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Nur Mut! Psychotherapeutin über drei einfache Dinge, die sie selbstbewusster machen

Mit diesen drei Dingen wirst du im Alltag selbstbewusster
Eine Psychotherapeutin verrät, wie du mit diesen drei Dingen im Alltag selbstbewusster wirst.
© rawpixel.com / Adobe Stock
Mutig sein, an sich glauben, durchhalten – nicht immer so einfach. Eine Psychotherapeutin gibt drei Tipps, wie wir unseren inneren Schweinehund überwinden und selbstbewusster werden können.

Selbstbewusstsein ist ein wichtiges Gut – der Glaube an uns und unsere Fähigkeiten sorgt dafür, dass wir die Herausforderungen des Alltags, klein und groß, bewältigen können. Aber mit dem Vertrauen in sich selbst ist es so eine Sache, besonders, wenn die Ängste dazwischenkommen. Die können nämlich gerne mal sehr viel lauter und raumeinnehmender sein, gerade in Situationen, die uns kalt erwischen – wie ein tolles Jobangebot aus heiterem Himmel oder eine Aufgabe von dem:der Vorgesetzen, die uns herausfordert. 

Jenny Maenpaa, Psychotherapeutin und Gründerin von "Forward in Heels", einer intersektionalen feministischen Praxis für Gruppentherapie in New York, kennt diese Ängste, kennt die Stimme, die laut ruft: "Du kannst das nicht. Du bist schlecht. Du solltest aufgeben." Und sie gibt drei einfache Dinge auf den Weg, mit deren Hilfe wir dieser Stimme sagen können: "Sei ruhig, ich schaff das."

Große Ziele in kleine Einzelschritte teilen und jeden Erfolg feiern

"Ich möchte in vier Monaten 20 Kilogramm abnehmen, generell sportlicher sein, mich gut ernähren und zufriedener mit mir selbst sein" – ein hehres Ziel, oder? Und leider auch ziemlich unrealistisch bzw. überaus hochgesteckt. Da ist Druck und Frust vorprogrammiert. Auch Jenny kennt das. Ihre 60-Tage-Fitness-Challenge war vor allem getrieben von Unlust und Frustration. "Es war sehr schwer am Anfang, weil ich so fokussiert auf die 60 Tage am Stück war, dass ich den nächsten Tag schon fürchtete, wenn ich ein Workout durchgeführt hatte."

Ich habe damit angefangen, jeden Tag für sich zu feiern, den ich an mir selbst gearbeitet habe, anstatt ihn als lediglich einen von 60 zu sehen.

Wichtig ist dabei, einen Schritt zurückzugehen und sich mental auf einen Tag zu fokussieren. Nur auf diesen einen Tag und morgen dann auf den neuen Tag. "Ich habe damit angefangen, jeden Tag für sich zu feiern, den ich an mir selbst gearbeitet habe, anstatt ihn als lediglich einen von 60 zu sehen." Das lässt sich auf jedes große Projekt übertragen: Du willst gesünder essen? Sag dir nicht: "Ich esse jetzt jeden Tag nur gesund, egal was kommt!" Sag dir lieber: "Heute esse ich nur gesunde Lebensmittel." Oder: "Heute esse ich zum Mittag etwas Gesundes." Oder: "Als Snack gibt es heute Äpfel statt Chips." Oder, oder, oder. Sich auf einzelne erfolgreiche Schritte zu konzentrieren, hilft dir dabei, mehr Stolz und Selbstvertrauen zu empfinden, was es auch leichter macht, das große Ganze anzugehen und durchzuziehen.

Schau dir die Beweise an

Wir erinnern uns an die gemeine, laute Stimme in unserem Kopf, die ruft: "Du kannst das nicht. Du bist schlecht. Du solltest aufgeben." Jenny nennt diese Stimme ihr "inneres, gemeines Mädchen". Sie würde besonders dann auftauchen, wenn die Psychotherapeutin mit einer Situation überfordert ist.

Wurdest du ausgewählt, um bloßgestellt zu werden? Oder vielleicht, weil du in dem Bereich ein:e Expert:in bist?

Doch was weiß dieses gemeine Mädchen schon? Nehmen wir an, du musst für deinen Job einen Vortrag zu einem bestimmten Thema halten, wurdest explizit von deinem:deiner Vorgesetzen dafür ausgesucht. Die Stimme sagt dir: "Du hast doch keine Ahnung davon, du bist unprofessionell und niemand interessiert sich für deine Meinung." Aber was sagen denn die Beweise? Wurdest du ausgewählt, um bloßgestellt zu werden? Oder vielleicht, weil du in dem Bereich ein:e Expert:in bist? Stehst du dort, weil es sonst niemand möchte, oder weil du zu dem Thema wirklich etwas Sinnvolles zu sagen hast, weil du in dieser Richtung ausgebildet bist oder dich anderweitig viel damit auseinandersetzt?

Auch auf andere Bereiche lässt sich die Beweisfindung wunderbar übertragen. Wenn die gemeine Person in deinem Inneren wieder laut wird, überlege einmal: Wann ist etwas passiert, dass ihre Meinung zum Fakt macht? Und wie oft? Und wie oft bist du erfolgreich und mit erhobenem Haupt aus einer Situation herausgegangen? 

Freund:innen und Familie zu Rate ziehen

Wenn dir selbst partout nichts einfallen will, um der inneren Stimme etwas entgegenzusetzen, dann ist es vielleicht an der Zeit, externe Zeug:innen in das Gespräch miteinzubeziehen. "Das mag vielleicht beängstigend klingen, aber die Menschen, die sich dazu entschlossen haben, Teil deines Lebens zu sein, lieben und schätzen dich – auch mit deinen Fehlern", schreibt Jenny dazu.

Außenstehende können uns einen sehr spannenden Einblick geben in unsere Wirkung nach außen hin und sehen oftmals Stärken, die uns gar nicht auffallen, weil wir sie vielleicht schon als Selbstverständlichkeit abtun, die jede:r kann. Aber dem ist nicht so. Als Jenny ein Jobangebot erhielt, bei dem sie unsicher war, ob sie dafür geeignet sei, fragte sie in ihrem engen sozialen Umfeld nach. "Die Antworten waren gleichermaßen überraschend wie bestärkend." Wer oft von anderen hört, er:sie sei in einem bestimmten Bereich besonders stark – der:die ist gut damit beraten, diese Beobachtung auch anzunehmen, denn im Zweifel haben die Leute damit recht. 

Verwendete Quellen: cnbc.com, forwardinheels.com

cs Guido

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