Glasvegas: Die beste Rock'n'Roll-Band der Welt

Die Band aus Glasgow gilt als legitimer Nachfolger von Oasis. Sie träumen von einer Silvesterparty mit Daniel Craig, Sean Connery und jeder Menge Cocktails

Glasvegas (von links): Rab Allan, James Allan, Caroline McKay und Paul Donoghue.

Echte Rockstars tragen schwarz, so viel ist klar. Während Sänger James Allan und Bassist Paul Donoghue beim Soundcheck sind, sitzen Caroline McKay (Schlagzeug) und Rab Allan (Gitarre) in der Bar des Hamburger Clubs Molotow und plaudern. Echte Rockstars sind arrogante Schnösel? Stimmt nicht. Obwohl Glasvegas in Großbritannien schon frenetisch als beste neue Rock'n'Roll-Band der Welt gefeiert wird, sind Caroline und Rab auf dem Teppich geblieben - und so nett, dass man zu gerne mit ihnen Silvester feiern würde!

BYM.de: Wie fühlt es sich an, in der besten neuen Rock'n'Roll-Band der Welt zu spielen?

Caroline McKay: (zuckt mit den Schultern) Naja...

Rab Allan: Für mich ist es nichts anderes, als mit meinen besten Freunden abzuhängen. Wir denken nicht darüber nach, dass manche Leute uns die beste Rock'n'Roll-Band Großbritanniens oder der Welt nennen. Da würde man durchdrehen.

BYM.de: Viele Kritiker vergleichen euch mit Oasis. Setzt euch das unter Druck?

Rab Allan: Das bedeutet doch eigentlich nur, dass Leute an uns als Band glauben, und das ist eine gute Sache.

Caroline McKay: Wenn überhaupt, dann setzen wir uns selbst unter Druck, weil wir so gut wie möglich sein wollen. Wir sind ziemlich ehrgeizig, was unsere Musik angeht.

BYM.de: Was ist das Beste am Rockstar-Leben?

Rab Allan: Ich glaube nicht, dass ich ein Rockstar bin. Caroline schon eher.

Caroline McKay: Ja, ich war schon ein Rockstar, bevor ich überhaupt in die Band gekommen bin.

Rab Allan: Deswegen haben wir sie ja gefragt, ob sie mitmachen will. Aber mal ehrlich: das Beste am Rockstarsein ist, dass du dafür bezahlt wirst Musik zu machen. Das ist schon schräg. Und sehr aufregend. Neulich haben wir in Amsterdam gespielt, ich konnte kaum auf der Bühne stehen, weil ich lauter bunte Farben gesehen habe.

BYM.de: Ach so, ihr habt vorher also eine kleine Tour durch die Stadt gemacht.

Rab Allan: Ich weiß gar nicht, wie ich den Gig überstanden habe. Aber das ist einer der Gründe, warum es großartig ist, in einer Band zu sein.

BYM.de: Ihr habt offensichtlich eine Menge Spaß.

Rab Allan: Ja, und weißt du warum: weil es jeden Moment vorbei sein könnte. Deswegen sollte man es ausnutzen. Es gibt so viele Bands, die richtig gut sind und nicht groß rauskommen. Wir haben echt Glück.

BYM.de: Hat man als Rockstar auch irgendwelche Nachteile?

Caroline McKay: Ja, ich vermisse meine Familie und meine Freunde.

Rab Allan: Und Glasgow.

>> Auf der nächsten Seite verraten Caroline und Rab, wo es in Glasgow die besten Drinks gibt

"Ich mache einen fiesen Kir Royal"

Sänger James ist nur selten ohne Sonnenbrille zu sehen. Das ist aber auch die einzige Gemeinsamkeit mit Heino...

BYM.de: Es gibt wahnsinnig viele tolle Bands aus Glasgow. Könnt ihr euch das erklären?

Caroline McKay: Die Stadt zieht kreative Menschen einfach an. Viele kommen wegen der Kunsthochschule.

BYM.de: Und wo gibt es in Glasgow die besten Drinks?

Rab Allan: Bei Caroline.

BYM.de: Klar, du bist ja auch der Rockstar.

Rab Allan: Caroline wohnt direkt in der Innenstadt, neben der Art School. Wir hängen da oft rum, betrinken uns und haben viel Spaß. Ihre Cocktails sind super.

BYM.de: Echt? Was kannst du denn besonders gut?

Caroline McKay: Ich mache einen ziemlich fiesen Kir Royal. Und großartige Cosmos.

BYM.de: Fußball ist in Glasgow extrem wichtig. Für wen seid ihr: Celtic oder Rangers?

Caroline McKay: Celtic.

Rab Allan: Rangers. Die Band ist zweitgeteilt.

BYM.de: Könnt ihr dann überhaupt zusammen Fußball gucken?

Caroline McKay: Nein, auf gar keinen Fall!

Rab Allan: Das geht nicht. Unser Bassist Paul dreht oft total durch. Da ist es besser, wenn man nicht dabei ist.

Caroline McKay: Besonders bei den Cocktails.

BYM.de: Wenn man sich eure Videos bei Youtube anschaut, fällt auf, dass sich viele Leute über euren Dialekt, das Glaswegian, auslassen. Geht euch das auf die Nerven?

Rab Allan: Keine Ahnung. Für uns ist das einfach selbstverständlich. Bei Bands aus Liverpool oder Manchester spielt der Dialekt nie eine Rolle. Aber es gibt nicht viele schottische Bands, die in ihrem eigenen Dialekt singen. Viele klingen amerikanisch. Deswegen sind die Leute entrüstet, wenn sie James singen hören.

Caroline McKay: Dabei ist es die normalste Sache der Welt.

>> Auf der nächsten Seite: Mit wem Caroline und Rab an Silvester feiern möchten

BYM.de: Wie ist es eigentlich, das einzige Mädchen in der Band zu sein?

Caroline McKay: Manchmal kommt es mir so vor, als wäre ich einer von den Jungs. Es ist frustrierend, wenn du dann mal ein bisschen mädchenhaft sein willst.

BYM.de: Du wirst also nicht wie eine kleine Prinzessin behandelt?

Rab Allan: Sie verhält sich nicht wie eine kleine Prinzessin, also behandeln wir sie auch nicht so.

Caroline McKay: (schreit) Oh, hör auf. Oder ich muss dich umbringen!

BYM.de: Etwas ganz anderes. Mit wem würdet ihr gerne Silvester feiern?

Rab Allan: Mit Sean Connery.

Caroline McKay: Ich mit Daniel Craig. Den wünsche ich mir auch zu Weihnachten!

Rab Allan: Wir hatten mal einen Auftritt und Daniel Craig war im Publikum. Unser Manager und Caroline haben ihn gesucht.

Caroline McKay: Traurig aber wahr.

BYM.de: Und, habt ihr ihn gefunden?

Caroline McKay: (strahlt) Ja!

Rab Allan: Er sieht ziemlich gut aus.

Caroline McKay: Er sieht verdammt gut aus.

Rab Allan: Aber er war betrunken und sehr verschwitzt.

Caroline McKay: Ach, damit könnte ich leben...

BYM.de: Und wo würdet ihr mit Daniel Craig und Sean Connery feiern?

Caroline McKay: Bei mir zu Hause. Oder in New York.

Rab Allan: Hauptsache, ich bin nicht so betrunken wie letztes Jahr an Weihnachten.

Fotos: Sony BMG
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