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Buchtrends Herbst 2022 Die besten Familiengeschichten

Buchtrends Herbst 2022: Aufgeschlagenes Buch
© Alina / Adobe Stock
Egal, wohin sich die Temperaturen gerade bewegen – ein gutes Buch wärmt die Seele. Hier kommen unsere Favoriten der Familiengeschichten.

Anna Kim – Geschichte eines Kindes

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Geschichte eines Kindes: Roman
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23,00 €

1953 wird in Wisconsin ein Baby zur Adoption freigegeben. Diese gestaltet sich als kompliziert, denn die Behörden wollen mit aller Macht die Herkunft des Jungen feststellen, der Vater könnte Afroamerikaner gewesen sein. Anna Kim verknüpft diese Geschichte mit der einer Schriftstellerin aus Wien, die dem Fall nachgeht. Was diese bewegt, über ihre eigene Mutter nachzudenken, die allein zurück nach Korea ging. Ein kunstvoll verschachteltes Fragespiel, das Einblick in unsere Vorstellungen von Herkunft gibt.

220 S., 23 Euro, Suhrkamp

Daniela Raimondi – An den Ufern von Stellata

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An den Ufern von Stellata: Roman
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Wer nach einem klassischen Familienroman sucht, der ist hiermit bestens versorgt. Diese Geschichte, die damit beginnt, wie starke Regenfälle ein fahrendes Volk in der Lombardei festsetzen, und so die Verbindung von Giacomo und Viollca zustande kommt, erstreckt sich weit über deren, mit seltsamen Gaben und Ideen gesegnete Nachkommenschaft hinaus. So geheimnisvoll glühend wie sein Cover ist dieses Romandebüt einer Lyrikerin, die erst mit über 60 zur Prosa kam. 

Ü: Judith Schwaab, 512 S., 23,99 Euro, Ullstein

Katja Schönherr – Alles ist noch zu wenig

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Alles ist noch zu wenig
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Schon ihr Debüt war ein Paukenschlag: In "Martha und Arthur" rächte sich eine Frau posthum am Gatten für eine lieblose Ehe. In ihrem zweiten Roman lotet Katja Schönherr wieder Enttäuschungen aus, diesmal im Familienkreis. Als Mutter Inge, 84, stürzt, muss ihr Sohn Carsten aus Berlin zurück in die ostdeutsche Provinz und sich kümmern – auch wenn das remote Arbeiten nur so lala klappt, da das Internet im Dorf praktisch nicht vorhanden ist. Mit im Gepäck hat er seine Tochter Lissa, eine Klimakämpferin. Deren Mutter Sabine baut mit ihrem Neuen gerade ein Haus aus, da kommt Lissa lieber mit zur Oma, auch wenn diese eine vorwurfsvolle Person ist, vom Leben und ihren Kindern stets beleidigt. Schönherr zeichnet meisterhaft das Bild einer dysfunktionalen Familie, die auch für das Verhältnis zwischen West- und Ostdeutschland, zwischen Hauptstadt und Dorf steht. Äußerst unterhaltsam zu lesen und gleichzeitig nachdenklich machend.

320 S., 23 Euro, Arche

Przemek Zybowski – Das pinke Hochzeitsbuch

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Das pinke Hochzeitsbuch: Roman
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1984 in Polen: Ein kleiner Junge kommt aus dem Ferienlager, doch die Eltern holen ihn nicht ab. Sie sind mit seiner jüngeren Schwester nach Deutschland geflohen. Jahre später kehrt er zurück in sein Heimatdorf, die Großmutter ist gestorben, bei der er damals bis zu seiner eigenen Ausreise lebte, und auch der Rest der Familie findet sich ein ... Zybowski erzählt in ganz eigenen Bildern die Geschichte einer großen Verletzung und vom Aufwachsen in einem Polen, das nicht mehr existiert.

224 S., 22 Euro, Luchterhand

Shirley Jackson – Krawall und Kekse 

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Krawall und Kekse
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"Life Among The Savages" – "Leben unter den Wilden" nannte die ansonsten im Horror-Genre publizierende Jackson dieses 1953 erschienene Buch auf Englisch. Da Mutterschaft in den 50ern und Horror offenbar ins selbe Themenfeld fallen, sind die episo-dischen Beschreibungen einer turbulenten Familie in einem großen, alten Haus ein riesiges Lesevergnügen. Und führen uns vor Augen, dass sich in Sachen Care-Arbeit seit 70 Jahren nicht so irre viel verändert hat.

Ü: Nicole Seifert, 256 S., 23 Euro, Arche

ausgesucht von Meike Schnitzler Brigitte

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