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Wer bist du denn? Erst, wenn du Menschen in diesen 3 Situationen erlebt hast, kannst du sie wirklich beurteilen

Menschen beurteilen: Diese drei Situationen helfen dabei
Manchmal braucht es nicht viel, damit unsere Mitmenschen sich von ganz neuen Seiten zeigen
© leremy / Adobe Stock
Wer jemanden wirklich kennenlernen möchte, sollte die Mitmenschen in folgenden Situationen genau beobachten.

Wir meinen ja immer, dass wir unsere Liebsten ziemlich gut kennen. "Ja, so reagiert der immer, das kenne ich", oder "Du kannst mich gar nicht mehr überraschen" sind beliebte Aussagen in diesem Kontext. Und tatsächlich kennen uns unsere Herzensmenschen machmal besser, als wir glauben. 

Aber wer kann schon von sich behaupten, eine andere Person wirklich und zutiefst begreifen zu können? Wenn wir von uns selbst ausgehen, dann möchte wohl niemand absolut durchschau- und berechenbar und dadurch irgendwie langweilig sein. Und tatsächlich braucht es oftmals besondere Situationen, um unsere Mitmenschen von einer Seite zu sehen, die sie sonst vielleicht nicht unbedingt so offen zeigen würden. Hier eine kleine Sammlung.

1. Betrunkene reden Nonsens – und viel Ungefiltertes

In meiner Dating-Zeit (hach, lang ist es her) hatte ich eine ungeschriebene Regel: Mindestens einmal galt es, sich mit dem Date hemmungslos zu betrinken. Denn mir ist klar, dass manche sich gerade am Anfang viel Mühe geben und sich nur von "der besten Seite" zeigen. Und so meinen viele Menschen, gewisse Eigenschaften ihrer Persönlichkeit in der ersten Zeit verborgen halten zu müssen. Ich persönlich halte das aber für Blödsinn: Eine Person, die wirkliches Interesse an mir hat, wird sich nicht von meinen (vermeintlichen) Ecken und Kanten "abschrecken" lassen – so viel Selbstliebe wünsche ich doch bitte allen Menschen, sich nicht zu verbiegen, weil sie meinen, dass sie nicht so sein "dürften" wie sie sind.

Manches Mal offenbarte die betrunkene Person Ansichten oder knallte Aussagen auf den Tisch, die für mich ein absolutes No-Go waren. 

Aber ich mache mir keine Illusionen, viele Menschen sind verunsichert und fürchten das Urteil der anderen. Und so hat es sich als guter Weg erwiesen, mich mit diesen Menschen bei einem Date (möglichst am Anfang der Kennenlernphase) zu betrinken. So durfte ich viele lustige Abende erleben – aber manches Mal offenbarte die Person auch Ansichten oder knallte Aussagen auf den Tisch, die für mich ein absolutes No-Go waren. 

Beispiel gefällig? Ein stark angetrunkenes Date, das ich einer Freundin vorstellen wollte, bezeichnete sie im Laufe des Abends als "Anstandsdame" und fragte ganz ungeniert, warum sie denn überhaupt dabei sei. Mir wurde so schnell klar, worauf er es eigentlich angelegt hatte an diesem Abend. Und dass er sich so respektlos gegenüber einer sehr guten Freundin verhielt, ihr quasi das Recht absprach, mit uns den Abend zu verbringen, gab mir den Rest.

2. Hungernde Menschen haben keine Zeit für Freundlichkeit

Auf Hunger reagieren Menschen ja sehr unterschiedlich. Ich persönlich gerate irgendwann in Panik, wenn ich länger nichts gegessen habe – und bin mir dieses Umstands bewusst. Ich denke dann immer, dass ich jeden Moment ohnmächtig – oder gar tot – umfallen könnte. Ich muss zugeben, dass mir das bisher noch nicht passiert ist, doch riskieren kann und möchte ich es natürlich nicht.

Jemand, der:die hangry ist, verschwendet keine Zeit mit Höflichkeiten.

Dann gibt es Leute, für die scheint Freundlichkeit und Geduld eine derart kräftezehrende Angelegenheit zu sein, dass sie beim kleinsten Magenknurren lieber gänzlich darauf verzichten, schließlich gilt es, Energie zu sparen. So verbreitet ist das Phänomen von tobenden, hungrigen Leuten, dass es einen Begriff dafür gibt: "hangry" (aus dem Englischen "hungry" und "angry", was "hungrig" und "wütend" bedeutet).

Jemand, der:die hangry ist, wird die eigene Zeit nicht mit Höflichkeiten verschwenden – so ein Mensch zeigt dir sehr deutlich die eigenen Bedürfnisse und spricht ziemlich filterfrei mit dir. Aus eigenen Erfahrungen kann ich nur davon abraten, mit einem Menschen in diesem Zustand in eine Diskussion zu gehen. Gib ihm:ihr lieber schnell einen Snack, lasse die Nahrung wirken und wartet ab, bis Freundlichkeit und Geduld nicht mehr auf der "Nice to have"-Liste der Persönlichkeitseigenschaften stehen.

3. Übermüdete Menschen wollen das, was sie nicht haben können

Menschen beurteilen: Müdigkeit
Müde Menschen sind selten eine angenehme Gesellschaft.
© farbkombinat / Adobe Stock

Ähnlich zum Hunger neigt auch der übermüdete Mensch dazu, eine grausige Gesellschaft zu sein. Ob Kleinkind oder Rentner:in: Wem der Schlaf verwehrt wurde, den:die gilt es besser zu meiden. Besonders problematisch an dieser Gattung ist, dass die Situation nicht mit einem Müsliriegel zu überbrücken ist. Wer müde ist, der:die ist es – gerade an einem Arbeitstag – meist über einen längeren Zeitraum. Die Lösung des Problems erscheint nahe und nur logisch, doch die wenigsten können sich im Büro mal eben für ein Nickerchen hinlegen.

Auch hier scheinen soziale Eigenschaften wie Rücksicht, Höflichkeit und Geduld in den Standby-Modus zu gehen. Der müde Mensch hasst die Welt und alle darin Lebenden mit Inbrunst und man kann von Glück reden, dass es ihm meist an der notwendigen Energie fehlt, diesen Hass in Taten Ausdruck zu verleihen.

Menschen beurteilen – gar nicht mal so einfach

Unser Gehirn hat es gerne überschaubar: Ist jemand eine Gefahr oder nicht? Nett oder unfreundlich? Anziehend oder abstoßend? Instinktiv beurteilen wir andere Menschen anhand von Kleinigkeiten und das innerhalb von Millisekunden. Das Gehirn greift mit geübten Blick zu Schubladen, die wir unser Leben lang gefüllt haben. Diese Schubladen werden nur leider wirklich niemals dem Individuum gerecht. 

Spannend sind Menschen doch wegen ihrer Vielseitigkeit, ihrer Launen, ihres Charakters. Das alles mag nicht immer mit unseren eigenen Bedürfnissen und Erwartungen im Einklang stehen, aber am Ende aller Tage ist kein Mensch jemals auf diese Welt gekommen, um uns zu gefallen.

Guido

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