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Die Outsider-Stärke Diese Fähigkeit haben Außenseiter:innen anderen voraus

Die Outsider-Stärke: Frau sitzt allein mit Laptop in Café
© Danon / Adobe Stock
Es gibt die Menschen, die sich offenbar in jedes soziale Gefilde einspannen lassen – und solche, die diese Eigenschaft vielleicht nicht besitzen und sich deshalb teilweise außen vor fühlen. Beides ist vollkommen in Ordnung. Aber auch der:die Außenseiter:in zu sein, hat seine Vorteile.

Genieße es, wenn du öfter außen stehst, anstatt Teil einer Gruppe zu sein. Warum? Weil es positive Dinge mit sich bringt, die du vielleicht gar nicht vermuten würdest. Das Outsider:innen-Dasein ist nämlich keine Schwäche, sondern kann eine Stärke sein, die uns im Leben weiterbringt. 

Inwiefern? – fragst du dich jetzt vielleicht. Denken wir doch einmal an ein paar Außenseiter:innen. Was haben sie oft gemeinsam? Sie ecken meist in der Gesellschaft an, stehen lieber für ihre eigene Meinung, als mit dem Mainstream mitzugehen und prägen manchmal Generationen. Sie eignen sich außerdem oft selbst Wissen an und verlassen sich weniger auf die Gedanken und Ratschläge anderer.

Die beste Lehrkraft bist du selbst

Als Outsider:in gehörst du vielleicht nicht immer dazu, aber das gibt dir einen entscheidenden Vorteil: Du kannst selbst kreativ werden, deine eigene Vision umsetzen und wirst dabei nicht von anderen beeinflusst. Hier kommen drei Dinge, die Outsider:innen anderen voraushaben:

  1. Dein Motto: Lernen durch Machen.
    Dein:e beste:r Lehrer:in ist die Erfahrung, die du dir selbst aneignest. Mit Durchhaltevermögen und deinem Ziel vor Augen kannst du dir eigentlich alles beibringen, was du wissen musst. Und dazu brauchst du nicht die Hilfe anderer.
  2. Lösungsorientiert durchs Leben:
    Anstatt nach Rat zu suchen, versuchen Outsider:innen meist erst einmal selbst eine Lösung zu finden. Es mag einfachere Wege geben, aber deine eigene Sicht auf die Dinge macht dein Werk am Ende nicht nur zum Original, sondern auch originell. 
  3. Outsider:innen-Power:
    Insider:innen sind meist wie das Zahnrad einer gut geölten Maschine, bestehend aus mehreren Personen und sozialen Kontakten, auf die sie zurückgreifen können, was sie meist zu hervorragenden Teamplayer:innen macht. Doch als Außenseiter:in kreierst du deine Maschine einfach selbst – unabhängig davon, was andere von dir denken. 

Außenseiter:in mit Stil

Ein wunderbares Beispiel für eine erfolgreiche Außenseiterin ist Eileen Gray, eine der wichtigsten Designerinnen und Architektinnen des frühen 20. Jahrhunderts. Sie wollte mehr über Architektur lernen, doch damals war das noch ein Männermetier. Das hielt die junge Frau aber nicht davon ab, sich für den Beruf zu interessieren und einfach zu handeln – auch ohne Unterstützung von anderen.

Mit Büchern und Abendkursen lernte sie immer mehr über das, was sie wissen musste, und probierte sich in vielseitigen Designs selbst aus. Da sie nicht im Mainstream der Masse arbeitete, fiel ihr auf, dass die Arbeit der anderen Menschen aus dem Metier sehr vorhersehbar und wenig individuell war. Denn die Konkurrenz hielt sich an die gelehrten Design-Regeln mit sehr ähnlichen Häuserbauten. Eileen wählte den besseren Weg: Herausstechen anstatt mit dem Strom zu schwimmen.

Selbsterlernte Wunderwerke

Gray brachte sich alles Mögliche selbst bei: Unter anderem Mathematik, Zeichnen, das Ingenieurwesen oder das Verlegen elektrischer Kabel. Mit ihren Produkten zeigte sie allen, was der Glaube an sich selbst (ohne fremde Hilfe) für einen Erfolg haben kann. Ihre Designs, beispielsweise ein rundes Beistelltischchen mit Metallgestell und Glasplatte, werden auch heute noch genutzt und in ähnlichen Varianten verkauft. Damals waren ihre Kreationen vor allem neu und anders und wurden deshalb auf dem Markt schnell ein Erfolg.

1929 stellte sie dann ihr erstes Haus fertig: Die Villa E.1027. Ihre moderne Architektur wurde damals sehr gefeiert und noch heute kann das Gebäude an der Côte D'Azur im Urlaub besucht werden:

"Das sieht ja so aus, wie eine typische Villa in Hollywood", mag man jetzt denken. Aber: Eben aus dem Jahr 1929 und nicht aus 2014 – Eileen Gray ist eine spannende Persönlichkeit, die sich all den Aussagen anderer zum Trotz durchsetzte und auf ihrem Weg bestimmt viel erlebte. Auch die Möbelentwürfe im Inneren kreierte die Architektin und Designerin damals selbst. Mit Hilfe von alten Plänen und Fotos wurde die Innenausstattung und die Fassade des Gebäudes später komplett renoviert und kann nun wieder besichtigt werden. Also lernen wir daraus: Eine Außenseiter:in zu sein kann uns ganz schön weit bringen und ist kein Grund, um sich schlecht zu fühlen. Stattdessen: Heiße diese Eigenschaft Willkommen!

Verwendete Quellen: Psychology Today, ad-magazin.de

Guido

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