Craig David: "Frauen rauben mir nicht den Schlaf"

Ein Romantiker ist Craig David nicht gerade. Trotzdem wickelt er jede Frau um den Finger. Ein Gespräch über schlaflose Nächte, sein Greatest Hits Album und die Zusammenarbeit mit Monrose

So schüchtern, wie er hier guckt, ist Craig David gar nicht...

Gut sieht er aus. Verdammt gut. Kurz geschorene Haare, Lederjacke, weiße Adidas-Sneakers. Zur Begrüßung gibt's zwei Küsschen auf die Wange. Gut riechen tut er auch noch! Dann verschwindet Craig David erstmal auf die Toilette. Zum Glück. So bleibt Zeit, um tief Luft zu holen, die zittrigen Knie zu beruhigen und sich im Hotelzimmer umzusehen. Craigs Sonnenbrille liegt auf einem kleinen Tischchen, daneben sein Handy und eine Tabletten-Dose.

BYM.de: Wie ich sehe nimmst du Vitamin-Tabletten. Geht's dir nicht gut?

Craig David: Doch, alles bestens. Die Dinger nehme ich, um fit zu bleiben. Das ist gesundes Fett, Omega-3. Wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin, Interviews gebe und auf der Bühne stehe, kann ich keinen Burger oder Schokolade essen. Da muss man ein bisschen aufpassen.

BYM.de: Was ist mit Fish'n'Chips? Sag bloß, das gönnst du dir nie?

Craig David: Klar, ab und zu schon. Ich komme schließlich aus England. Und eine strikte Diät halte ich auch nicht. So, jetzt kennt ihr meine Essgewohnheiten...

BYM.de: Lass uns über deinen neuen Song reden. Der heißt "Insomnia", also Schlaflosigkeit. Was hält dich nachts wach?

Craig David: Wenn ich ein Album fertig habe und es meiner Plattenfirma übergebe. Dann kann ich nicht schlafen und mache mir eine Million Gedanken: Hätte ich vielleicht doch besser einen anderen Songs ausgesucht? Oder noch eine andere Version aufnehmen sollen?

BYM.de: Es sind also nicht die Frauen, die dir den Schlaf rauben?

Craig David: Nein. Wenn du wegen eines Mädchens kein Auge zukriegst, steckst du viel zu tief in der Sache drin. Wenn ihr euch getrennt habt und das Mädchen wirklich wichtig für dich war - okay. Aber ansonsten solltest du dir nicht so einen Kopf machen. Es gibt so viele Menschen auf der Welt, so viele Möglichkeiten. Natürlich dauert es nach einer Trennung ein bisschen, bis du dich an den Gedanken gewöhnt hast. Aber du findest wieder jemanden.

BYM.de: Das klingt jetzt nicht besonders romantisch.

Craig David: Kann sein, aber so läuft es doch! Viel zu viele Leute verkriechen sich zu Hause und beschwören die Vergangenheit herauf. Das bringt nichts. Du solltest dir lieber denken: Okay, ich habe gute Freunde um mich herum, wir stehen das zusammen durch.

Craig David denkt schon ans nächste Album

Craig und die Mädels von Monrose (Mandy, Senna und Bahar) beim Videodreh

BYM.de: Warst du schon mal richtig verliebt?

Craig David: Ja, ein paar Mal. Und nur weil es nicht funktioniert hat, heißt es ja nicht, dass ich die Person nicht mehr liebe. Wir haben einfach nicht richtig zusammengepasst. Aber statt so zu tun als wäre nichts, bin ich lieber ehrlich und ziehe einen Schlussstrich. Wenn man sich mehr streitet als dass man Spaß miteinander hat, dann sollte man Konsequenzen ziehen.

BYM.de: Deinen Hit "Walking Away" hast du jetzt mit den Mädels von Monrose neu aufgenommen. Wie war es, mit ihnen zu arbeiten?

Craig David: Die Mädels sind cool. Und sehr schnell zu begeistern. Sie sind natürlich nicht Destiney's Child oder En Vouge, sondern eine Pop-Gruppe, so ähnlich wie Girls Aloud oder die Sugababes bei uns. Da sind schon zwei Welten aufeinandergeprallt. Aber es hat funktioniert.

BYM.de: Wie kommt es überhaupt, dass du mit 27 ein Greatest Hits Album veröffentlichst?

Craig David: Meine Plattenfirma hat mich schon vor zwei Jahren gefragt. Das war mir zu früh. Aber die Musikindustrie verändert sich rasend schnell. Die Leute wollen Hits. Und wenn sie die nicht bekommen, holen sie sie sich eben selbst bei iTunes. Für mich ist das neue Material auf jeden Fall wichtiger. Die Greatest Hits sind eine Zwischenstation auf dem Weg zu meinem fünften Album.

BYM.de: Und wann soll Album Nr. 5 erscheinen?

Craig David: Hoffentlich im Sommer, aber genau weiß ich es noch nicht. Ich arbeite mit Jim Beanz, der ist ein Produzent aus dem Timbaland-Camp und ein sehr cooler Typ. Es wird ein Up-Tempo-Album, schnell und tanzbar.

BYM.de: Früher warst du DJ. Gehst du jetzt noch oft in Clubs und feierst?

Craig David: Nicht mehr so viel wie früher. So sehr ich das Feiern auch mag, es ist einfach hart, die Nacht durchzumachen und dann am nächsten Tag bei einem Auftritt 110 Prozent zu geben. So ein Rock’n’Roll-Lifestyle ist nicht unbedingt erstrebenswert. Wenn du bis sechs Uhr morgens Tequila getrunken hast und am nächsten Tag live singen sollst, bist du im Arsch. Versteh mich nicht falsch, ich habe immer noch gerne Spaß. Aber man muss wissen, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist.

BYM.de: Tanzt du auch zu deiner eigenen Musik?

Craig David: Früher fand ich es komisch, wenn meine Lieder in Clubs gespielt wurden. Ich habe dann aufgehört zu tanzen, weil ich das Gefühl hatte, dass mich alle beobachten. Jetzt ist mir das egal. Ich tanze zu meiner Musik genauso wie zu einem Song von Beyoncé oder einem Timbaland-Track. Warum auch nicht?

Interview Julia Müller

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