Buchsalon: Unsere Leserinnen über Val McDermids neuen Krimi

Sechs Userinnen haben für uns vorab "Nacht unter Tag" von Val McDermid gelesen. Welche Rezension ist die beste?

Mit DI Karen Pirie schickt Val McDermid eine neue Ermittlerin auf Vebrecherjagd - und die bekommt es in "Nacht unter Tag" gleich mit zwei Fällen zu tun. Wie gut sie ihren Job macht, durften sechs unserer Leserinnen bereits beurteilen, bevor das Buch am 14. März in den Handel kommt. Sie hatten das Glück, in den BRIGITTE-Buchsalon eingeladen zu werden. Wie ihnen "Nacht unter Tag" gefallen hat, lesen Sie auf den nächsten Seiten. Und am Ende sind Sie gefragt: Wer hat die beste Rezension geschrieben? Stimmen Sie ab!

"Nach dem Rätsel ist vor dem Rätsel" - Rezension von Leserin Claudia Elvert

"Eine spannende Geschichte mit überraschenden Handlungssträngen"

Die schottische Autorin Val McDermid erzeugt in ihrem neuen Roman "Nacht unter Tag" wieder einmal Spannung bis zur allerletzten Seite! Wer ihre bisherigen Bücher kennt, wird auch diesmal in eine spannende Geschichte mit überraschenden Handlungssträngen eintauchen.

Alles beginnt mit einer Mutter, die für ihren Sohn einen bestimmten Organspender sucht. Und alles endet damit, dass ein anderer Spender auftaucht und so dem Kind das Leben rettet. Zwischen Suchen und Finden liegt eine Geschichte, die sich von 1983 bis zum Jahr 2007 erstreckt. Man könnte auch sagen: Alles fing aus Liebe an, fand aber ein mörderisches Ende. Im Juni 2007 wendet sich eine junge Mutter an die Polizei im schottischen Glenrothes. Detective Inspector Pirie von der Abteilung für ungelöste Fälle soll für sie ihren Vater ausfindig machen, der allerdings schon vor 23 Jahren verschwand. Misha ist verzweifelt, weil ihr kleiner Sohn dringend eine Knochenmarkspende braucht und ihr Vater Mick Prentice als Spender in Frage kommt.

Im selben Monat entdeckt eine britische Journalistin ein gruseliges Plakat in einer verfallenen Villa in Italien. Bel Richmond bringt ihren Fund sofort mit einem aufsehenerregenden Entführungsfall aus dem Jahr 1985 in Verbindung. Damals wurden eine Millionärstochter und ihr sechsmonatiger Sohn von einer unbekannten Gruppe entführt und bei der Lösegeldübergabe getötet bzw. verschleppt.

Wie Val McDermid den chronologische Ablauf vor- und zurückspult und die Geschichte vor dem Hintergrund des großen Bergarbeiterstreiks erzählt, ist absolut lesenswert! Claudia Elvert

Wofür eignet sich der Roman: Für jeden, der es liebt, Rätsel zu lösen und sich durch unerwartete Ergebnisse nicht am atemlosen Weiterlesen hindern lässt.

Meine Lieblingsstelle: "Denn wenn sie Tuchfühlung zu dem geheimnisvollen Brodie Grant aufnahm und zusätzlich die Chance hatte, das Schicksal seines Enkels aufzuklären, war das ein potenzieller Bestseller. Kaltblütig für das neue Jahrtausend. Es würde ihr den Weg zum Aufstieg ebnen. Bel lachte leise. Vielleicht konnte sie mit dem Erlös die casa rovina kaufen und so wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren. Etwas Schöneres konnte sie sich kaum vorstellen."

Wie unter Brennglas - Rezension von Leserin Daniela Steenkamp

"Schnörkellose und kurzweilige Krimilektüre"

Wie unter Brennglas - Val McDermid deckt in ihrem neuen Krimi die "Nacht unter Tag" auf.

DI Karen Pirie ist eine starke Frau. Auf dem Polizeirevier hat sie sich nach oben geboxt. Ihr Verstand ist messerscharf. Genau wie der von Journalistin Bel Richmond, die auf der Jagd nach der Story ihres Lebens ist. Beide haben eines gemeinsam: Sie sind auf der Suche nach der Wahrheit. Aber die ist nicht so leicht zu finden in "Nacht unter Tag", dem neuen Krimi der schottischen Autorin Val McDermid.

Am Anfang der Geschichte steht ein kleiner todkranker Junge, für den dringend ein Knochenmarkspender gesucht wird. Retten könnte das Kind nur noch der Großvater. Der aber ist seit über zwanzig Jahren verschwunden. DI Pirie macht sich auf die Suche nach ihm. Dabei trifft sie auf eine knallharte Journalistin, die den einst entführten und seitdem verschwundenen Enkel eines schwerreichen Mannes aufspüren will.

Was die Ereignisse miteinander verbindet, bleibt lange im Dunkeln. In Rückblenden erzählt, legt Val Mc Dermid dem Leser immer wieder ein neues Puzzlestück hin, das nicht zum nächsten passen will. Die Spannungskurve steigt weiter und weiter. Erst zum Schluss wird klar, was geschehen ist. Erbarmungslos leuchtet Val Mc Dermid dabei die Schwächen und Abgründe ihrer Figuren aus und legt sie unter Brennglas. Auch wenn die Geschichte am Ende etwas konstruiert wirkt und man zwischendurch aufpassen muss, nicht den Faden zu verlieren: "Nacht unter Tag" ist schnörkellose und kurzweilige Krimilektüre! Daniela Steenkamp

Wofür eignet sich der Roman: "Nacht unter Tag" ist der perfekte Krimi für den nächsten Urlaubskoffer!

Mein Lieblingssatz: "Misha Gibson war nie auf die Idee gekommen zu zählen, wie oft sie schon aus dem Kinderkrankenhaus getreten war voler Empörung, weil die Welt trotz des Geschehens in der Klinik einfach so weitermachte wie bisher." (S. 19)

Sehr gelungen und fesselnd - Rezension von Leserin Victoria Koschny

"Ein Buch, das fesselt bis zum Schluss."

Der Krimi "Nacht unter Tag" von Val McDermid spielt hauptsächlich in Schottland und behandelt zwei Kriminalfälle aus der Vergangenheit. Es geht um die Entführung einer Tochter aus reichem Haus und ihrem Sohn; der andere Fall beschäftigt sich mit einem vor zwanzig Jahren verschwundenen Mann, der nun die letzte Rettung für ein schwer krankes Kind zu sein scheint.

Jedes einzelne Kapitel beschreibt eine andere Szenerie, was den einen oder anderen Leser vielleicht verwirren mag; mir haben die zeitlichen und örtlichen Sprünge aber sehr gut gefallen. Nach ein paar Sätzen ist sofort klar, welcher Schauplatz gerade behandelt wird. Es kommen mit jedem Kapitel immer neue Fragen auf, aber es werden auch immer mehr Antworten auf rätselhafte Fragen enthüllt. Langsam werden mysteriöse Zusammenhänge zwischen den Fällen hergestellt, oder ist die Polizei auf der falschen Spur?

Immer neue Überraschungen tauchen auf, gleichzeitig geben die Fälle den Polizisten weitere Rätsel auf. Die Personen und ihre Charaktere, genauso wie die Schauplätze und die Landschaften werden sehr detailliert beschrieben, so dass man sich alles bildlich vorstellen kann und mitten im Geschehen ist. Ein Buch, das fesselt bis zum Schluss. Victoria Koschny

Wofür eignet sich der Roman: Das perfekte Buch für ein stürmisches Herbstwochenende, an dem man es sich Zuhause schön gemütlich macht, auf dem Sofa, mit einer Tasse Tee, Keksen und einer Decke. Draußen stürmt es, so kann man sich das Wetter in Schottland in etwa vorstellen. Und immer dann, wenn die "Reise" in dem Buch in die Toskana geht, kann man sich gedanklich aufwärmen.

Mein Lieblingssatz: "Bel suchte sich einen Weg über den zerfallenden Hof und kam an herumliegenden zerbrochenen Terracotta-Kübeln vorbei, deren wuchernde Kräuter die Luft mit ihrem würzigen Aroma erfüllten." (Seite 52)

Ein Muss für alle Krimifans - Rezension von Leserin Angela Friedrich-Birkl

" In zwei parallelen Handlungssträngen erzählt die Autorin eine äußerst spannende Story."

Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen, bis ich die ersten 200 Seiten dieses Krimis gelesen hatte, so groß war meine Begeisterung. Es ist ein neuer exzellenter psychologischer Thriller der Bestsellerautorin. DI Karen Pirie, eine Spezialistin für ungelöste Fälle, bekommt als erstes einen seltsamen Fall auf ihren Tisch: Ein Mann wird als vermisst gemeldet - nach über zwanzig Jahren. Unglaublich scheint diese Geschichte, die die junge Misha DI Karen Pirie erzählt. Da wartet eine Familie mehr als zwanzig Jahre, um den Vater und Ehemann als vermisst zu melden. Bei ihren Ermittlungen im schottischen Bergarbeiterdorf Glenrothes stößt Karen auf eine Mauer des Schweigens. Ähnlich ergeht es einer Journalistin, die ehrgeizig über eine fast vergessene Entführung recherchiert. In der Toskana ist nach langer Zeit neues Beweismaterial zu diesem Fall aufgetaucht. Bald landet auch dieser alte Fall auf Karens Schreibtisch. In zwei parallelen Handlungssträngen erzählt die Autorin eine äußerst spannende Story. Und dann geschieht noch ein neuer Mord ... Die Geschichte endet nicht nur in einem großartigen Finale! Vom ersten Satz an ist man gefangen von der Story, von den Figuren und der subtilen Spannung. Angela Friedrich-Birkl

Wofür eignet sich der Roman: Dieses Buch verspricht Lesegenuss für ein langes spannungsgeladenes Wochenende.

Mein Lieblingssatz: "Sie wartete nicht, bis er sie entließ, sondern drehte sich einfach auf dem Absatz um und ging hinaus, wobei sie bei Lees den Eindruck hinterließ, dass sie auch bei den Lebenden nicht viele Unterschiede machte. Wieder einmal hatte Karen Pirie ihn so behandelt, dass er sich wie ein Idiot vorkam."

Lebendige Geschichte - Rezension von Leserin Sandra Schaible

"Wie konnte ich eigentlich so lange warten, wieder ein Buch von Val McDermid zu lesen!?"

Schottland, Bergbau, Streik - und plötzlich ist meine Erinnerung wieder da. Das ist ein Stück Geschichte, das ich erlebt habe! Ebenso plötzlich bin ich eingetaucht in einen Vermisstenfall und fühle mich vertraut mit Karen Pirie, deren Figur mich völlig überzeugt, und auch mit allen weiteren Beteiligten. Keinen Moment habe ich Mühe, den verschiedenen Erzählsträngen zu folgen. Inspektor Karen Pirie, zuständig für ungelöste Fälle, wird mit dem Fall eines Mannes konfrontiert, der vor mehr als zwanzig Jahren verschwunden ist. Ein vermisster Bergmann, Ehemann, Vater, Freund - und doch ist nichts wie es scheint. Die Menschen in der Bergarbeitersiedlung verschließen sich vor der Vergangenheit und nur langsam kommen Dinge zu Tage, die lange vergessen sein wollten. Nicht so ein alter Entführungsfall, in dem eine Journalistin Nachforschungen anstellt, mit dem nun auch Karen beauftragt wird. Puzzelteil für Puzzleteil setzt sich hier ein Bild zusammen, das mich völlig überrascht - und natürlich bleibt auch Mord nicht aus.

Wie konnte ich eigentlich so lange warten, wieder ein Buch von Val McDermid zu lesen!? Brilliant diese Frau, die mir Zutritt gibt zu einer Bandbreite von Gefühlen, und meine Erinnerung an die Jahre Mitte der Achtziger mühelos heraufbeschwört. Sandra Schaible

Wofür eignet sich der Roman: Ein Schlechtwetter-Wochenende kündigt sich an und Sie haben (zu)viel Zeit - mit "Nacht unter Tag" kein Problem!

Mein Lieblingssatz: (Der Schlußsatz) "Und so endet die Geschichte."

Vier Themen, ein Buch - Rezension von Leserin Rebecca Pfeiffer

"Val McDermids persönlichster Roman"

Schottland 2007. Ein sterbenskranker Junge, ein seit 22 Jahren vermisster Bergarbeiter, eine verjährte Entführung sowie ein Urlaub in der Toskana: Vier Themen, die jedes für sich ein eigenes Buch füllen könnten, werden von der Autorin mühelos und in sich verdichtender Geschwindigkeit miteinander verwoben und zu einem packenden Krimi verarbeitet, der den Leser ganz nebenbei noch in die Wirren der Zeit des Bergarbeiterstreiks um 1984 einführt.

Zwei junge Frauen stehen dabei im Mittelpunkt der Geschichte. Zum einen DI Karen Pirie, aus der Abteilung für alte, ungelöste Fälle, die im Falle eines seit über 20 Jahren vermissten Mannes im schottischen Glennrothes ermittelt und dort auf eine Mauer des Schweigens stößt. Und zum anderen Bel Richmond, eine ehrgeizige Journalistin, die über eine fast vergessene Entführung recherchiert. Bald landet auch dieser alte Fall auf Karens Schreibtisch - zusammen mit einem neuen Mord ...

Val McDermids neuster Roman ist zugleich ihr persönlichster: Aufgewachsen in dem schottischen Bergarbeiterort Kirkcaldy hat sie den Bergarbeiterstreik und alles, was darauf folgte, hautnah miterlebt. "Nacht unter Tag" lebt von den Zeit- und Ortswechseln, welche es der Autorin erlauben, ihre Figuren nicht nur über vergangene Ereignisse berichten zu lassen, sondern sie noch einmal zu erleben. Für den Leser mögen diese Zeitsprünge zunächst anstrengend sein, doch wenn man sich einmal in den Rhythmus eingefunden hat, wird es recht schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Rebecca Pfeiffer

Wofür eignet sich der Roman: Er eignet sich hervorragend für ein verregnetes Wochenende.

Mein Lieblingssatz: "Sie hatte eine Leiche gefunden, aber genau genommen die falsche." (S. 330)

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