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Ist denn schon wieder Weihnachten? Warum die Feiertage immer schneller kommen

Weihnachten: Weihnachtsmann verzweifelt
Weihnachten kommt gefühlt jedes Jahr früher.
© JenkoAtaman / Adobe Stock
Als Kind konnte Weihnachten gar nicht schnell genug kommen, als Erwachsene:r fragt man sich, wohin die viele Zeit schon wieder ist – warum ist das so?

Hach, wie schön ist doch die Weihnachtszeit – vor allem für die Kinder! Der Adventskalender wird jeden Morgen freudestrahlend hervorgeholt und ein weiteres Türchen geöffnet – aber warum, oh warum nur, sind es noch so viele Türchen bis zum 24.?

Anders sieht es bei vielen von uns aus, die wir schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel haben: "Wie, heute ist schon wieder der 17.?! Wann ist das denn passiert? Nur noch eine Woche bis Weihnachten und es muss noch so viel organisiert, gekauft und dekoriert werden! Die Wohnung müsste auch noch auf Vordermann gebracht werden, bevor sich die Verwandtschaft für die nächsten Tage einquartiert und sowieso … wie kann das Jahr schon wieder fast komplett vorbei sein?"

Fragt man im Freund:innenkreis herum, kommen die wenigsten noch hinterher: Feiertag scheint sich an Feiertag zu reihen, die Jahre rinnen wie Sand durch unsere Finger – aber warum ist das eigentlich so?

Wie sich unser Zeitgefühl mit den Jahren verändert

Laut einer Studie mit 918 Befragten, sind 77 Prozent der Meinung, dass es sich anfühlt, als würde Weihnachten jedes Jahr schneller kommen. Mit ein Grund dürfte sein, dass sich unser Zeitgefühl verändert: Damals, als wir noch kleine Kinder im zarten Alter von acht Jahren waren, waren auch zwölf Monate für uns relativ gesehen eine viel längere Zeit – immerhin ein Achtel unseres gesamten Lebens! Mit Mitte vierzig sieht das natürlich anders aus. Hier sind zwölf Monate ein relativ kleiner Teil auf unser gesamtes Leben bezogen.

Wo ist nur die viele Zeit hin?

Weihnachten: Einkaufsstraße
Für viele bedeutet die Vorweihnachtszeit vor allem: Stress.
© Smileus / Adobe Stock

Wer jung ist, der:die erlebt nahezu jeden Tag etwas Neues – logisch, schließlich hat man noch nicht so viel gesehen und getan! Doch je älter wir werden, desto seltener passieren uns wirklich neue Dinge, die unseren Alltagstrott durcheinanderbringen. Und weil die Dinge, die wir tun, so einen großen Einfluss auf unser Zeitgefühl haben, fliegen die Tage nur so an uns vorbei. Wir stehen auf, gehen arbeiten, kommen nach Hause, legen uns auf die Couch, gehen schlafen – und das Spiel beginnt von vorne. Urlaube, besondere Veranstaltungen und große Lebensveränderungen stören die Routine und sorgen dafür, dass wir die Zeit anders wahrnehmen.

Das beste bzw. schlimmste Beispiel wäre hierfür der Beginn der Corona-Pandemie: Auf einmal war der Alltag für die meisten Menschen komplett durcheinandergewirbelt, unsere Routinen in Schutt und Asche. Weswegen laut mehrerer Studien Menschen an unterschiedlichsten Orten den Lauf der Zeit als "nicht normal" erlebten.

Wann ist endlich wieder Weihnachten?

Wie gesagt, für ein Kind ist die Vorweihnachtszeit besonders schön und aufregend – und auch viele Erwachsene versuchen sich diese Zeit so schön und besinnlich wie möglich zu gestalten. Kinder sind ziemlich fixiert auf die Zeit an diesen Tagen (Adventskalender) – und wir kennen das alle von langweiligen/unangenehmen Situationen, in denen wir die Sekunden gezählt haben, bis es endlich vorbei war: Je stärker man sich auf die Zeit fokussiert, desto langsamer scheint sie voranzuschreiten.

Für Erwachsene ist die Weihnachtszeit nicht selten weniger aufregend, sondern eher ein weiterer Punkt auf einer sehr langen To-Do-Liste. Gerade in der aktuellen Zeit, in der viele Dinge auch trotz Corona wieder möglich sind.

Anhalten, Durchatmen, Weitermachen

Weihnachten: Marshmallow im Becher
Nicht nur über Weihnachten sollte man immer mal wieder durchatmen und entspannen
© azurita / Adobe Stock

Vielleicht sollten wir uns an unseren Kindern ein Beispiel nehmen: Weihnachten ist für viele Menschen inzwischen nur noch ein Stressfaktor. Dabei ist es doch eigentlich die Zeit der Liebe und Besinnlichkeit. Anstatt also von einem Termin zum nächsten zu hetzen, hier ein paar Weihnachtseinkäufe zu erledigen und dort noch ein paar Sterne aufhängen, könnten wir uns stattdessen mit unseren Kindern (oder Freund:innen, Partner:innen …) zusammensetzen, eine Adventskerze anzünden, Weihnachtsmusik hören und gemeinsam einmal tief durchatmen. Und sich vielleicht noch mit ein paar Weihnachtskeksen stärken, bevor wir uns wieder in den wuseligen Alltag vor der Haustür stürzen.

Das ist auch über Weihnachten hinaus sicherlich eine gute Idee.

Verwendete Quellen: theconversation.com, neurosciencenews.com, brill.com, journals.sagepub.com, psycnet.apa.org, journals.plos.org, digitalcommons.usm.maine.edu

cs Guido

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