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Psychologie 5 Rituale für mehr Selbstliebe

Psychologie: Ritual zur Selbstliebe
© Iryna Imago / Shutterstock
Selbstliebe zu predigen ist einfach, sie wirklich zu leben dafür umso schwieriger. Wir haben ein paar Praxis-Tipps für dich, die wirklich helfen – inklusive Rat von Guido Maria Kretschmer persönlich.

Andere zu lieben fällt uns leicht. Meist passiert es sogar von selbst, wir müssen und können gar nichts dafür tun und schon ist es da, dieses diffuse Gefühl der Zuneigung. Wenn wir unsere beste Freundin dabei beobachten, wie sie uns von ihrem Tag erzählt, während wir unsere Großmutter umarmen oder wenn der Partner uns zufrieden anlächelt. An anderen Menschen sind es meist sogar die kleinen Unperfektheiten, die wir besonders schätzen. Die kleinen Fehler, die sie begehen, die Eigenheiten und Schrulligkeiten, die sie für uns menschlich, nahbar und besonders machen. Bei uns selbst ist das mit der Liebe aber so eine Sache. 

Selbstliebe wird in den letzten Jahren so viel gepredigt, dass sie eigentlich schon wie Blut durch unsere Adern fließen müsste. Überall wird uns erzählt, dass wir unseren Körper und uns so annehmen sollen, wie wir sind, das gängige Schönheitsideal wird über den Haufen geworfen und Individualisierung groß geschrieben. Doch obwohl wir viel davon reden, ist die Selbstliebe gar nicht so einfach zu erreichen. Zuhause, wenn wir alleine sind, fällt sie uns manchmal schwer. Nicht nur wenn wir vor dem Spiegel stehen, sondern auch, wenn wir nachts wach liegen und kleinste Worte auseinandernehmen, die wir tagsüber lieber gesagt oder doch besser zurückgehalten hätten.

Bei Selbstliebe geht es nicht nur darum, seinen Körper zu akzeptieren. Neben dem Äußeren spielt auch die Annahme unseres Inneren eine große Rolle. In unserer Leistungsgesellschaft sind wir so darauf gepolt, weiterzukommen, dass wir gerne mal vergessen, in unserem eigenen Tempo zu schwimmen. Wie können wir lernen, unsere eigenen Bedürfnisse zu erkennen, anzunehmen und ihnen zu folgen? Das ist das Herz der Selbstliebe – und das stärkt sich nicht von heute auf morgen. Vielmehr braucht es regelmäßiges Training. Wir haben ein paar Übungen für dich, die wir jeden Tag machen – inklusive Geheimtipps von Guido Maria Kretschmer persönlich. Und bekanntlich trainiert es sich zusammen ja am besten. Machst du mit?

Täglich einen Yoga-Flow üben

Yoga ist die letzten Jahre zu einem Wettbewerb geworden, der dem Kern der Philosophie gänzlich widerspricht: Bei Yoga geht es darum, ganz bei dir zu sein. Keine Vergleiche. Keine Blicke auf die Matte nebenan. Es geht nicht darum, wer zuerst mit den Händen den Boden berühren kann, sondern darum, wie sich dein Körper dabei fühlt und welche persönlichen Grenzen er uns aufzeigt. Yoga Flows helfen vor allem dabei, den Kopf frei zu kriegen und mal ganz in sich hineinzuhorchen. Die Abfolge eines Flows basiert auf dem Atemrhythmus und ist damit wie eine dynamische Meditation, bei der du jeden Körperteil einmal anspannst und spürst. Funktioniert wirklich – und wenn es nur 10 Minuten sind. 

Die eigene Crème de la Crème entdecken

Dieses Selbstliebe-Ritual lässt sich ganz einfach in den Alltag einbauen – und es wurde uns von Guido Maria Kretschmer mal in einem Interview persönlich empfohlen:

"Ich bin ja großer Fan von anfassen und eincremen. Dann hat man alles am Tag einmal in der Hand gehabt und man weiß: das ist mein Körper, das ist mein Jetzt. So entwickelt man einen ganz anderen Kontakt zu seinem Körper", hat der Designer uns geraten. Und wir testen es gleich aus, da dankt uns nicht nur unser Selbstbewusstsein, sondern auch unsere Haut.

Einmal am Tag Wind, Sonne oder Regen im Gesicht spüren

Klingt poetisch, jeder der sich aber schon einmal an der Nordsee hat ordentlich durchpusten lassen, weiß: Wetter hilft. Und zwar in beide Richtungen. Sonnenstrahlen auf der Haut sorgen dafür, dass wir uns automatisch wohlig-warm wühlen, Wind und Wasser wecken uns auf. Dieses Ritual basiert vor allem auf Achtsamkeit: Einmal am Tag rausgehen, das Wetter und sich selbst wieder spüren, innehalten. Plus: In der Natur wirken die eigenen Probleme oft ganz klein. 

Täglich einen schädlichen Insta-Account verbannen und ersetzen

Soziale Medien können die Sache mit der Selbstliebe erschweren oder erleichtern – wir haben es selbst in der Hand. Deswegen trennen wir uns jetzt jeden Tag von einem abonnierten Instagram-Kanal, der unserem Selbstbewusstsein schadet. Und abonnieren dafür einen, der uns besser gut – mit mehr Realismus.

Freund:innen ein unperfektes Kompliment machen

Wenn einem die beste Freundin von einem Makel erzählt, wird uns oft bewusst, dass uns dieses niemals aufgefallen wäre. Indem wir unseren Mitmenschen mehr ehrliche Komplimente machen, stärken wir gleichzeitig uns selbst – denn wir lernen Stück für Stück, dass im Nicht-Perfekten gerade das Liebenswerte steckt. Wir müssen unsere Bauchröllchen nicht lieben. Aber wir müssen uns auch nicht für sie hassen, denn sie definieren uns nicht. Wie schon Guido Maria Kretschmer sagte:

Wenn es einen Tipp von mir gibt, dann wäre es der, dass wir einfach auch das vermeintlich Nicht-Perfekte akzeptieren sollten, bei uns selbst und auch bei anderen. Ich finde, man sollte immer sein eigener größter Fan sein.
Guido

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