Kino: Sex and the City

Nach vier langen Jahren ist es endlich soweit: Ab 29. Mai gibt es 140 Minuten Kinoerlebnis Sex and the City. Selbst Männer werden lachen - und für die Frauen wird es vielleicht der Film des Jahres

Wir haben viel verpasst

Jahrelang mussten wir warten, vier um genau zu sein, seit wir das letzte Mal gemeinsam mit Carrie Bradshaw, Miranda Hobbes, Charlotte York und Samantha Jones gelacht und geweint haben. Und in der Zwischenzeit hat sich so einiges bei den vier Freundinnen getan: Carrie (Sarah Jessica Parker) schreibt ihre Kolumne nicht mehr, sondern arbeitet an ihrem vierten Buch. Alle vorangegangenen waren Bestseller, das ist ja wohl klar. Statt sich überteuerte Manolos zu kaufen, hat sie wider Erwarten ein wenig Geld gespart – und mit Mr. Big (Chris Noth) ist sie immer noch sehr glücklich. "Um die Liebe zu finden" kam ihre neue Assistentin (Oscar-Preisträgerin Jennifer Hudson) nach New York, die sich später als Lebensretterin entpuppen wird.

Einmal Manhattan, immer Manhattan

Charlotte (Kristin Davis) lebt gemeinsam mit ihrem jüdischen Ehemann Harry und der kleinen Adoptivtochter Lily glücklich vereint in der Park Avenue. Selbst Samantha, alias Kim Cattrall, ist mit Freund Smith (Jason Lewis) zusammengezogen. Das allerdings nicht in New York sondern in Los Angeles, um die Karriere ihres Mandanten und Freundes voranzutreiben. Doch macht ihr dort nicht nur die räumliche Distanz zu ihren Freundinnen Schwierigkeiten. Auch Miranda, gespielt von Cynthia Nixon, kann sich immer noch nicht ganz mit ihrer neuen Heimat Brooklyn anfreunden. Dort lebt sie mit Ehemann Steve und dem mittlerweile fünfjährigen Sohn Brady. Als berufstätige Mutter fühlt sie sich ziemlich überfordert.

An dieser Stelle könnten wir jetzt verraten, wie es weiter geht. Tun wir aber nicht. Ein bisschen Spannung muss sein. Was wir euch aber sagen können: Sex and the City ist wie ein wunderbar langer Dienstagabend mit Freundinnen und einem Drink. Eine Komödie ohne die Plattheit der Hauptdarsteller, eine Romanze ohne Fremdscham, eine Tragödie ohne erdrückende Schwere. Und nicht zuletzt eine Modenschau ohne das lästige Warten in der Schlange. Oberflächlich? Keineswegs. Regisseur Michael Patrick King fehlt es nie an Selbstironie. Deshalb wird es dem Zuschauer schwerfallen, gegen sein Lachen oder Weinen anzukämpfen – und das, obwohl jedem vernünftigen Menschen außerhalb des Kinosaals bei so viel Stereotypie wohl der Kragen platzen würde.

Kitschig, na und?

Okay, der Hype und die Heimlichtuerei, die um den Film gemacht wurden, mögen auf den ersten Blick bescheuert wirken - vor allem für heterosexuelle Männer mit absolutem Unverständnis für das „Sprich-mich-nicht-an-ich-gucke-meine-Lieblingsfolge“. Ist es auch. Und doch schafft der Film, was auch schon alle der knapp 100 Folgen der Serie getan haben: Er bringt uns zum Lachen und zum Weinen – und lässt uns von einem romantisch, kitschigen Märchen träumen, in dem Freundschaft und Liebe alles bedeuten!

Fazit:

Für alle Fans von Carrie und Co. ist Sex and the City ein absolutes Muss. Ebenso für Fashion-Victims, für Romantiker, für Realisten, für Töchter, für Mütter, für Vierzigjährige, für alle über Vierzig und alle unter Vierzig, für Großstädter und Landeier und nicht zuletzt für gute Freundinnen. Selbst Männer werden lachen und vielleicht sogar ein Tränchen verdrücken.

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