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Studie offenbart: Was die Stimme über die Persönlichkeit aussagt

Persönlichkeit: Was unsere Stimme über sie aussagt
Persönlichkeit: Was unsere Stimme über sie aussagt.
© antianti / Adobe Stock
Über die Stimme einer Person verbinden wir viel mit ihrer Persönlichkeit – doch was verrät sie darüber wirklich? Eine Studie gibt Antworten.

Wir kennen das: Wenn wir mit einer fremden Person telefonieren oder uns einen Podcast anhören, haben wir quasi automatisch ein Bild von der Person, die gerade zu uns spricht, vor unserem inneren Auge. Wir stellen uns vor, wie alt diese Person wohl ist, welches Geschlecht sie hat, ob sie eher klein oder groß ist. Vielleicht können wir  sogar heraushören, ob die Person gerade glücklich, traurig, nervös, interessiert oder gelangweilt ist.

Und wir bilden uns ein, dass wir die Persönlichkeit einer Person an ihrer Stimme festmachen können. Aber ist das wirklich möglich? Wie eine Studie der Universität Göttingen festgestellt hat, kann die Stimme auf gewisse Persönlichkeitsmerkmale zurückführen – aber nicht so viele, wie wir vielleicht manchmal denken.

Persönlichkeit: Sind tiefe Stimmen wirklich dominanter?

Für die Studie wurden über 2.000 Teilnehmende rekrutiert, deren Stimmlage digital gemessen und in "hoch" und "tief" einsortiert wurde. Hierbei wurden auch Alter und Geschlecht berücksichtigt. Die Proband:innen füllten zusätzlich Fragebögen aus, um ihre Persönlichkeit zu messen. Dabei mussten sie angeben, für wie dominant, extrovertiert, neurotisch, aufgeschlossen und gewissenhaft sie sich selbst halten. Ziel der Studie war es unter anderem festzustellen, ob Menschen mit tiefer Stimme dominanter, extrovertierter und sexuell aktiver waren.

Laut der Studienergebnisse sind Menschen mit einer tieferen Stimme tatsächlich eher dominant, extrovertiert und eher interessiert an Sex ohne Beziehung. Christoph Schild, Psychologe an der Universität Siegen und Teil des Forscher:innenteams ordnet die Ergebnisse so ein: "Die Forschung geht derzeit davon aus, dass Unterschiede in der Stimmtiefe eine Folge der sexuellen Selektion sein können." Es werde davon ausgegangen, dass die Stimmtiefe ein "ehrliches Signal" sei, dass potenzielle Konkurrenz abschrecken und Partner:innen ansprechen solle.

Die Stimme sagt uns nicht alles

"Unsere Ergebnisse deuten an, dass Menschen bestimmte Aspekte ihrer Persönlichkeit durch die Stimme zeigen", sagt Julia Stern von der Arbeitsgruppe Biologische Persönlichkeitspsychologie der Universität Göttingen.

Allerdings konnte kein Zusammenhang zwischen der Stimme und anderen Persönlichkeitsmerkmalen hergestellt werden. Wie offen, neurotisch, gewissenhaft oder verträglich eine Person ist, hat demnach wenig mit der Höhe oder Tiefe der Stimme zu tun. Und nicht immer lässt die Stimmlage selbst auf die Dominanz große Rückschlüsse zu, wie Schild erklärt: "Mike Tyson ist bekannt für seine eher hohe Stimme, aber gleichzeitig wird er wahrscheinlich eher als dominante Person eingeschätzt."

Verwendete Quellen: dw.com, neurosciencenews.com, sciencedirect.com

cs Guido

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