Yuccies sind die neuen Hipster

Du bist kreativ wie ein Hipster und gebildet wie ein Yuppie? Dann bist du ein "Yuccie", sagt US-Autor David Infante - und macht sich damit viele Feinde.

Ein Yuccie? Wer oder was ist das denn?

Ein Yuccie ist ein "Young Urban Creative", eine Mischung aus Hipster und Yuppie. Er ist Teil der Generation Y, zwischen 25 und 35 Jahre alt, gebildet, weltgewandt, trendbewusst und erfolgreich. Schreibt man Yuccie "yucky", bedeutet es übrigens "eklig".

Wer hat sich das nun wieder ausgedacht?

Der amerikanische Autor David Infante. Er ist 26 Jahre alt, lebt in einer gentrifizierten Nachbarschaft in Brooklyn, trägt Schnurrbart und flitzt auf seinem Fixie-Fahrrad durch die Straßenschluchten New Yorks. In seinem kürzlich auf Mashable veröffentlichten (und seitdem wild diskutierten) Artikel sinniert er darüber, dass es bisher für Menschen wie ihn keine korrekte Bezeichnung gibt. Weil er es als Beleidigung empfindet, Hipster genannt zu werden, hat er sich kurzerhand einen neuen Namen ausgedacht - geboren war der Yuccie.

Für ihn sind die Young Urban Creatives Teil der Generation Y, im Komfort der Vorstadt geboren, gut gebildet und geleitet von dem unbedingten Willen, die eigenen Träume zu verwirklichen - und zwar so, dass dabei auch ordentlich Profit bei rumkommt. Seiner Ansicht nach bist du ein Yuccie, wenn eine der folgenden Eigenschaften auf dich zutrifft:

Yuccie oder nicht Yuccie? Die Checkliste: Yuccies ...

  • ... besitzen mehrere Ausgaben von Jonathan Franzens "Freiheit".
  • ... sind theoretisch gegen Gentrifizierung, aber lieben künstlerische Donuts.
  • ... wollen unbedingt bald nach Austin, Texas, weil es dort großartig sein soll.
  • ... nehmen an schnapsgetränkten Malkursen teil.
  • ... haben mal "was mit Banken" gemacht.
  • ... vermeiden sichtbare Tattoos (nicht gut für die Karriere).
  • ... lieben Seinfeld, obwohl die letzte Folge lief, als sie 16 waren.
  • ... kaufen die Wochenendausgabe der New York Times, aber lesen keine Nachrichten.
  • ... haben Tausende Instagram-Follower, aber fast keine bei Twitter.

Aha. Klingt ja irgendwie doch sehr nach Hipster.

Ja, er ist ihm ähnlich, aber eben mit ein paar Yuppie-Eigenschaften ("Young Urban Professional"). Der Yuccie hat keine Tattoos und keine Schulden, ist dafür aber umfassend versichert - ein echter Hipster würde darüber verächtlich mit der Nase schnauben. Während sich alle drei Gruppen über ihren Konsum definieren, ist dem Yuccie dabei jedoch nicht nur der Preis (Yuppie), sondern auch der Geschmack (Hipster) wichtig. Sein Ziel ist es, stilvoll seine Individualität und Kreativität zu wahren - und sich dabei lohnend zu vermarkten.

Kurzum: Der Yuccie ist privilegiert, Ich-zentriert und süchtig nach Bestätigung.

Irgendwie nicht so sympathisch ...

Stimmt. Aber immerhin findet das sogar der Autor selbst.

nw
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