"Whoa - ToaStar!"

"ToaStar" - diesen Namen solltet ihr euch merken! Die coole Combo aus Hamburg macht Reggae/Dancehall vom Feinsten. Wir haben mit den Bandmitgliedern VroniK und Steph über die Band, die erste Platte und das (Über-)Leben einer Frau im Musikbusiness gesprochen

Interview

BYM.de: VroniK, seit wann bist du Mitglied von "ToaStar"? Seit wann gibt es die Band?

VroniK: Die Band hat sich im Sommer 2004 zusammen gefunden, aber schon vorher sind unser Frontmann Mistah Bomsh und DJ Grandmo Flash als "Soundshow" durch die Lande getourt. Als im Frühjahr 2005 unser damaliger Drummer Lars dann Steph und mich beim Popkurs in Hamburg kennen lernte, holte er uns dazu.

BYM.de: Wie seid ihr auf den doch recht außergewöhnlichen Namen "ToaStar" gekommen? Spielt ihr absichtlich mit dem Klang des Wortes "Toaster"?

VroniK: Der Name ist mir tatsächlich eingefallen, als ich nachts im Bett lag und nicht schlafen konnte! Ich bin dann schnell aufgestanden und habe ihn aufgeschrieben. Die anderen waren sofort einverstanden, denn der Name ist witzig und bleibt im Ohr hängen - klar spielen wir also auch damit, dass man zuerst an den Toaster denkt. Gleichzeitig sagt der Name aber etwas darüber aus, was wir machen: Denn "toasting" bezeichnet den Gesangsstil in der Dancehall-Musik.

Steph und VroniK von "ToaStar"

BYM.de: Wie würdest du den Stil eurer Musik beschreiben?

VroniK: Wie wär's mit: einfach gut! Na gut, jetzt im Ernst: Reggae und Dancehall legen die Grundsteine für unsere Musik. Aber wir sind auch merkbar beeinflusst von Soul, Pop und HipHop. Ich würde sagen, wir verbinden das Beste all dieser Musikstile zu etwas Neuem.

Steph: Das ist ja das Besondere an ToaStar: hier vereinen sich Musiker aus den unterscheidlichsten Musikrichtungen: von Rock über Jazz, Funk und HipHop bis hin zu Reggae/Dancehall ist alles vertreten- und das hört man!

BYM.de: Seid ihr mit anderen Band vergleichbar, "Seed" zum Beispiel? Was macht euch besonders?

VroniK: Vergleichbar: ja. Aber nicht gleich! Seeed machen gute Musik und inspirieren uns definitiv. Aber gerade Steph's und mein Gesang macht unseren Sound noch souliger und sehr melodiös. Ja, diese weibliche Komponente gibt es in anderen Bands vielleicht so nicht.

Steph: Klar, die Leute versuchen uns einem Musikstil oder einer Band, die diesen Musikstil vertritt, zuzuordnen, das ist ganz normal. Aber gerade weil wir uns nicht nur strickt an Reggae und Dancehall halten, wird eine Kategorisierung bei genauerem Hinhören etwas schwieriger.

BYM.de: Wie ist das als Frau in einer Band, die vorwiegend aus Männern besteht? Und wie werdet ihr zwei weiblichen Bandmitglieder von der Umwelt aufgenommen?

VroniK: In der Band ist es super! Mit den Jungs zusammen machen wir ohne Ende Quatsch und haben auch als Mädels unser Standing. Sonst ist das in der Musikwelt schon schwerer: Da wird man als Frau manchmal nicht ernst genommen und muss sich erst "beweisen". Das kann echt nerven! Ich hoffe, dass es in Zukunft für Frauen insgesamt besser wird.

Steph: Gerade wenn es um soundtechnische Fragen geht, werden wir gerne mal blöd angegeguckt, so nach dem Motto: die ist doch "nur" Sängerin, die kann gar keine Ahnung haben....!

BYM.de: Was könnte denn passieren, damit es besser wird?

VroniK: Wenn noch mehr Frauen und Mädchen Musik machen würden zum Beispiel! Wenn mehr Mädchen sich zutrauen nicht nur eine hübsche Sängerin zu sein, sondern auch ein Instrument zu spielen. Steph und ich spielen zum Beispiel gut genug Klavier, um unsere Songs alleine komponieren zu können. Toll wäre auch, wenn mehr Frauen in technischeren Berufen wie Toningenieur oder Produzent vertreten wären. Es gibt heute schließlich keinen Grund mehr, warum das immer noch hauptsächlich Männer machen. Frauen als Musiker, das muss zur Normalität werden und nicht die Ausnahme bleiben. Also Mädels: Ran da, traut euch!

BYM.de: Um welche Themen drehen sich eure Lieder? Gerade beim Opener "St. P.A.U.L.I" drängt sich der Eindruck auf, ihr seid stolz, Hamburger zu sein und spielt mit diesem Nordlicht-Thema. So haben es immerhin schon Bands wie "Fettes Brot" in die Charts gebracht.

VroniK: Klar sind wir da stolz drauf! Denn obwohl für zwei unserer Bandmitglieder Berlin zur Wahlheimat geworden ist, sind wir alle gebürtige Nordlichter und fühlen uns wohl im frischen Nordwind. Es geht uns aber nicht darum, eine nordische Masche abzufahren, sondern Songs aus unserem Leben zu erzählen. Und da gehört "St. P.A.U.L.I." einfach dazu, weil die Reeperbahn nur einen Katzensprung entfernt liegt.

Steph: Hamburg ist unsere Heimatstadt - ihre Atmosphäre, die Art, wie man hier lebt, hat uns natürlich auch geprägt. Von diesem Flair erzählt einfach der Song.

BYM.de: Jeder Musiker träumt davon, von seinem Hobby leben zu können - geht es euch da ähnlich? Habt ihr sonst ein Ziel, das ihr als Band unbedingt erreichen möchtet? Einmal die Nummer 1 der Charts zu sein vielleicht?

VroniK: Nee, eine Nummer 1 zu landen ist mir persönlich weniger wichtig. Aber von dem leben zu können, was man mit aller Leidenschaft macht - das wäre was! Um Musik professionell zu machen, musst Du all Deine Zeit investieren, auch ohne Geld zu verdienen. Der Druck, dazu noch Dein Leben zu finanzieren, kann einen da manchmal ganz schön zerreißen.

BYM.de: Wie geht es mit "Toastar" weiter, wo kann man euch sehen, wo kann man eure Platte bekommen?

VroniK: Wir werden spielen, spielen, spielen! Und sind gleichzeitig dabei, an neuen Songs zu basteln. Auf unserer Website erfahrt ihr auf jeden Fall immer, wo ihr uns sehen könnt. Und die EP und ToaStar-Shirts kann man dort auch bestellen.

Mehr Infos zu "Toastar"

Weitere Infos zu Toastar bekommt ihr unter www.toastar.de
Interview Frauke Hansen
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