Im Kino: Penelope

Penelope Wilhern ist adelig. Und verflucht. Eine riesige Schweinenase entstellt seit ihrer Geburt ihr Gesicht. Allein die Liebe eines Menschen "aus den eigenen Reihen" vermag es, den Fluch zu brechen. Ein romantisches, modernes Märchen, charmant und witzig in die heutige Zeit adaptiert

Geld macht nicht glücklich. Wissen wir. Und Aussehen alleine ist nicht alles. Wissen wir auch schon. Eine durch eine Schweinenase entstellte Adelige auf Selbstfindungstrip in den Straßen Londons mag auf den ersten Blick wenig originell erscheinen, doch der Film Penelope, mit einer charmanten Christina Ricci in der Hauptrolle, ist weder einfallslos noch kitschig.

Ehrgeizige Männerjagd ohne Erfolg

Seit ihrer Geburt ist Penelope mit einem geheimen Familienfluch belegt, der ihr Gesicht durch eine hässliche Schweinenase entstellt. Dieser Fluch kann nur durch die Liebe "aus den eigenen Reihen", den Reihen der reichen Aristokraten, gebrochen werden. Ein adeliger Ehemann muss her! Ihre ehrgeizige Mutter (gespielt von einer wundervoll exzentrischen Cathrine O'Hara) lässt demnach Junggeselle nach Junggeselle adliger Herkunft vorsprechen, die jedoch allesamt die Flucht ergreifen, sobald ihnen Penelope ihr unverhülltes Gesicht zeigt.

Auf der Suche nach der Liebe zu sich selbst

Nur der junge Adelige Max (James McAvoy) lässt sich von Penelopes Äußeren nicht abschrecken. Eines Tages aber ist Max verschwunden. Enttäuscht entschließt sich die junge Aristokratin, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Zum ersten Mal in ihrem Leben verlässt sie das elterliche Haus und macht sich auf die Suche. Nach etwas Neuem, bislang für sie Verborgenen: nach sich selbst. War sie vorher nur eine Marionette im Kampf der Mutter, den Fluch zu brechen, erlebt sie nun das Leben außerhalb der vor unerwünschten Blicken schützenden Mauern. Von einem hilflosen Mädchen, abhängig von männlicher Zuneigung und Anerkennung, erfährt die junge Frau nun, dass nicht für alle Menschen allein das Äußere zählt. So wie für ihre neu gewonnene Freundin, gespielt von einer etwas enttäuschenden, weil ungewohnt nichtssagenden Reese Witherspoon.

Spielfilmdebüt ohne erhobenen Zeigefinger

Hinter der Fassade einer modernen Kitsch-Komödie mit Märchen-Plot verbirgt sich ein Plädoyer für die Liebe und die Selbstbestimmung. Mit viel Witz und Charme erzählt Regisseur Mark Palansky in seinem Spielfilmdebüt von der bisweilen schwierigen Suche nach sich selbst in Zeiten, in denen die gesellschaftlichen Ansprüche ein kaum zu erreichendes Niveau erzielt haben. Dabei verzichtet er auf den erhobenen Zeigefinger und macht sich stattdessen die Empathie der Zuschauer für seine Protagonistin zu Nutze.

Fazit:

Penelope ist ein sehenswerter Film, der durch seine Leichtigkeit, seine unbeschwerte Erzählweise und seinen Charme besticht. Ein netter Film, mit netten Hauptdarstellern, netter Story und netter Moral. Nicht besonders gut, nicht besonders schlecht - nicht besonders besonders eben. Einfach nett. Wirklich keine schwere Kost, doch für einen entspannten Kinoabend mit Freunden genau das Richtige. Locker, leicht - und nett.

Text Veronika Zweckerl

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