Filmdiven zum Verlieben

Marilyn Monroe, Romy Schneider, Elizabeth Taylor: Diese Filmdiven haben Millionen Männern den Kopf verdreht. In Freddy Langers Buch "Frauen, die wir liebten" offenbaren Schauspieler, Komiker und Künstler, für welche Filmdiva sie schwärmten. Wir veröffentlichen zehn sehr private Liebeserklärungen

Dieser Humor! Diese Augen! Diese Eloquenz! Das Buch "Frauen, die wir liebten" versammelt 63 wunderschöne, sehr private, oft witzige Liebeserklärungen berühmter Männer an ihre liebste Filmdiva. Zusammengetragen hat sie der Journalist und Kinoliebhaber Freddy Langer. Das Ergebnis: Eine Zeitreise durch die Geschichte des Kinos und ein Hoch auf die großen Diven! Hier outen sich zehn heimliche Verehrer:

Marilyn Monroe

Komiker Otto Waalkes über Marilyn Monroe: "Irgendwie kommt es selten vor, dass jemand schön ist und komisch sein kann. Ich weiß auch nicht, woran das liegt: Die Mona Lisa kann man schön finden, sie lächelt - aber komisch ist sie deswegen noch lange nicht. Wenn Marilyn Monroe lächelte, war sie schön und komisch zugleich, im selben Augenblick. Das ist sehr, sehr selten. Das wusste ich damals noch nicht: Zum ersten Mal sah ich ihr Gesicht auf einem Sammelbildchen. Die gab es damals - ich rede von meiner Volksschulzeit Ende der Fünfzigerjahre - in Zigarettenschachteln. Sie lächelte, und ihre Schultern waren nackt. Deswegen habe ich zeichnen gelernt, bei dem Versuch, diese nackten Schultern zu ergänzen, nach unten natürlich. Die Ergebnisse sind nicht mehr der Rede wert: Sie waren komisch, aber nicht schön. Doch immerhin habe ich dabei gelernt, Ottifanten zu zeichnen."

Romy Schneider

Der Fotograf F.C. Gundlach über Romy Schneider: "Als ich das Gefühl hatte, nicht mehr den Star Romy Schneider, sondern eine sensible, junge Frau vor der Kamera zu haben, nahm ich eine Kleinbildkamera mit langer Brennweite und fotografierte sie ganz nah, bildfüllend. Das war für mich ein magischer Moment, getragen von totalem Vertrauen und Nähe. Auf den sechsunddreißig Bildern dieses Filmes ist sie ganz Rosemarie Albach, fast möchte ich sagen, offenbart sie ihre Seele. Auf einer dieser Fotografien wirkt sie besonders verletzlich und verloren. Heute kennen wir ihr Schicksal, aber in diesem Bild, so scheint mir, ist die ganze Tragik ihres Lebens präsent."

Elizabeth Taylor

Schauspieler Udo Kier über Elizabeth Taylor:

"Ich verlor mich in den Augen von Elizabeth Taylor. Waren sie blaugrün? Waren sie gar violett? Verheißungsvoll blickten sie mir unter der schwarzen Haarpracht entgegen. In "Die Katze auf dem heißen Blechdach", in "Butterfield 8", in "Plötzlich im letzten Sommer". Was scherten mich ihre Skandale, was ihre Ehemänner? Elizabeth Taylor war für mich die schönste Frau der Welt."

Catherine Deneuve

Der Schriftsteller Bernd Eilert über Catherine Deneuve:

"Als Schüler sah ich einen französischen Film mit dem Titel "Ein Mann und eine Frau". (...) Ungefähr zwanzig Jahre später fehlte mir für einen Erzählungsband ein letztes Stück. Und da ich eben in Deauville gewesen war, beschloss ich, über Deauville zu schreiben. Um die Verliebtheit meines Helden glaubwürdiger zu machen, unterstellte ich ihm dieselbe Schwärmerei für jenen Film und für dessen weibliche Hauptdarstellerin: Catherine Deneuve, die für ihn wie für mich die Verkörperung einer im streng konventionellen Sinne schönen Frau zu sein schien. Ein Mann und eine Frau, Jean Louis Trintignant und Catherine Deneuve und der winterlich verlassene Strand von Deauville - die Erinnerung reißt ihn hin ... Doch diese Erinnerung ist falsch. Erst Jahre nach der Veröffentlichung dieser Erzählung wurde mir klar, dass nicht Catherine Deneuve, sondern Anouk Aimée in diesem Film die weibliche Hauptrolle spielt und dass es nur eine spezielle Form von Verblendung hatte sein können, die an die Wand meines Oberstübchens anstelle der geheimnisvollen Schwarzhaarigen die perfekte Blondine projiziert hatte: Nur Verliebtheit macht so blind.

Hildegard Knef

Der Sänger und Schauspieler Klaus Hoffmann über Hildegard Knef: "Liebe Hilde, müsste ich Dich beschreiben, so sage ich, du warst eloquent, klug, schön, eigensinnig und etwas intellektuell kratzbürstig. So warst Du für mich. An dem Tag, als mich ein Journalist anrief und sagte, dass du gestorben seist, hab ich geheult. Das ist für Liebende an sich nichts Besonderes, aber wenn einer, eine stirbt, sieht man wohl, was im Leben wirklich war. Ich hatte meine Liebe gespürt, besser kann ich's nicht sagen."

Brigitte Bardot

Der Dichter Albert Ostermeier über Brigitte Bardot "(...) schönheit geschaffen allein mir den blick zu betören bist du soweit also was sage ich antwortete der andere die liebe was schafft sie lauter unangenehme sachen die sonne brach durch den schleier und stritt sich mit dem blonden haar der femme fatale um die leuchtkraft des verderbens (...)

Sophia Loren

Schriftsteller Christoph Peters über Sophia Loren: "Ich weiß nicht, in welchem Alter ich "Hausboot" zum ersten Mal gesehen habe, und auch nicht, wie oft. Es war einer dieser Filme, die während meiner Kindheit in regelmäßigen Abständen wiederholt wurden. Mein Herz schlug jedenfalls schon früh für Sophia, und begonnen hat es bei "Cinzia". (...) Sie konnte keinen Kaffee kochen, keine Eier rühren, keine Waschmaschine bedienen - nichts von dem, was von einer Hausfrau erwartet wurde, beherrschte sie, und den sogenannten "vernünftigen Gründen" war sie nicht zugänglich. Cinzia bestand aus Einfällen und Augenblicken, sie war Lachen und Wut, Begeisterung, Trauer und immer voller Hingabe. Sie verkörperte jede Art Liebe und alle Wärme, die das Leben bereithielt in einer vom Tod überschatteten Welt - für Männer, Kinder, Väter und Söhne.

Audrey Tautou

Der Fotograf und Autor Willy Puchner über Audrey Tautou: "In ihrer fabelhaften Welt empfand ich sie als atemberaubend und wunderschön, ihre dunklen Augen, ihre Befangenheit und ihre vorsichtige Annäherung an andere Menschen. Auch ihre hübschen, bunten Kleider begeisterten mich. In meinen kühnsten Träumen wollte ich sie nie berühren, lieber begleitete ich sie bei ihren kleinen und unermüdlichen Wegen durch ihre eigenartige Welt, schlüpfte in ihre Rolle, um in all den Geschichten und Figuren zu leben, die ihr begegneten."

Nastassja Kinski

Der Bildhauer und Maler Thomas Virnich über Nastassja Kinski "Ich kann mich nicht mehr genau an den Hergang des Krimis erinnern: "Tatort - Reifezeugnis". Er weckte in mir den Wunsch, dieser Lehrer zu sein, dem Nastassja Kinski so verfallen war. Diese Vision trieb mich in die Kunstakademie. Schön ist, wenn sie heute nun endlich zu mir ins Atelier kommt und..."

Scarlett Johansson

Der Künstler Jonathan Meese über Scarlett Johansson "Scarlett Johansson ist das üppigste Tierbaby (Scarletttierbaby) der Weltanschauung "Kunst". Scarlett Johansson ist totaler "Stoffwechsel", also Erzmetabolismus der Sache, ein süßestes Werkzeug der Sache der Demut, eine Notwendigkeit, der Staatskristall einer neuen Weltordnung. Scarlett Johansson, das Raubkatzenbaby "Scarletttyranninnenbaby" ist das lieblichste Gesetz des Films, wie Charles Bronson (Charles d'on Bronze), ein Kindchenschema der Totalität der Sache mit Milchbart und Nährstofftieräuglein. Scarlett Johansson ist reine Filmatmung, also das Aus- und Einatmen der Industrie der Natur, also ein Filmbaby des metabolistischen Filmstoffes "Revolution". (...)"

Alle Fotos und Textpassagen aus: Freddy Langer "Frauen, die wir liebten - Filmdiven und ihre heimlichen Verehrer" Elisabeth Sandmann Verlag 24,80 Euro

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