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TV-Lieblinge Was deine Lieblingsserien und ihre Charaktere über dich aussagen

TV-Lieblinge: Was deine Lieblingsserien und ihre Charaktere über dich aussagen
© Just Life / Shutterstock
Wenn wir Serien oder Filme schauen, gibt es immer diesen einen Charakter, mit dem wir sympathisieren. Oder umgekehrt: diesen einen Charakter, den wir absolut nicht ausstehen können. Aber warum ist das eigentlich so?

Wie wir unsere Lieblingscharaktere und deren Geschichten auswählen, hat möglicherweise etwas mit unserer eigenen Identität zu tun – der sozialen Identität. Mehrere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Komponenten wie das Geschlecht, die Nationalität oder auch nicht feste Merkmale wie die Lieblings-Fußballmannschaft einen Einfluss auf unser Medienverhalten haben können. Wir wählen die Inhalte in Medien so aus, wie sie uns am besten passen, und das gilt auch für unsere Lieblingsserien. Doch beeinflusst uns all das auch, wenn wir Chandler oder Ross in "Friends" als unseren Liebling wählen? Rory Gilmore oder Lorelai in "Gilmore Girls"? Leonard oder Rajesh in "The Big Bang Theory"? 

Wie wir uns für Filme und Serien entscheiden

Es gibt viele Ebenen, auf denen wir uns mit Serien oder Figuren auf dem Screen identifizieren können. Neben den Konstanten unseres Lebens wie Alter oder Geschlecht können auch Faktoren wie der Beziehungsstatus oder das Leben als Berufstätige für uns so wichtig sein, dass wir uns darüber identifizieren. Wenn wir Serien oder Filme nach diesen Kriterien auswählen, wollen wir natürlich, dass diese Teile unseres Selbst in einem positiven Licht dargestellt werden und wir uns so bestätigt fühlen können. Single und berufstätig? Dann wählen wir vielleicht eine Serie wie "Sex and The City" oder "Girlboss".

Das Geschlecht als Auswahlkriterium

Studien haben festgestellt, dass Frauen lieber Serien über Frauen anschauen und Männer lieber Serien über Männer. Beide wollen sich in ihrem Geschlecht bestätigt fühlen und mit einem positiven Gefühl aus dem Medienerlebnis gehen. Schwieriger ist es für Menschen aus der LGBTQ+-Community, die in Film und Fernsehen noch stark unterrepräsentiert sind. Auch wenn die Zahlen laut Studien in den vergangenen Jahren weiter ansteigen (GLAAD, 2022).

Wir wollen uns spiegeln

Für welche Lieblingsfigur wir uns in Filmen oder Serien auch entscheiden, hat etwas mit uns und dem Anspruch zu tun, den wir an uns selbst haben. Du bist ehrgeizig, kochst gerne und liebst es, zu organisieren? Dann sind die Chancen gut, dass du dich mit Monica Geller aus "Friends" identifizierst. Du bist kreativ, magst Menschen mit Humor und wirst oft missverstanden? Dann ist es vielleicht eher Chandler Bing. Du bist klug, aber trittst oft von einem Fettnäpfchen ins andere? Dann bist du möglicherweise Team Ross. 

Gruppen können ganz unterschiedlich sein

Es gibt viele Dinge, über die wir uns selbst definieren. Das kann unsere Liebe zur Mode, zur Kunst oder zu Filmen sein, die uns zu einer Serie führt und uns einen Charakter ans Herz wachsen lässt – oder vielleicht der Faible für düstere atmosphärische Looks. Es kann auch eine Gruppe sein, die unsere Persönlichkeit am besten widerspiegelt: zum Beispiel, ob wir extrovertiert oder introvertiert sind. Wir können uns als Reise- oder Kulturliebhaber verstehen, als Nerds oder Romantiker. Es gibt so viele verschiedene Dinge, die in einem Leben zusammenkommen.

Mach doch nach der nächsten Serie einfach mal eine Pause und denke darüber nach, welche Merkmale dich wohl zu deiner Entscheidung gebracht haben, ausgerechnet diese Serie zu gucken. Oder noch besser: Führe dir deine bisherigen Lieblinge vor Augen und denke darüber nach, zu welchen Teilen von dir sie am besten passen.

Verwendete Quellen: Trepte, 2004; McQuail, 2000, Oliver, 2000;

lkl Guido

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