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Psychologie Wer 2 Worte aus seinem Sprachschatz streicht, wird glücklicher

Psychologie: Frau liegt auf dem Bett
© brizmaker / Shutterstock
Wir alle streben nach Glück. Wie finden wir es? Zum Beispiel, indem wir uns von zwei Worten gleich mal verabschieden – und uns damit ein positiveres Denkmuster zulegen.

Glücklich sein – wäre das doch nur so einfach, wie es klingt! Wir haben unser Glück zu einem gewissen Teil aber wirklich selbst in der Hand. Natürlich gibt es im Leben immer Dinge, die wir nicht beeinflussen können. Sei es das Wetter, das Verhalten anderer oder unerwartete Schicksalsschläge. Worauf wir aber durchaus Einfluss nehmen können, ist unser Umgang damit. 

Über die Jahre haben sich bei jeder/jedem von uns gewisse Denkmuster eingeschlichen, die uns oftmals gar nicht mehr auffallen. Sie sind wie die kleinen, äußerlichen Macken, bei denen Gegenstände auf dem Schreibtisch penibel angeordnet oder Schaumküsse immer von unten angegessen werden müssen. Jede:r hat sie, einige davon werden sichtbar, andere spielen sich unter der Oberfläche ab. Und wir meinen nicht die Kekskrümel, die unter dem Tisch verschwinden, nein, vielmehr die Worte, die wir in unseren gedanklichen Wortschatz krümeln und die sich dort wohler als gedacht fühlen.

Psychologie und die Macht der Was-Wenn-Gedanken

Einige dieser "inneren Macken" können uns das Leben ganz schön schwer machen. Denn sie setzen sich fest und stehen unserem Glück unbewusst im Wege. Heraus kommen Gedankenspiralen, Grübeleien und Ängste – und plötzlich fühlen wir uns gar nicht mehr so glücklich. Diese Denkmuster können ganz individuell sein, vermutlich hat jede:r so sein kleines Päckchen zu tragen. Eins davon begegnet uns im Alltag aber doch immer wieder und dürfte insbesondere den Grübelkandidat:innen unter uns bekannt vorkommen. Es enthält zwei Worte. Und die lauten "was" und "wenn".

  • Was, wenn ich im Stau stehe und zu spät zu meinem ersten Arbeitstag komme?
  • Was, wenn mein:e Freund:in einen Unfall hat, während sie mit dem Auto zu mir zu Besuch kommt?
  • Was, wenn mein:e Partner:in irgendwann aufhört, mich zu lieben – und sich doch lieber noch einmal ausleben will?

Na, ertappt? So oder so ähnlich beginnen so manche Gedankenspiralen, in denen uns unser Kopf einen gemeinen Streich und uns sämtliche Schreckensszenarios spielen lässt. Die meisten von ihnen beginnen mit den Worten "Was, wenn …" und enden selten mit einem positiven, motivierendem Impuls. 

In der Psychologie nennt man solche Gedankengänge übrigens kontrafaktisches Denken. Denn sie drehen sich um Dinge, die zum aktuellen Zeitpunkt nicht real sind – und sich nur in unserer Fantasie abspielen. Das Ganze funktioniert übrigens auch rückwärtsgewandt, wenn wir uns ständig fragen, was gewesen wäre, wenn Situation XY anders verlaufen wäre.

Das Leben besteht aus Veränderungen, alles ist ständig im Wandel, und wir spielen dabei nur eine ganz kleine Rolle. Mithilfe der Was-wenn-Szenarien versucht unser Gehirn, sich auf alle möglichen Zukunftsmöglichkeiten vorzubereiten. Nur werden wir uns nicht vor Dingen schützen können, in dem wir uns schon vorher Gedanken darum machen – im Gegenteil, wir berauben uns selbst von Momenten der Leichtigkeit und trüben unser Glück von vornherein, indem wir uns vor etwas fürchten, was höchstwahrscheinlich nicht einmal eintritt.

Die wenigsten der Schreckensszenarien, die wir uns nachts schon ausgemalt haben, werden wahr. Und wenn wir doch einmal mit Umbrüchen und Veränderungen konfrontiert werden, werden wir uns ihnen in dem Moment stellen, in dem sie auftauchen – uns zwar erst dann, nicht schon Wochen, Monate und Jahre vorher. Was-wenn-Gedanken schaffen uns ein Leben in Angst. Stattdessen können wir ein wenig achtsamer werden und Sätze, die in unserem Kopf mit diesen zwei Worten beginnen, einfach nicht mehr weiterdenken. Mit der Zeit können wir uns diese Gedanken also allein abtrainieren und so selbst etwas dazu beitragen, glücklicher zu sein.

Verwendete Quellen: Psychology Today, Lexikon der Psychologie

mjd Guido

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