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"Ich habe es verdient, wertgeschätzt zu werden" 5 psychische Bedürfnisse, die wir nie ignorieren sollten

Psychologie: Frau in der Natur
© olezzo / Adobe Stock
Eigene Bedürfnisse schlucken wir heutzutage gerne mal herunter – passt uns nicht. Dabei haben sie uns etwas zu sagen. Und wir sollten zuhören.

Hunger, müde, kalt – körperliche Bedürfnisse lassen sich schlecht unterdrücken, ihnen gehen wir ganz selbstverständlich nach. Anders sieht es aus, wenn es sich um Vermeidbares geht. Oft spüren wir durchaus, dass sich ein Gefühl in uns regt, drücken es dann aber weg, weil es uns – oder anderen – gerade nicht passt. Dabei sind psychische Grundbedürfnisse genauso wichtig wie körperliche. Und es lohnt sich durchaus, ihnen zuzuhören. 

Eigentlich haben die meisten von uns nämlich ein ganz gutes Gespür dafür, was ihnen guttut – und was definitiv nicht. Wenn wir wertgeschätzt werden, freuen wir uns. Wenn wir das Gefühl haben, ungerecht behandelt zu werden, werden wir wütend oder je nach Typ auch ängstlich oder unsicher. Wie ein Mensch auf unterschiedliche Situationen reagiert, ist ganz individuell, worauf wir uns aber einigen können, ist ein Gefühl an sich, unabhängig von seiner Ausprägung. Gefühle sind also schon mal ganz gute Wegweiser für unseren psychischen Bedürfnisse. 

Haben wir trotzdem Probleme, unsere eigenen Gefühle zu deuten oder ihnen nachzugehen, liegt das vielleicht daran, dass wir sie selbst nicht honorieren. Wer gelernt hat, die Bedürfnisse anderer ständig über die eigenen zu priorisieren, verliert irgendwann den Zugang zu ihnen. Das ist gar nicht so unüblich: Schließlich ist es ganz normal, dass Konflikte auftreten, wenn unterschiedliche Bedürfnisse aufeinandertreffen. Vermeidet man solche aber für gewöhnlich lieber, geht man den vermeintlich einfacheren Weg – und schiebt um des Friedens willen die eigenen Gefühlsregungen in die Schublade. Nur kennen wir dieses Problem aus dem eigenen Haushalt: Stopfen wir alles, was im Weg herumliegt, immer in den Schrank, ist das Chaos dadurch nicht verschwunden – wir sehen es lediglich eine Weile nicht. Öffnen wir das nächste Mal die Tür, fallen uns die hineingestopften Dinge buchstäblich auf die Füße. 

Unbefriedigte psychische Bedürfnisse können sich zum Beispiel in negativen Emotionen äußern – oder aber wirklich krank machen. Nicht ohne Grund spricht man davon, dass uns "etwas auf dem Magen liegt". So oder so suchen sich die Gefühle irgendwann ihren Weg. Umso besser, ihnen von vornherein zuzuhören. 

5 psychische Bedürfnisse, die es verdient haben, gehört zu werden

Das Bedürfnis, "Nein" zu sagen

Immer daran denken: Wenn du selbst keine Kapazitäten hast, kannst du auch nicht für andere da sein. Oft sagen wir "Ja", obwohl alles in uns sich dagegen sträubt. Es ist auch ein Akt der Selbstfürsorge, mal "Nein" zu sagen, etwas nicht zu tun. Übe dich doch zum Beispiel mal daran, diese sieben Grenzen für dich zu setzen.

Das Bedürfnis, wertgeschätzt zu werden

Das Bedürfnis nach Selbstwert gehört zu den psychischen Grundbedürfnissen. Jeder Mensch strebt danach, geliebt, gelobt oder schlichtweg als die Person wertgeschätzt zu werden, die man ist. Ob in Beziehungen oder am Arbeitsplatz – der Wunsch nach Wertschätzung kann ein Zeichen dafür sein, dass wir uns eben gerade nicht gesehen fühlen. Ein klärendes Gespräch kann helfen. Denn langfristig leidet das Selbstbewusstsein, wenn wir uns dieses Bedürfnis selbst absprechen.

Das Bedürfnis, alleine zu sein

Kennst du das? Jemand fragt dich, ob du Zeit hast, und du sagst instinktiv "Ja". Denn dein Kalender ist an diesem Tag noch leer. Trotzdem fühlt sich die Zusage irgendwie nicht gut an – denn das wäre dein Nachmittag gewesen, an dem du endlich etwas Zeit für dich gehabt hättest. Das Bedürfnis nach Me-Time wird heutzutage oft unterschätzt. Dabei ist es ganz normal. Manche Menschen brauchen mehr Zeit alleine, andere weniger – aber es kann so oder so nicht schaden, mit sich selbst gut auszukommen. Und eine Verabredung abzusagen, obwohl man nichts anderes vor hat – einfach, weil wir das Bedürfnis nach diesem Nichts haben.

Das Bedürfnis nach Gerechtigkeit

Das Gefühl, sich ungerecht behandelt zu fühlen, ist meist schon in der Kindheit sehr ausgeprägt. Mit der Zeit äußert es sich vielleicht weniger mit einem Schreianfall auf dem Supermarktboden, dafür eher mit einem unangenehmen Bauchgefühl. Es ist etwas Gutes, das Bedürfnis nach Gerechtigkeit nicht zu verlieren. Es hilft nicht nur uns persönlich, sondern auch anderen. Wer sich ungerecht behandelt fühlt, wird schneller aktiv – und auf der Welt herrschen viel zu viele Ungerechtigkeiten.

Das Bedürfnis, die Füße hochzulegen

Es begegnete uns schon bei der Zeit für sich: das gute, alt Nichts. Ständig lesen und hören wir von neuen Optionen, uns zu optimieren und unser Leben möglichst produktiv zu gestalten. Wie anstrengend! Das Bedürfnis nach einer Pause hat nichts mit Faulheit zu tun und landet unignoriert irgendwann im Burnout. Verurteilen wir uns also nicht dafür, sondern begrüßen das süße Nichtstun. 

mjd Guido

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