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Lesetipps für den Herbst 2022: 5 Gesellschaftsromane, die die BRIGITTE-Redaktion jetzt liest

Buchtrends Herbst 2022: Person sitzt und liest
© Syda Productions / Adobe Stock
Egal, wohin sich die Temperaturen gerade bewegen – ein gutes Buch wärmt die Seele. Hier kommen unsere liebsten Gesellschaftsromane.

Jennifer Egan – Candy Haus

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Candy Haus: Roman
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Wie soll man diesen Roman erfassen: jede Menge Figuren und Orte in den USA, von den 1970ern bis in die 2030er! Doch wie Jennifer Egan uns in all diese Leben hineinzieht, finde ich grandios. Kern der Handlung ist die Utopie eines Mannes, der einen digitalen Speicher erfunden hat, in dem alle Menschen ihr Unterbewusstsein hochladen können. Aber wer ordnet das Chaos von verdrängten Gefühlen und Erinnerungen? Das kann nur, wer wie eh und je Geschichten erzählt … 

Ü: Henning Ahrens, 416 S., 26 Euro, Fischer 

Karine Tuil – Diese eine Entscheidung

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Diese eine Entscheidung: Roman
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Sie ist Juristin, spezialisiert auf soziale Themen und damit sehr erfolgreich. Die Scham und Wut der Abgehängten, die Gier der Mächtigen: Karine Tuil, 50, seziert das alles so nüchtern wie eine Chirurgin. Zugleich baut sie rasante Plots, die einen sofort packen. Ihr neuer Roman ist das fesselnde Protokoll einer Pariser Ermittlungsrichterin in der Antiterrorismusbekämpfung. Wir lernen eine Frau kennen, die nur mit Beruhigungsmitteln die Grausamkeit der IS-Attentäter erträgt und doch versucht, das Menschliche in ihnen zu sehen. Und die sich unmöglich verliebt, weil vielleicht nur die Liebe ein Weiterleben möglich macht.

Ü: Maja Ueberle-Pfaff, 352 S., 23 Euro, dtv

Giulia Caminito – Das Wasser des Sees ist niemals süß

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Das Wasser des Sees ist niemals süß (Quartbuch)
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"Willst du ein Niemand sein?" Für die Mutter der Ich-Erzählerin ist klar: Wenn ihre Tochter so weitermacht, wird sie enden wie sie selbst: in bitterer Armut. Also lernt Gaia wie besessen, während ihre Mutter fremde Häuser putzt und der auf dem Bau verunglückte Vater im Rollstuhl dahinvegetiert. Doch was können Bücher ausrichten, wenn der Hass auf die Welt immer größer wird? Dieser italienische Anti-Bildungsroman geht unter die Haut. 

Ü: Barbara Kleiner, 320 S., 26 Euro, Wagenbach

Naomi Krupitsky – Die Familie

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Während ihre Mafia-Väter finsteren Geschäften nachgehen, wachsen Sofia und Antonia im Brooklyn der 30er- und 40er-Jahre Tür an Tür auf. Sofia ist wild und aufmüpfig, Antonia ängstlich und ernst. Als Antonias Vater von der "Familie" wegen Betrugs ermordet wird, erfährt ihre Freundschaft einen Riss. Wie können sie weiterleben mit diesem Wissen? Der an die Ferrante-Saga erinnernde US-Bestseller ist ein Schnellfeuer an Gefühlen: Liebe, Trauer, Schuld, Wut. Großartig!

Ü: Ursula Wulfekamp, 400 S., 16,99 Euro, dtv

Jessica Durlacher – Die Stimme

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An einem Wendepunkt dieser hochspannenden Geschichte, einem Moment größter Angst, schrubbt Zelda ihr Gartenhaus im Amsterdamer Nobelviertel, um ihrer Nanny Amal dort Zuflucht zu bieten. Denn seit die Muslimin bei einem TV-Gesangswettbewerb ihr Kopftuch abgelegt hat, erhält sie Morddrohungen. Zelda und ihr Mann Bor fühlen sich verpflichtet, ihr zu helfen, zumal ihre eigenen Vorfahren Holocaust-Opfer waren. Doch um welchen Preis für ihre Familie?

Ü: Annelie Bogener, 496 S., 25 Euro, Diogenes

ausgesucht von Ariane Heimbach Brigitte

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