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Psychologie Höflich, respektvoll und empathisch: So wirst du sozial intelligent

Mit sozialer Intelligenz wirst du nicht geboren, du kannst sie erlernen
Mit sozialer Intelligenz wirst du nicht geboren, du kannst sie erlernen
© Wayhome Studio / Adobe Stock
Soziale Intelligenz zeigt sich durch ein Verhalten, das über bloßen menschlichen Respekt und Höflichkeit weit hinausgeht. Drei Tipps, wie du selbst so werden kannst.

Sozial intelligente Menschen sind eine sehr angenehme Gesellschaft. Sie kommunizieren auf Augenhöhe, sind interessiert am Gegenüber, wenig raumeinnehmend und trotzdem ungemein interessant. Wer möchte das nicht gerne von sich behaupten können? Tatsächlich gibt es bestimmte Eigenschaften, die soziale Intelligenz ausmachen – und du kannst sie leicht erlernen. Wir haben ein paar Tipps dafür.

Soziale Intelligenz zeigt sich durch einen gesunden Umgang mit Kritik

Es gibt Menschen, die mit Kritik nicht besonders gut umgehen können. Schon die kleinste Andeutung, dass bestimmte Verhaltensweisen oder Aussagen kritikwürdig sind, führen bei diesen Personen dazu, dass sie sich entweder gekränkt in ihr Schneckenhaus zurückziehen oder alternativ wütend und lautstark gegenhalten – und damit meist den Kritikpunkt validieren. 

Sozial intelligente Menschen überlegen bei Kritik: Ist sie gerechtfertigt? Handelt es sich um ein Missverständnis? Wie geht es meinem Gegenüber damit?

Wer sozial intelligent ist, nimmt nicht automatisch jeden Kritikpunkt nickend und schweigend an – in jedem Fall hören solche Menschen aber zunächst einmal zu und lassen das Gegenüber die Gedanken zu Ende aussprechen. Und anstatt ihren Emotionen die Kontrolle zu überlassen und sich zu verteidigen, überlegen sie zunächst: Ist die Kritik gerechtfertigt? Inwiefern könnte es sich hierbei auch um ein Missverständnis handeln? Wie muss sich ihr Gegenüber wohl fühlen, dass es das Gespräch sucht? 

Es ist natürlich nicht immer einfach, Kritik nicht als persönlichen Angriff zu nehmen – da kommt es auch darauf an, wie sie formuliert wurde und in welchem Verhältnis du zu der Person stehst. Mit ein wenig Übung kannst du dem Drang, dich sogleich rechtfertigen zu wollen, aber immer leichter widerstehen. Schließlich ist Kritik zunächst einmal der Versuch, an einer für mindestens eine Partei unangenehmen Situation etwas zum Positiven zu ändern. Sozial intelligente Menschen sehen das als Chance!

Deine Meinung ist deine Meinung – das macht sie aber noch lange nicht zum Fakt

"Was für ein Idiot", magst du dir denken, wenn eine Person vor dir steht und sich ganz fürchterlich benimmt. Aber mit dem Gedanken bist du in eine fiese Falle getappt, denn in dem Moment be- bzw. verurteilst du einen Menschen und nicht etwa sein Verhalten in diesem Moment. Versuche, gerade wenn du mit anderen Personen darüber sprichst, solchen Menschen kein Attribut zuzusprechen, dass sie komplett ausmacht. "Ich hatte eine ziemlich unangenehme Erfahrung mit diesem Menschen und fühlte mich sehr unwohl dabei", ist beispielsweise eine Aussage, bei der du ganz bei dir und deiner Wahrnehmung bleibst.

Sozial intelligente Menschen wissen, dass sie andere Menschen nicht mit einem einzigen Attribut in ihrer Gänze greifen 

Wo ist der Unterschied? Bei einer Person, die du als "Idiot" abgestempelt hast, wird dein Blick viel eher auf negativen Eigenschaften ruhen – du wirst instinktiv nach "Beweisen" suchen, die dich nur in deiner Meinung bestärken. Sozial intelligente Menschen wissen aber darum, dass ein Mensch nicht nur ein einziges Attribut ist – vielleicht hatte die Person einen schlechten Tag, vielleicht fühlte sie sich selbst unwohl, vielleicht gab es einfach eine Fehlkommunikation. Am Ende weißt du es nicht – und dieses Unwissen ist sozial intelligenten Menschen klar. Eine negative Erfahrung mögen sie mit der Person gemacht haben, das sagt aber nicht, dass jede weitere Begegnung gleichermaßen unangenehm sein muss.

Diese Offenheit macht sie flexibel und nachsichtig im Umgang mit ihren Mitmenschen – was auch für sie selbst angenehmer ist, denn schließlich sind sie nicht die ganze Zeit damit beschäftigt, auf den nächsten Fauxpas ihres Gegenübers zu warten. Das spart Energie und Zeit, die sie für andere, schönere und konstruktivere Dinge verwenden können.

Die Gefühle anderer Personen haben immer ihren Wert

Aufbauend auf den ersten beiden Punkten haben sozial intelligente Menschen einen scharfen Blick für die Emotionen anderer Menschen – und respektieren diese, ob sie die Gefühle nun selbst nachempfinden können oder nicht. Wir kennen es doch selbst: An manchen Tagen fühlen wir uns einfach nicht gut. Wenn wir das einer anderen Person gegenüber kommunizieren, ist doch das Letzte, was wir in solchen Momenten hören möchten, ein Satz wie: "Warum geht es dir denn bitte schlecht? Du hast so ein tolles Leben!"

In dem Augenblick, in dem du auf die Emotionen einer anderen Person eingehst, zeigst du diesem Menschen: Ich sehe und akzeptiere dich als der Mensch, der du bist.

Eine Emotion kann nicht "wegrationalisiert" werden. Es mag sein, dass du die Gefühle deines Gegenübers nicht nachempfinden kannst – aber der wichtige nächste Schritt ist, zu erkennen, dass das auch nicht unbedingt gefragt ist. Dein Gegenüber braucht nicht die "Absolution" von dir, traurig sein zu dürfen. Dein Gegenüber braucht dich als Freund:in, Partner:in, kurzum, als Unterstützung in diesem Moment. In dem Augenblick, in dem du auf die Emotionen einer anderen Person eingehst, zeigst du diesem Menschen: Ich sehe und akzeptiere dich als der Mensch, der du bist.

Verwendete Quellen: huffpost.com, psychologytoday.com

Guido

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