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Aquaphobie Wie du die Angst vor dem Wasser überwinden kannst

Aquaphobie: Die Angst vor Wasser
Aquaphobie: Die Angst vor Wasser in jeder Form.
© andrej pol / Adobe Stock
Aquaphobie – die Angst vor Wasser – schränkt nicht nur in der Urlaubszeit ein. Was es mit dieser Angst auf sich hat und wie du ihr begegnen kannst.

Als Kind litt ich wahrscheinlich unter Aquaphobie – der irrationalen Angst vor Wasser. Eine offizielle Diagnose habe ich nicht, aber ein Blick auf die Urlaubsfotos meiner Eltern von damals, zeigt ein alles andere als begeistertes Kind am Strand. Während Gleichaltrige um mich herum Sandburgen bauten und im seichten Wasser plantschten, stand ich mit knallrotem Gesicht und tränenüberströmt davor und schrie mir die Seele aus dem Leib. Besonders schlimm sei es gewesen, als meine Eltern ins Wasser gegangen sind, wie meine Mutter mir Jahre später erzählte. Ich sei gar nicht mehr zu beruhigen gewesen. 

Eine Nahtoderfahrung weckte in mir zeitweise die Angst vor dem Wasser

Ob es Aquaphobie war oder nicht, in jedem Fall hatte ich panische Angst vor dem Wasser. Wie sich später herausstellte, aus für mich gutem Grund: Ich wäre einmal fast in einer Vogeltränke ertrunken (eigentlich sogar eine "witzige" Geschichte, die hier aber keinen Platz hat). Offenbar hat sich diese Nahtoderfahrung sehr negativ auf meine Beziehung zum kalten Nass ausgewirkt – zumindest für eine Zeit. Irgendwann wurde ich wieder zu der Wassernixe, die ich schon als Baby war und es bis heute bin.

Doch das gelingt nicht allen Menschen, schon gar nicht ohne fremde Hilfe: Aquaphobie macht es Personen, die unter dieser Angst leiden, nahezu unmöglich, sich Gewässern jeder Art zu nähern. Für sie sind die wenigen Sommer, die ich nicht einmal in die Nähe vom Meer wollte, jahrelanger Alltag. 

Aquaphobie: Wenn die Angst übermächtig wird

Ein gewisser Respekt vor Wasser ist nur gesund: Schließlich kann Wasser eine enorme Zerstörungskraft haben, wie erst im Juli 2021 die Hochwasserkatastrophe in NRW zeigte. Menschen können im Wasser ertrinken, wenn sie nicht vorsichtig sind oder von Strömungen mitgerissen werden. Doch an und für sich stellt Wasser keine Gefahr dar, ist im Gegenteil sogar überlebensnotwendig für den Menschen. 

Doch Personen, die irrationale Angst vor Wasser haben, sehen in vielen Wasserquellen eine Gefahr – sei es das Meer, das Schwimmbad, der See oder sogar nur das Waschbecken. Schätzungsweise 19,2 Millionen Menschen leiden allein in den USA unter dieser spezifischen Phobie, wobei Frauen doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Wie bei vielen Phobien entwickeln sich auch bei der Aquaphobie die Symptome meist in der Kindheit oder Jugend. Und nicht immer beschränkt sich die Angst auf den reinen Anblick: In einer Studie wurde ein älterer Mann behandelt, der seine Phobie dadurch entwickelte, dass er beim Trinken das Gefühl hatte, zu ertrinken.

Wie sich die Angst zeigt

Menschen, die unter Aquaphobie leiden, können die Nähe zu Wasser meist kaum aushalten
Menschen, die unter Aquaphobie leiden, können die Nähe zu Wasser meist kaum aushalten
© simona / Adobe Stock

Ob Fluss oder Pfütze – für manche Menschen mit Aquaphobie ist der reine Anblick von Wasser bereits beklemmend, wobei die Menge meist keine Rolle spielt. Schon der bloße Gedanke kann für manche Menschen Beklemmungen und Panik auslösen. 

Gerade in der Urlaubszeit ist diese Phobie enorm belastend: Während sich Freund:innen und Familie im Wasser abkühlen, können Betroffene meist nicht einmal an den Strand gehen, ohne unter Herzklopfen, Übelkeit oder gar Ohnmachtsanfällen zu leiden.

Wie man Aquaphobie überwinden kann

Während sich meine Angst vor dem Wasser bereits im frühen Kindesalter von selbst legte, haben manche Menschen nicht so viel Glück: Sie begleitet die Aquaphobie teils bis ins Erwachsenenalter. Die gute Nachricht lautet: Aquaphobie ist behandelbar. Es handelt sich hierbei um eine "spezifische Phobie", also eine ausgeprägte Angst vor einem bestimmten Objekt oder einer Situation, seien es beispielsweise Hunde, Blut, Höhe oder eben Wasser.

Derartige Phobien sind therapierbar – zum Beispiel durch eine kognitive Verhaltenstherapie, in der Patient:innen lernen, die Gedanken und Ängste beim Thema Wasser zu hinterfragen und Strategien entwickelt werden, um mit den Gedankenmustern und festsitzenden Überzeugungen umzugehen. 

Verwendete Quellen: healtline.com, tagesschau.de, bptk.de

cs Brigitte

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