Wer hat Angst vorm Krankenhaus?

Zwei Krankenhäuser an einem Ort? Das kann nicht gut gehen! Zu welch skurillen Mitteln das Personal im Kampf gegen die Konkurrenz greift, zeigt "Die Aufschneider" - immer hart an der Grenze zum Plumpen

Die Eichwaldklinik ist klein, altmodisch ausgestattet und das Personal nicht immer von der schnellsten Truppe. Das Krankenhaus St. Georg ist das genaue Gegenteil: Groß, modern und der Klinikchef stets auf der Suche nach dem größtmöglichen Profit. Die Häuser müssen im Konkurrenzkampf um den Zuschuss öffentlicher Geldmittel gegeneinander antreten - wer verliert, muss schließen.

Wer hat Angst vorm Krankenhaus?

Traditionell und nett

Die Belegschaft sieht für ihre Eichwaldklinik kaum eine Chance. Das stürzt die Angestellten in eine besorgte Krise, müssen sie doch innerhalb von nur zehn Tagen der Kommission überzeugende Argumente liefern, damit ihr Krankenhaus nicht geschlossen wird. Dann hat der Chef des Hauses, Professor Keller (Burghart Klaußner), die rettende Idee: Mit einem Wellnesskonzept und Werner Vierkötter (Josef Ostendorf), einem Experten in Sachen Entspannung, will der Chef das Rennen um die öffentlichen Gelder gewinnen.

Modern und skrupellos

In der St.Georg-Klinik wird mit härteren Bandagen gekämpft. Dort herrscht der Klinikchef Professor Radwanski (Christoph Maria Herbst) mit streng modernem, zukunftsorientiertem Regiment, stets auf der Suche nach Profit. Er hält sich nicht lange auf mit der Suche nach einer innovativen Idee zur Rettung seiner Klinik, sondern versucht mit fiesen Tricks und den weiblichen Waffen seiner Geliebten Dr. Christiane Tietz (Nina Kronjäger), das gegnerische Krankenhaus auszuspionieren, den Gegner zu übertrumpfen, um mit dem Wissen die Kommissionsmitglieder auf die Seite seines Krankenhauses zu ziehen.

Wer zuletzt lacht - lacht am besten

Die Belegschaft der Eichwaldklinik bemüht sich um die Umsetzung des Wohlfühlfaktors in der Klinik. Doch mit den neuen Idee und deren Umsetzung haben die Ärzte Dr. Wesemann (Carsten Strauch), Dr. Kunze (Rainer Ewerrien) und nicht zuletzt die Op-Schwester Sylvie Göbel (Cosma Shiva Hagen) so ihre Schwierigkeiten. Das dabei eine dringend benötigte Spenderniere statt im OP, auf dem Teller des Fitnessexperten Vierkötter landet ist nur ein Malheur, das der Belegschaft des Traditionskrankenhauses unterläuft, bevor die Kommission bei einer dramatischen Pressekonferenz ihre Entscheidung bekannt geben kann.

Schwarzer Humor und beißende Realität

Als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller des Filmes hat sich Carsten Strauch mit vollster Energie seinem Projekt gewidmet. Die boshaften Anspielungen und die beißende Ironie auf die Gesundheitssituation in Deutschland können einem kaum entgehen, was sicher nicht zuletzt an dem Schauspielerensemble liegt, das mit prominenter Besetzung auftritt. Wer Comedy und schwarzen Humor mag ist in diesem Film sicher richtig. Ob aber der Bekanntheitsgrad der Schauspieler, die etwas plumpe Handlung des Filmes aufpolieren kann, darf man bezweifeln.

Bildmaterial 3L Film
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