes Horoskop ist wie ein ungelesener Brief.“
Genau. Und es ist irre schön, wenn dieser Brief geöffnet wird. Das ist meine Medizin, die ich für andere in die Welt bringe.

Guido

Mehr zum Thema


Unsere Lieblings-Nähanleitungen von Guido