Der Lange Atem von Nina Jäckle

keine Bildunterschrift

Japan nach dem Tsunami, nach dem Nuklear-GAU von Fukushima. Ein Mann und seine Frau waren nicht da, als das Meer ihre Heimat und ihre Verwandten verschlang. Sie kehren zurück in ein verseuchtes Land. Der Mann, früher Phantombildzeichner, rekonstruiert anhand von Fotos entstellter Tsunami-Opfer die Gesichter der Toten. "Der lange Atem" erzählt von seinem verzweifelten Versuch, die Welt mit jeder Zeichnung wieder ein bisschen heil zu machen. Doch um ihn leben Menschen, die nicht aus dem Altersheim evakuiert werden konnten, verstrahlt wurden und jetzt eine Bedrohung für ihre Pfleger sind. Und Kinder, die beim Spielen keinen Staub aufwirbeln dürfen. Zwischen Mann und Frau macht sich ein Schweigen breit, das die Frau am Ende nicht mehr erträgt. Nina Jäckle aber ist es gelungen, der Sprachlosigkeit einen schmalen Roman entgegenzusetzen, der viel mehr erzählt als alle Unglücksmeldungen aus den Nachrichten. (176 S., 19 Euro, Klöpfer & Meyer)

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