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Frühwarnsystem 5 toxische Merkmale, die wir gern übersehen, solange sie uns nicht betreffen

Frau unterhält sich auf einer Party
© Fractal Pictures / Shutterstock
Wir können uns im Leben nicht vor allem schützen – aber toxische Beziehungen brauchen wir nun wirklich nicht. Deswegen kann ein kleines Frühwarnsystem nicht schaden.

Es gibt eine Eigenschaft, die manche Menschen heutzutage verlernt haben, andere sich bewusst abgewöhnen, weil sie von wieder anderen zunehmend belächelt wird. Dabei ist es eine elementare Weltanschauung, die unsere Gesellschaft prinzipiell eher verbessern könnte. Es geht darum, das Gute im Menschen zu sehen.

Da höre ich sie schon in meinem Ohr, die dort sitzenden Kritiker:innen, die das Wort flüstern, mit dem in diesem Kontext gern um sich geworfen wird: Das ist aber naiv! Sehe ich nicht so. Denn generell können wir uns ruhig mal wieder ein wenig Gutgläubigkeit antrainieren, statt unserem Gegenüber immer nur Böses zu unterstellen.

Trotzdem gibt es ein kleines Detail, das man nicht ganz außer Acht lassen kann: Oft sind es nun einmal gerade die guten Menschen, die in ungesunde Beziehungen hineingezogen werden, seien sie romantischer, kollegialer oder freundschaftlicher Natur. Die mehr geben statt nehmen – und irgendwann selbst leer ausgehen. Die viel verstehen und zuhören – und dabei kaum zu Wort kommen. Die vertrauen und Gutes wollen – dabei aber manchmal eben auch ausgenutzt werden.

Nun muss man aber nicht gleich ein:e verbitterte:r Skeptiker:in werden, um sich vor solchen, nennen wir sie modern mal toxischen, Erfahrungen zu schützen. Es reicht ein wenig Obacht, ein leichtes Bauchgefühl – oder ein einfaches Bewusstsein für ein paar Verhaltensweisen, die uns aufhorchen lassen, wenn wir sie an anderen beobachten.

Nur weil es Menschen mit toxischen Verhaltensweisen gibt, heißt es nicht, dass alle sie aufweisen. Manchmal sind es sogar auch wir selbst, die sich nicht ganz ideal verhalten, schließlich werden wir immer von der eigenen Geschichte und den persönlichen Umständen beeinflusst. Trotzdem können diese Menschen im Grunde genommen gut sein. Die folgenden Merkmale können uns also dabei helfen, weiterhin an das Gute im Menschen zu glauben – sie dienen lediglich als Wegweiser, alles andere darüber hinaus nicht auszublenden.

Meist sehen wir ungesunde Dynamiken vor allem von außen, sind wir selbst erst einmal in ihnen gefangen, nehmen wir sie kaum mehr wahr. Deswegen kann ein eigenes Frühwarnsystem nicht schaden – das uns vor toxischem Verhalten bewahrt, bevor es uns bereits eingenommen hat.

5 Verhaltensweisen, an denen wir toxische Menschen frühzeitig erkennen können

1. Die Welt ist schlecht

Jede:r hat mal einen schlechten Tag und es kann durchaus gesund sein, die Laune auch mal rauszulassen. Das ist normal. Wenn Menschen jedoch alles und jeden prinzipiell erst einmal negativ bewerten, wird es schnell anstrengend. Denn im Leben solcher Personen startet ihr nie bei Null – vielmehr musst du immer einen Meter mehr zurücklegen, um die negativen Eindrücke von dir auszugleichen oder dem Gegenüber immer wieder zu beweisen, dass die Welt nicht schlecht ist. Das geht dauerhaft an die eigenen Energiereserven und man verliert schlimmstenfalls selbst den Blick für die kleinen, schönen Dinge im Leben.

2. Ihr Leben ist prinzipiell stressiger als das anderer oder auch: der Wem-gehts-schlechter-Wettkampf

Stress ist ansteckend. Ja, wirklich! Wenn wir uns mit Menschen umgeben, die immer gestresst sind, fühlen wir uns meist oft unruhiger und nervöser. Das lässt sich natürlich nicht immer vermeiden. Spannend ist hierbei aber, wie jemand mit dem Stress anderer umgeht. Wenn du mitbekommst, dass eine Person, der das Herz ausgeschüttet wird, daraufhin keine tröstenden Worte, sondern lediglich eine Schilderung der eigenen – natürlich weitaus dramatischeren – Situation parat hat, kann das tatsächlich in einer toxischen Dynamik enden. 

3. Zwischen-den-Zeilen-Lästereien

Dieses Verhalten lässt sich ganz wunderbar beobachten, wenn man selbst neu in eine Gemeinschaft kommt – sei es ein Freundeskreis oder ein Kollegium. Wie ein Mensch über jemand anderen spricht, sagt mehr über ihn:sie selbst aus, als die:den Betroffenen. Das müssen gar keine offensichtlichen Lästereien sein, manchmal sind gemeine Nebenbemerkungen viel schlimmer, denn sie zeigen: Hier wird lieber hinter dem Rücken als direkt gesprochen. Um sich von toxischen Menschen fernzuhalten, kann man also immer im Hinterkopf behalten: Wie sie über andere reden, reden sie vermutlich auch über dich.

4. Sie sind umgeben von toxischen Menschen.

Das Klischee der "Psycho-Ex-Freundin" hat so gut wie jede:r von uns schon einmal gehört. Kaum entscheidet sich eine Person, sich selbständig aus dem Leben der anderen zurückzuziehen, wird ihr eine mangelnde Zurechnungsfähigkeit nachgesagt. Vorsicht, zu solchen Geschichten gehören immer Zwei – und wenn jemand stets von sich als Opfer erzählt, ist das selten die volle Wahrheit.

5. Beobachte, wie sie auf Erfolge anderer reagieren.

Das ist tatsächlich ein sehr effektiver toxische-Menschen-Detektor: die Reaktion auf die Erfolge anderer. Kann ein Mensch gönnen? Und sich freuen? Und ist die Freude ehrlich? Wie jemand in Abwesenheit der erfolgreichen Person über sie und ihre Errungenschaften spricht, sagt viel aus. Und kann uns bei unserer Urteilsfällung helfen, wenn wir uns nicht sicher sind, ob wir jemandem trauen können.

mjd Guido

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