Der goldene Kompass

Eine packende Story, symphatische Charaktere und eine gehörige Prise Fantasie - "Der goldene Kompass" hat das Zeug zum Weihnachts-Kinohit 2007. Im ersten Teil der Trilogie macht sich die 12-jährige Lyra auf den Weg ins ewige Eis, um ihren besten Freund Roger zu befreien.

Das Waisenmädchen Lyra (Dakota Blue Richards) ist auf den ersten Blick ein ganz normaler Wildfang. Sie besucht ein exklusives College in Oxford, rauft sich mit den Nachbarsjungen und klettert mit ihrem besten Freund, dem Küchenjungen Roger (Ben Walker), über die Dächer ihrer Schule. Doch Lyra lebt in einer Parallelwelt, die der unseren nur scheinbar ähnelt. Da wäre zum Beispiel ihr "Daemon" Pan, ein kleines sprechendes Tier, das dem Mädchen stets zur Seite steht und ihre Seele verkörpert.

Parallele Welten

Kühle Eleganz: Nicole Kidman als Mrs. Coulter.

Auch Lyras Onkel, der Wissenschaftler Lord Asriel (Daniel Craig), weiß von mysteriösen Dingen zu berichten: In den eisigen Sphären des Nordlichts existiert eine Form von Staub, der parallele Welten miteinander verbindet. Asriel plant, in das Königreich der Eisbären zu reisen, um mehr über die geheimnisvolle Materie zu erfahren. Lyra will ihn unbedingt begleiten, ihr Onkel aber lehnt kategorisch ab. Als die elegante Mrs. Coulter (Nicole Kidman) in Oxford auftaucht und sie nach London einlädt, ist das abenteurlustige Mädchen begeistert.

Lyra (Dakota Blue Richards) hält den goldenen Kompass.

Derweil machen düstere Gerüchte die Runde: Immer mehr Kinder verschwinden, angeblich werden sie vom Magistirium, der allmächtigen Verwaltung, für Experimente missbraucht. Als Lyra erfährt, dass auch ihr bester Freund entführt wurde, macht sie sich auf die Reise gen Norden, um ihn zu befreien.

Zur Hilfe kommt ihr dabei das Seefahrervolk der Gypter, die Oberhexe Serafina, ein gepanzerter Eisbär namens Iorek Byrnison und ein schräger texanischer Ballonfahrer. Auch das Alethiometer - ein goldener Kompass, der nicht die Richtung, sondern die Wahrheit zeigt - rettet Lyra aus mancher brenzligen Situation. Schließlich entwickelt sich ihre Reise zu einer Mission, in der es um weit mehr als das Schicksal ihres Freundes geht.

Ein zauberhafter Winterfilm

Lyras vorwitziger "Daemon" Pan.

"Der Goldene Kompass" ist der erste Teil der Fantasy-Trilogie "His Dark Materials" von Philip Pullman. Der britische Bestsellerautor lebt wie seine Hauptfigur Lyra in Oxford. Diesen magischen Ort des Wissens bringt die 180-Millionen-Dollar teure Produktion gekonnt auf die Leinwand. Auch auf Lyras Reise in den hohen Norden sind beeindruckende Bilder entstanden, etwa wenn sie auf dem Rücken des animierten Eisbären durch die Eiswüste reitet. Die Spezialeffekte sind aber zurückhaltend genug, die eigentliche Geschichte nicht zu erdrücken. So wirkt es ganz natürlich, wenn Lyra mit ihrem animierten "Daemon" kuschelt oder die schöne Hexe Serafina durch die Luft saust. Überhaupt glänzen die Darsteller: Nicole Kidman hat sichtlich Spaß als glamourös-anrüchigen Mrs. Coulter. Und die erst 13-jährige Dakota Blue Richards passt wie angegossen in die Rolle der Lyra.

Daniel Craig spielt den verwegenen Forscher Lord Asriel.

Weil der Film bis ins kleinste Detail liebevoll ausgestattet ist, verzaubert die Geschichte von Anfang an. Wer sich auf das Abenteuer einlässt, wird bis zum Schluss gefesselt sein. Einziger Wermutstropfen: Den philosophische Tiefgang und die kritischen Anspielungen auf die katholische Kirche, die Pullman-Fans aus seinen Büchern kennen, hat Regisseur Chris Weitz ("About a Boy") weitgehend ausgeblendet.

Fazit: Ein wunderschöner Winterfilm, der sich nicht hinter dem Erfolg der "Herr der Ringe"-Reihe verstecken muss. Wer die Bücher kennt, wird sich über manche Änderungen ärgern. Trotzdem ist ein toller Kinoabend garantiert.

Bilder: Warner Bros.
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