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Pride Month "Schwul oder lesbisch zu sein ist ja kein Ausbildungsberuf"

Guido zum Pride Month
"Für viele ist das überhaupt kein Thema mehr. Ich habe gelesen, dass hier mittlerweile 80 Prozent der Bevölkerung sagt: 'Ehe für alle ist okay.' Und das freut mich einfach."
© Jan Rickers
Der Pride Month steht wieder an, in dem Liebe und Geschlechter in all ihrer bunten Vielfalt gefeiert werden. Wir wollten mal von Guido wissen, was er zum Thema Queerness zu sagen hat und sprachen mit ihm über Selbstakzeptanz und Ausgrenzung.

Es ist wieder soweit: Die bunte Jahreszeit beginnt am 1. Juni mit dem Pride Month, in dem wir die Liebe und die Geschlechter in all ihren Farben und Facetten feiern. Aber uns auch stark für die Menschen machen, die noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Wir sprachen mit Guido über das Thema – und was er denen rät, die in einem nicht so akzeptierenden Umfeld aufwachsen.

"Man braucht eine Community"

Bunt, fröhlich und immer bereit, seinen Mitmenschen ein offenes Ohr zu geben – so kennen wir Guido und so war er wohl auch schon immer. Queerness sei für ihn nie ein so großes Thema im negativen Sinne gewesen. "Vielleicht auch deshalb, weil ich es immer sehr normal gelebt habe. Ich habe nie Ausgrenzung erfahren. Gott sei Dank!" Doch natürlich bedeutet das nicht, dass er nicht wisse, wie schwer Diskriminierung sein kann. "Schwul oder lesbisch zu sein, ist ja kein Ausbildungsberuf. Das sucht man sich nicht aus. Man muss dem aber früh genug ausreichend Raum geben."

Man muss absolut nicht davon begeistert sein, dass man schwul oder lesbisch ist, aber es ist okay. Und man sollte es als Geschenk nehmen.

Nicht jeder Mensch wächst in einem akzeptierenden Umfeld auf, das ist Guido klar. Diesen Menschen rät er vor allem eines: Selbstakzeptanz. "Man muss absolut nicht davon begeistert sein, dass man schwul oder lesbisch ist, aber es ist okay. Und man sollte es als Geschenk nehmen." Schließlich sei man damit nicht allein. Die Existenz und Stärke der LGBTQ+-Community, die sich auf unterschiedliche Weise für queere Menschen auf der ganzen Welt stark macht, gibt ihm recht. Man könne über diese Community viele Menschen kennenlernen und über das Leben lernen. "Und man sollte sich an andere Menschen wenden", rät er. Beratungsstellen würden Hilfe und Begleitung bieten. "Man braucht eine Community, um gut durch diese Zeit zu kommen."

Es hat sich viel getan

Der Pride Month wird auch genutzt, um auf die vielen Missstände bei dem Thema aufmerksam zu machen – auf der ganzen Welt, aber eben auch in Deutschland. Das ist gut und wichtig. Doch es hat sich auch viel getan in den letzten Jahrzehnten, worauf die Community stolz sein kann, betont Guido.

Jeder Mensch sollte doch das Recht haben, zu sagen, wer der eigene Partner sein soll.

"Für viele ist das überhaupt kein Thema mehr. Ich habe gelesen, dass hier mittlerweile 80 Prozent der Bevölkerung sagt: 'Ehe für alle ist okay.' Und das freut mich einfach." Schließlich ginge es beim Heiraten nur darum, dass man sich wünscht, jemanden an der Seite zu wissen. "Und dieser Jemand kann ja jeder sein. Jeder Mensch sollte doch das Recht haben, zu sagen, wer der eigene Partner sein soll."

Guido

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