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Es ist nie zu spät 3 Tipps, um neue Freunde zu finden

Freunde finden im Alter – geht das? Klar, mit diesen Tipps wird es einfacher
Freunde finden im Alter – geht das? Klar, und mit diesen Tipps wird es einfacher.
© Jacob Lund
Freund:innen finden, ist als erwachsene Person unmöglich? Absolut nicht! Wir haben ein paar Tipps, mit denen du neue Freundschaften leichter schließen kannst.

Irgendwie war das früher einfacher mit dem Finden von Freund:innen, oder? So zumindest scheint die generelle Meinung. Und klar: Als Kinder wurden wir mit vielen anderen Gleichaltrigen in eine Schulklasse gesteckt – irgendwann ergaben sich so ganz natürlich Freundschaften. Auch und gerade im Studium verbindet uns mindestens ein gemeinsames Interesse mit unseren Kommiliton:innen, da ist es noch relativ einfach, neue Freund:innen zu finden.

Und vielen reichen auch die Bekanntschaften, die in dieser Zeit aufgebaut und gepflegt wurden. Aber es kann immer zu Umständen im Leben kommen, wo wir (gefühlt) allein dastehen und unser soziales Umfeld neu aufbauen müssen, zum Beispiel nach einem Umzug in eine neue Stadt. Und schon fragt man sich: Wie habe ich damals eigentlich Freundschaften geschlossen? Und kann ich das in "meinem Alter" überhaupt noch? Die kurze Antwort lautet: ganz klar ja. Wir haben einige Tipps, mit denen dir das Schließen neuer Freundschaften leichter fällt.

Geh erst einmal davon aus, dass dich Menschen mögen

Wer warm und positiv an Menschen herangeht, der:die wird auch warm und positiv aufgenommen – klingt erst einmal nach einer logischen Konsequenz, aber tatsächlich liegt in diesem Wissen ein wichtiger Schlüssel. Denn wenn wir damit rechnen, von anderen Menschen nicht akzeptiert zu werden, neigen wir dazu, uns distanziert und unterkühlt zu verhalten – und das führt wiederum dazu, dass uns unsere Mitmenschen auch genauso begegnen, wie eine Studie feststellte. 

Je stärker du davon ausgehst, dass Menschen dich mögen werden, desto freundlicher agierst du selbst und desto wahrscheinlicher wird es, dass sie es auch tun.

Doch wenn Menschen erwarten, akzeptiert zu werden, dann "verhalten sie sich auch angenehmer, was dazu führt, dass andere Menschen sie akzeptieren. Wenn sie hingegen Ablehnung erwarten, verhalten sie sich kühl, was dann zu weniger Akzeptanz führt", fassen es Danu Anthony Stinson und weitere Forscher:innen in einer eigenen Studie zusammen. 

Was ziehen wir daraus? Je stärker du davon ausgehst, dass Menschen dich mögen werden, desto freundlicher agierst du selbst und desto wahrscheinlicher wird es, dass sie es auch tun. Menschen neigen dazu, zu unterschätzen, wie sympathisch sie anderen sind – ganz besonders selbstkritische Menschen, wie eine Studie feststellte. Höre also lieber nicht auf deine innere Stimme, wenn sie dir einreden will, dass dein Gegenüber dich nicht leiden kann. Höchstwahrscheinlich (und zurecht) hat die nämlich nicht Recht damit.

Such dir ein Gruppenhobby

Wodurch entstehen die meisten Freundschaften? Durch gemeinsame Erfahrungen. In der Kindheit war das die gemeinsame Zeit in der Schule, im Sportverein oder im Zeltlager. Im Studium war es die Zeit an der Universität (und für manche in den Bars drum herum). 

Was tust du gerne? Lesen, wandern, laufen, meditieren, Sprachen lernen oder Tennis spielen? Das sind alles wunderbare Hobbys, die sich als Gruppenaktivität eignen. So ziemlich jedes Hobby lässt sich mit anderen Menschen teilen und genau daraus können Freundschaften entstehen.

Nun gilt es nur noch, diesem Hobby regelmäßig nachzugehen und sich zu zeigen, denn laut einer Studie wirkt sich das positiv auf unsere Beliebtheit aus. Dort ließen die Forscher:innen Frauen zu unterschiedlich vielen Veranstaltungen eines Psychologiekurses erscheinen, nämlich zu keiner, fünf, zehn und 15. Die anderen Studierenden erkannten am Ende keine der Frauen wieder, mochten aber die Frau, die zu allen Kursen erschien, 20 Prozent mehr als die Frau, die zu keinem der Kurse auftauchte.

Sicherlich, zu Beginn mag es seltsam oder gar beängstigend sein, bei Veranstaltungen jeder Art aufzutauchen. Wir sehnen uns vielleicht eher nach unserer Couch, unserem Haustier und unserer Lieblingsserie. Aber mit der Zeit wird es einfacher, wir werden die Menschen der neuen Gruppe immer besser kennenlernen und im Zweifel – wie im ersten Tipp beschrieben – können sie dich schon jetzt mehr leiden, als du selbst glaubst.

Zeige deinen Mitmenschen, wie sehr du sie magst

Nun wird es ganz kompliziert, denn an dieser Stelle sind viele Menschen verunsichert: Wie zeige ich einer Person, dass ich sie leiden kann, ohne allzu anhänglich oder gar verzweifelt zu wirken? Die gute Nachricht ist: Wirklich viel falsch machen kann man in diesem Punkt nicht, denn wer eine:n neue:n Freund:in im Leben haben möchte, der:die kann und sollte ruhig zeigen, wie wichtig diese Person ist. Natürlich sollte man einen Menschen, den man erst kurz kennt, nicht unbedingt mit Komplimenten und Geschenken überschütten – aber ein nettes Wort oder eine nette Geste haben noch niemandem geschadet.

Was Menschen bei anderen Leuten suchen ist jemand, der:die sie mag und schätzt.

Im Gegenteil, wie eine Studie feststellte: Was Menschen bei anderen Leuten suchen, ist jemand, der:die sie mag und schätzt. Forscher:innen begleiteten sich entwickelnde Freundschaften unterschiedlicher Personen und fanden heraus, dass die Freundschaften hielten, bei denen sich beide gegenseitig ihre Zuneigung zum Ausdruck brachten.

Freundschaften entstehen in jedem Alter

Möglicherweise war es früher wirklich einfacher, Freundschaften zu schließen. Doch die Freund:innen, die sich im Sandkasten kennenlernten und bis heute eine innige Beziehung zueinander haben, sind selten. Jede:r kann neue Freundschaften schließen, egal in welchem Alter sich die Person befinden mag. Doch dafür muss meist auch Eigeninitiative gezeigt werden. 

Du bist ein wundervoller Mensch und jede Person, die dir begegnet, kann sich glücklich schätzen, dich kennenlernen zu dürfen. Möglicherweise hast du das ein wenig aus den Augen verloren. Umso mehr Zeit also, sich aufzuraffen, hinaus in die Welt zu gehen und aus Fremden Freund:innen zu machen.

Verwendete Quellen: psychologytoday.com, researchgate.net, journals.sagepub.com, sciencedirect.com, semanticscholar.org, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

cs Guido

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