"Und auch so bitter kalt" von Lara Schützsack

Lara Schützsack ist für mich die Entdeckung des Frühjahrs unter den deutschen Debüt-Autoren. Ihr Roman heißt "Und auch so bitter kalt", läuft offiziell als Jugendbuch, ist aber ein ganz großer Wurf - auch für anspruchsvolle Literaturliebhaber.

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Lara Schützsack ist für mich die Entdeckung des Frühjahrs unter den deutschen Debüt-Autoren. Ihr Roman heißt "Und auch so bitter kalt", läuft offiziell als Jugendbuch, ist aber ein ganz großer Wurf - auch für anspruchsvolle Literaturliebhaber. Erzählt wird aus der Perspektive von Malina, die 13 ist und nur vor zwei Dingen Angst hat: der Dunkelheit und davor, dass ihre große Schwester sie allein lässt. Diese Schwester heißt Lucinda und ist ihr Fixstern: hell, schön und nicht von dieser Welt. Sie zieht die Menschen in ihren Bann und stürzt alle ins Unglück, die sie lieben: die Mutter, die Jungs - und Malina, die leidet, als Lucinda nur noch Augen für ihren Lover Jarvis hat. Das liest sich dann so: "Eine Nacht voller möglicher Geheimnisse zerfällt vor mir zu nichts als blassen Stunden. So ist es immer mit meiner Schwester, wenn sie geht, nimmt sie alle Farben mit sich." Und dann geht Lucinda wirklich, sie wird dünner und dünner, bis sich ihr Körper aufzulösen scheint. Schützsack ist ein Roman über Magersucht gelungen, der so überwältigend ist wie John Greens großer All-Age-Erfolg "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Nur poetischer. Eine Offenbarung für alle, die sonst nie Jugendbücher lesen.

(175 S., 14,99 Euro, KJB)

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